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Archiv: Beiträge u. Berichte über Februar
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Wochenticker Nr. 10
Beitrag Nr.: 28.02.2020      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   28. Februar 2020 - Mitteleuropäische Zeit - 08:32:09




Sind stark benutzte Filmkameras noch etwas für ein Museum ?


Die Begriffe: Benutz, gebrauch, funktionstüchtig oder Ersatzteilspender, finden sich immer wieder unter den Angeboten auf Auktionen oder verstehen sich von selbst, begutachtet man einen Apparat auf dem Flohmarkt.


Genau so unverbindlich wird die Aussage des Laien von heute sein, der ein Angebot aus einer Erbschaft macht, obwohl in diesen Fällen, die meisten Apparate schon vor Jahren nur zur Seite gelegt wurden, als andere Aufnahmeverfahren (analoges Video) auf den Markt kamen und daher der klassische Zelluloid-Film zurückgedrängt wurde.


Wie auch immer der äußere Zustand einer Amateurfilmkamera heutzutage ausfällt, für ein Museum ist jedes Exemplar von Interesse. Gut erhalten Objekte sind nicht immer Garant voller Funktionalität. Da gibt es 3 Möglichkeiten die den Apparat vor Kratzern und Lackbeschädigungen bewahrt haben.
  1. Der Apparat zeigte Fehler bei der Handhabung und einer Reparatur bzw. einer Garantiereklamation erschien nicht mehr Wert zu sein.
  2. Die Ergebnisse der gedrehten Filme überzeugten den Kameramann nicht,
    sodass eine weitere Nutzung ausblieb.
  3. Der Besitzer wurde beschenkt, fand aber kein Interesse am Hobby.


Mäßige Gebrauchsmerkmale an einem Apparate ist heute, nach gut 40 Jahren noch die Regel. Die meisten Filmkameras hielt man in einer Bereitschaftstasche und der Gebrauch wurde meist auf wenige Gelegenheiten - wie Familienfeste, Urlaubsreisen - beschränkt. Schon in den frühen 1980er Jahren, also im Schnitt waren es 8 Jahre, dass die Apparate in Gebrauch waren. Was allerdings nicht selten dazu führte, dass die im Inneren verbliebenen Batterien, entgegen deren Herstellerangaben, doch undicht wurden. Säureschäden sind, daher rührend, typische Erscheinungen an diesen Objekten.


Ist ein Schaden, der sich an den Kontakten im Batteriefach und denen des Auslösers bemerkbar macht, nicht all zu groß, kann eine von Säure angegriffene Filmkamera durchaus noch funktionstüchtig sein, wird sie gereinigt. Andererseits sind es nur wenige Modelle, die von der schleichenden Alterung eingebauter Gummiteile betroffen sind. Häufiger ist die alterungsbedingte Erscheinung abgelöster Klebeverbindungen im Inneren zu finden. Wie auch abgelöste Hinweisplaketten an den Außenflächen.


Nicht selten erreichen uns Filmkameras in einem äußerlich unansehnlichen Zustand, der auf erhebliche Verschmutzung zurückzuführen ist. Oberflächlich lassen sich solche Objekte leicht reinigen und wirken danach durchaus ansehnlich. Schwieriger sieht es aus, wenn sich das Innenleben der Bereitschaftstaschen, hier die Schaumstoffpolsterung, in einem Auflösungsprozess befindet und Tausende Kunststoff-Partikel in allen Ritzen und Ecken der Kamera zu finden sind. Dann gilt es, die Reinigung nur mit einem Staubsauger zu bewältigen, damit dieser Feinstaub nicht ins Innere der Kamera gelangt.


Eine sehr unangenehme Situation tritt dann ein, wenn sich die aus Gummi hergestellte Augenmuschel einer Filmkamera auflöst. Eine Erscheinung, die sehr vielen Modellen, japanischer Herkunft eigen ist. Solchen Fällen bedrängten schon viel Besitzer arg, denn die schwarze Paste, die sich durch Alterung ergibt, ist geeignet, den Besitzer zur Verzweiflung zu treiben. Warum? Weil es eine Weile braucht, bis man die Quelle erkennt, warum Hände und Kleidung unverhofft verschmiert sind.


Mehr noch ! Versucht man, die Reinigung mit chemischen Mitteln aus der Kleidung zu bekommen, ist das Kleidungsstück verloren. Nur wässrige Reinigung hilft und es verlangt Geduld im Tun. Dies gilt auch für die Reinigung der verschmierten Haut, denn es handelt sich bei dem schwarzen Stoff nur um Ruß und keine Farbpigmente.


Lackierte Filmkameras haben äußerlich betrachtet oft ein sehr angenehmes Aussehen, auch dann noch, wenn einige Flächen durch Kratzer und abgestoßenen Ecken dem Apparat eine persönliche Note geben. Belederungen, wie es in Fachkreisen genannt wird, gibt es, seit dem es das Kunstleder geschafft hat, als flexible und widerstandsfähige Kaschierung, die Seitenteile einer Filmkamera zu erobern.


Zwar haben diese Teile nur dekorative Funktion, um beispielsweise Schraubenköpfe oder Löcher abzudecken, neigen aber, weil aus Kunststoff und nur verklebt, dazu, an den Rändern aufzuklappen bzw. sich zu lösen. Etwas dekorativer erwiesen sich die Kaschierungen mit eloxierten Aluminiumblechen - typisch waren die Nizo Modelle. Die wiederum zeigten eine höhere Anfälligkeit auf mechanische Verletzungen durch Stöße und Kratzer. Einmal eingetreten, waren diese auch nicht mehr zu beseitigen.


Wenn einer Filmkamera ein ungewolltes oder unvorhersehbares Ereignis widerfuhr, dann war es ein Sturz aus größerer Höhe - von einem Tisch oder einer Kommode - bzw. das Eintauchen in Wasser. Nicht selten wurden die Objektive bei einem Sturz beschädigt. Der Untergang in einem See, noch schlimmer im Meer, bedeutete definitiv für immer das Ende der Funktionstüchtigkeit. Alle Versuche, die einer Reinigung oder Reparatur, lohnen sich dann wirklich nicht mehr.


Nach 1980 wurden die meisten Amateurfilmkameras eingemottet. Manchmal fachgerecht, manchmal aber auch nur passiv in einer Kommode, einem Schrank stehen gelassen. Verschwanden diese Apparate aber auf einem Dachboden oder einem feuchten Kellerraum, so wurde im Laufe der Jahre aus dem guten Stück, doch noch ein unbrauchbares Etwas. Feuchtigkeit und Schimmel taten hier gute Arbeit, um diesen Apparaten das technische Ende zu bereiten.


Temperaturschwankungen und Luftfeuchtigkeit wechseln sich ab und verursachen in jedem Hohlraum einen pumpenden Effekt des Atmosphärenaustauschs. So kann Korrosion von Metallen sind ausbilden, und Alterung von Fetten in und an Lagern verharze. Dies bewirkt, dass Jahr für Jahr die kleinsten Fugen befallen werden und beweglichen Teile letztlich beeinflusst.


Schimmelpilzbefall ist an Objektiven keine seltene Erscheinung, wenn die dazu führenden Umstände günstig sind. Dunkles Umfeld und hohe gleichbleibende Feuchtigkeit, lassen dies zu. Daher ist so mancher Kamerabesitzer überrascht, wenn er aus einer gepflegten Bereitschaftstasche ein Apparat entnimmt, der eine trübe Linse aufweist.


Was auch immer eine Filmkamera für Umstände erlebte, für ein Museum bleibt so ein Apparat interessant. Manchmal nur als seltenes Modell, manchmal als anschauliches Objekt mit den Spuren der Vergangenheit. Manchmal auch nur einen Zeitgeist widerspiegelt oder eine technische Einrichtung der Kinematografie darstellt.


Filmkameras aus der Stummfilmzeit oder die aus der Tonfilmära haben sehr unterschiedliche Konzepte im Aufbau und in ihrer Anwendung gehabt. Das alles kann in einem Museum dargestellt werden, wenn entsprechende Apparate zur Verfügung stehen. So sind beispielsweise einige gefertigte Sonderausführungen für Militär oder Polizei kaum zu bekommen. Könnten aber eine Attraktion unter den vielen Objekten in einem Museum sein.


Auch Prototypen aus den Versuchswerkstätten der Kamerahersteller sind so betrachtet Raritäten, wenngleich diese all zu oft als verschwundene Objekte einzustufen sind, nachdem die herstellenden Firmen ihre Produktions- und Versuchsstätten auflösten. Was bleibt? Nur wenige Museen können etwas anbieten, was wirklich aus der Reihe fällt. Daher sind die in privater Hand noch befindlichen Bestände, auch für das sappam sehr interessant. Egal in welchem Zustand sich diese Apparate, diese Filmkameras befinden.


UN     





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Wochenticker Nr. 09
Beitrag Nr.: 21.02.2020      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   21. Februar 2020 - Mitteleuropäische Zeit - 11:34:31




Der Amateurfilmer war stets ein Faktotum.


Wer den Vorspann eines Kinofilms sieht, kommt nicht herum einen Filmtitel, einen Regisseur, einen Produzenten und die Namen diverser Schauspieler akkurat erwähnt und aufgelistet zu sehen.

Am Ende des Films, dem sogenannte Abspann, sind dann all jene Personen aufgelistet die an der Produktion mitgewirkt haben. Nicht selten sind solche Listen ellenlang und weisen die Namen der Kameramänner und ihrer Assistenten, der Bühnenbildner, der Beleuchtungstechniker, den Drehbuchautor und dem Cutter. Der Name des Musikkomponisten, des Orchesters, des Tontechnikers, usw. Auch werden Requisite und Archivare, gelegentlich auch Bibliotheken und öffentliche Ämter genannt, wenn diese Beiträge zum Inhalt beitrugen.


Da summieren sich das helfende Personal und die guten Fachkräfte, wenn ein Film entsteht. Ganz anders beim Amateurfilmer: Hier werden Regisseur und alle anderen wichtigen Personen, die einen guten Film herstellen zum Faktotum. Ein Kameramann, der alles beherrschen muss und soll. Doch nur wenigen Menschen ist es gegeben all diese erforderlichen Dinge zu bewältigen.


Wer ist schon Requisite und Bühnenbildner in einer Person ? Wer Drehbuchautor und Cutter ? Wer ist Tonmeister und Beleuchtungstechniker ? Dem Amateurfilmer wurde es nicht erspart, all diese Aufgaben zu seinem Hobby zu machen. Gelegentlich fanden sich Teams in einem Filmklub zusammen, die ein Projekt stemmten, doch die meisten Hobbyfilmer, konnten, wenn überhaupt, sich nur noch auf einen Partner verlassen, der da der Ehepartner oder ein Kind war.


Der Amateurfilmer war in den meisten Fällen ein Faktotum, ein Allesmacher. Nicht nur, dass er die Ausrüstung für den Film zur Hand haben oder das Film-Material in ausreichender Anzahl für ein Projekt beschaffen musste, er musste, auch die anfallenden Aufgaben einteilen, die zum Filmprojekt gehören.


Von Anfang an war es oft klar, dass nicht alles gleichzeitig erbracht werden konnte, wie z. B. die Vorlage eines Drehbuchs bzw. die Ideen zur Durchführung wie etwas bzw. was gefilmt werden sollte. Doch es gehört zum handwerklichen Können, vorausschauend zu handeln. Ganz abgesehen davon, das nach der Entwicklung bereits belichteter Filme, das Schneiden der Streifen eine der wichtigsten Aufgabe ist, damit das Thema des Projekts einen Sinn bekommt.


Zum Filmen gehören eine ganze Reihe von technischen Zubehör, das, wenn wir einmal von einer Bereitschaftstasche absehen, neben einem Stativ auch geeignete Filter und eine Sonnenblende zählen dürfte. Als Ersatz, die entsprechenden AA-Energie-Zellen für die Filmkamera, die in erreichbarer Nähe sein sollten.


Dass Amateure nicht selten Dreharbeiten spontan starteten, dürfte für mehr als 80 % aller gedrehten Amateurfilme zutreffend gewesen sein. Wichtig dabei war allerdings, wollte man hinterher noch ein eindrucksvolles Erlebnis daraus machen, die Filmszenen mit mindestens einer Länge von 4 Sekunden zu drehen und solche mit 20 Sekunden Länge, so anzulegen, dass deren aussagekräftiger Inhalt, den Filmschnitt erleichtert.


Das Faktotum, der Produzent, Regisseur und Kameramann in persona vereint, hatte aber auch noch andere Aufgaben zu bewältigen, die über das Auslösen einer Filmkamera hinaus ging. Der Stoff, aus dem diese Reise war, verführte schnell so manchen, der sich selbst ernannten und als Künstler schon sah. Und so war es auch, dass viel Filmschaffende mit Amateurfilmkameras in der Hand ihren künstlerischen Ambitionen Nachdruck verleihen wollten.


Angefangen bei dem Versuch einen Trickfilm herzustellen, bis hin zum anspruchsvollen Naturfilm, wie er in den 1950er Jahren von den Wald-Disney-Filmstudios aus den USA eingeführt wurde, auch Autorennen und Gruselfilme waren beliebte Sujets unter den Amateuren des Films.


Das dabei noch Requisite und Bühnenbilder eine gewisse handwerklichen Fertigkeit erforderten um, so etwas herzustellen, dürfte jedem einleuchten. In so mancher Schule, ab dem 6 Jahrgang, wurde daher die Film-AG sehr gerne angenommen. Es kamen dann alle Talente in einem Klassenverband schnell zusammen. Der Fantast, genauso wie der Malbegabte, der Bastler, der schon mit Holz, Hammer und Nagel, als angehender Tischler geschickt war, der junge Physiker, als Fachmann für Machbares an außergewöhnlichen Standorten der Filmszene.


So mancher Selbstdarsteller einer Klasse bekam eine Rolle und zu seinem Erfolg. Die musikalisch Begabten, konnten entweder ein Musikstück vortragen oder die Geräuschkulisse für den Ton-Film beisteuern. Der Neugierige übernahm die Bekanntmachungen zur Premiere in der Schülerzeitung, einschließlich zusätzlicher Werbemaßnahmen und der ruhige Vertreter von Literatur und anderen bildenden Künsten, unterstütze beim Filmschnitt den Cutter mit sachdienlicher Anschauung und weisen Argumenten.


So und genau so, verhielt es sich auch bei den Amateuren, die wir nicht unberechtigterweise als ein Faktotum erklären. Natürlich nicht im abwertenden Sinne, so als wären sie nur das "Mädchen für alles", vielmehr als den Allrounder, mit einigen Begabungen, wie das Verständnis zur Optik, zum Licht, zur Mechanik und die Erkenntnis für den richtigen Blickwinkel auf eine Filmszene.


Das das Attribut Faktotum dürfte zumindest hier nicht als negativer Begriff verstanden werden, vielmehr steht er für die Vielfältigkeit an Wissen und Begabungen, die ein passionierter Filmer zeigt, wenn er einem begeisterten Publikum seine Arbeiten zeigen konnte.


Filmvorspann oder Nachspann, hin oder her, ein Faktotum als Amateur-Filmproduzent bleibt gerne in Erinnerung.



UN     





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Wochenticker Nr. 08
Beitrag Nr.: 14.02.2020      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   14. Februar 2020 - Mitteleuropäische Zeit - 12:59:31




Kaum zu glauben, wie viel Arbeitsgänge in einer Super 8 Kassette stecken.


Wenn wir eine Super 8 Film-Kassette öffneten, eine unter den Millionen die hergestellt wurden, haben wir uns kaum Gedanken gemacht, welch Aufwand an Maschinen erforderlich war, um ein derartig komplexes Produkt herzustellen. Ganz abgesehen von den Entwicklungsarbeiten die über die Jahre hinweg anfielen bis zur Serienreife und der Markteinführung.


Gelegentlich wird die Anzahl aller vorzufertigen Stücken für ein Produkt bei großen Gebrauchsgegenständen erwähnt, was offensichtlich für eine einfache Schachtel mit einem Schmalfilm, von 82 x 77 x 31 mm, für den Stummfilm oder die etwas größere, von 91 x 82 x 31 mm, für den Super 8 Amateur-Tonfilm, nie gefragt. Man nahm es hin, denn schließlich hatte man ja den Film gekauft. Und doch erstaunt es, wenn man die Zahlen aller Arbeitsvorgänge der vorgefertigten Stücke, die zu einer solchen Schachtel werden stecken, um sie an den Kunden zu bringen.


Ungeachtet aller Umverpackungen, die da sind: Händlerverpackung in Größen für 50 oder 60 Einheiten und der Großhändlerverpackung aus Wellpappe, die der Hersteller für den Versand benötigt, haben wir noch die Aufkleber und Etiketten für den Versand zu berücksichtigen. Alles Dinge, die für den Vertrieb essenziell sind, bevor die Super 8 Film-Schachtel für uns über den Ladentisch gehen kann.


Die käufliche Super 8 Filmkassette in diesen Schachteln, aus feiner Kartonage in einem sehr aufwendigen 4-Farbendruck hergestellten, ist nicht der einzige Inhalt. Alle Filmhersteller, verkauften ihr Film-Material zu Preisen, die die Entwicklung des Films enthielten, sodass neben einer auf Papier gedruckten Nutzungsanweisung zusätzlich ein herstellertypischer Versandbeutel für den Postversand zum Entwicklungslabor beilag.


Bis hierher haben wir mittlerweile, 6 unterschiedliche Artikel zu zählen, die da sind: Versandetikette, Versandkarton, Händler-Großverpackung, Endverbraucher-Schachtel, Anwendungsanweisung und Versandbeutel.


Schon für die Herstellung dieser Artikel sind Hochleistungsmaschinen für Massenproduktion erforderlich. Die da sind:
  1. Etiketten-Herstellungsmaschine.
  2. Wellpappenfertigungsstraße einschließlich Beschneideanlage der Wellpappe, Vorfalt-Anlage für die Kartongröße und Logo-Druckanlage für den Versandkarton.
  3. Kartonagenfertigungsstraße mit Beschneideanlage, Vorfalt-Anlage und 4 Farben-Druckmaschine für die Großhändlerverpackung.
  4. Kartonagenfertigungsstraße mit Beschneideanlage, Vorfalt-Anlage und 4 Farben-Druckmaschine für die Filmkassettenschachteln.
  5. Papierherstellungsstraße für die Anwendungsanweisung und entsprechende Druckerei.
  6. Versandbeutelfertigungsstraße mit 4 Farben-Druckmaschine für den beigelegten Versandbeutel.



Auf dieser Aufstellung ist zu ermessen, welch Aufwand betrieben werden muss, um die Film-Kassetten zum Endverbraucher zu bringen. Denn bisher wurden noch nicht einmal die Beschaffungs- und Logistikaufgaben berücksichtigt.


Die eigentliche 4-teilige Filmkassette, mehrheitlich bestehend aus Kunststoffteilen und einem Metallfederband ist ebenfalls mit einem Etikett versehen, um den Filmtyp zu kennzeichnen. Die Kunststoffteile mussten von einem leistungsfähigen Kunststoffspritzbetrieb erstellt werden. Das metallische Federblatt für die Andruckplatte wurde extra aus Federstahl herausgestanzt. Das Filmtypen-Etikett musste von einem Fachbetrieb, nach vorgegebenen Firmen-Design beschafft werden.


In einer sehr komplexen Filmfertigungsstraße für breite Filmträger auf Nitroazetatbasis, die wir hier nicht im Detail beschreiben können, wurden in einem dunklen Umfeld, nacheinander 3, spezifisch genau festgelegte, lichtempfindliche, chemische Substanzen aufgelegt und nachbehandelt. Erst dann wurde aus diesem breiten Band der 8 mm breite Filmstreifen heraus geschnitten, perforiert und auf die Länge von 15 m zugeschnitten bzw. auf den beweglichen Spulenkern der Super 8 Kassette aufgewickelt.


Da das Kassettengehäuse aus 2 Teilen besteht, in das der Film einzulegen war, musste zuvor noch eine klein Andruckplatte mit hinterliegendem Federblatt in eine der beiden Kassettenhälften eingelegt werden. Gleiches gilt für das Film-Material, das nun samt Spulenkern dazu kommt. Erst jetzt lässt sich die 2. Kassettenhälfte, die passgenau auf die filmbestückte 1. Kassettenhälfte aufzubringen war, um thermisch versiegelt zu werden.


All diese Fertigungsschritte mussten in einem dunklen Umfeld geschehen, auch weil das lichtempfindliche Film-Material, so wie alle zuvor beschriebenen Vorgänge, nur von komplex gekapselten Kassettenmontage-Automaten durchgeführt werden konnte. Aufgrund der großen Mengen, die der Markt in der Zeit des Booms zwischen 1968 bis 1976 forderte, waren hierfür mehrere Fertigungsstraßen auf verschiedenen Kontinenten im Einsatz.


Als letzter Bearbeitungsvorgang in dieser Kette, war die Etikettierung der Film-Kassette. Nun folgte die Produkt-Endkontrolle die den Arbeitsvorgang der Verpackung in einen Folienbeutel aus Mehrschicht-Material einleitete. Die zweifache thermische Versiegelung schütze den Film vor Feuchtigkeit und Lichteinfall. Erst dann konnte in einem weiteren maschinell nicht einfachen Schritt, die Fertigstellung der Kartonagenverpackung eingeleitet werden, sodass die schon erwähnte Nutzungsanweisung gemeinsam mit dem Versandbeutel und der versiegelten Super 8 Kassette zur noch zu falten und mit Kleber zu verschliessen war.


Ein letzter Aufdruck der Chargen-Nummer, ermöglichte dem Hersteller bei evtl. Rekalmationen die Fertigungsbedingungen des Films zu dokumentieren, um den Qualitätszusagen in berechtigten Fällen genügen zu können.


Verpackungsmaschinen dieser Art sind alles andere als einfache Maschinen. Hiermit werden sehr unterschiedliche Produkte zu einem Artikel zusammen geführt und abgepackt. Ist die Verbraucher-Kassette einmal verschlossen, wird sie mit weiteren Kassetten in die Händlerverpackung verbracht um dann nochmals im einem etikettierten Versandkarton zur Auslieferung oder evtl. nochmals gelagert verbracht.


Schon allein die hier gemachte Beschreibung der wichtigsten Arbeitsschritte die in einer Super 8 Film-Kassetten-Schachtel stecken ist recht umfangreich und kann leicht zur Irritation führen, wäre da nicht die Selbstverständlichkeit, mit der der Verbraucher einen Film für sein Hobby erwerben konnte. Eine Selbstverständlichkeit die mehrere Jahre hinweg Gültigkeit hatte und mit großer Verwunderung im Jahre 2002 definitiv ihr Ende fand.


Heute können nur noch Super 8 Filme in bescheidenen Mengen als individuell konfektionierten Film-Streifen käuflich erworben werden. Über die Beschaffungskosten dieser Ausnahmen dürfen wir hier nicht reden. Es sind Zahlen, die nur Schwindel erregen. Aber es gibt sie noch, die Super 8 Film-Kassetten, auf alle Fälle mit s/w Film-Material !


UN     





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Wochenticker Nr. 07
Beitrag Nr.: 07.02.2020      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   07. Februar 2020 - Mitteleuropäische Zeit - 08:59:31




Ein unvollständiges Firmenporträt - "Agfa".


Immer wieder kommt auf unseren Web-Seiten das Wort Agfa vor, es steht für einen mittlerweile nicht mehr existierenden deutschen Groß-Konzern, der sich mit der Entwicklung und Fertigung von Produkten der klassischen Fotografie, weltweit einen Namen gemacht hatte.


Wollte man ein Firmenporträt über Agfa schreiben, müsste man ein dickes Buch verfassen, dass kaum mehr in der Hand zu halten wäre. Das Unternehmen von 2 Chemiker 1867 gegründet hieß anfänglich noch nicht Aktien-Gesellschaft für Anilinfabrikation, was erst 1873 durch den Ankauf einer für die Produktion von Farbstoffen ergänzende Fabrikationsstätte in Berlin geschah.


Das Akronym AGFA wurde 1897 als Warenzeichen eingetragen, während der allerorts bekannte Schriftzug "AGFA" im Rhombus, erst 1924 registriert wurde und von da an als ein Synonym hochwertiger chemischen Präparate für fotografische Anwendungen den Siegeszug antrat.


Die zu jener Zeit schnell anwachsende Stadt Berlin bot schon Anfang der 1890er Jahre nicht mehr ausreichend Platz für eine dringend gewordene Erweiterung der Produktionsstätte, sodass 1897 ein Zweitwerk in Greppin, in der Nähe von Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) eröffnet wurde.


Die nächste Erweiterung des Unternehmens war schließlich das Agfa-Werk in Wolfen, eine Nachbarstadt von Bitterfeld (heute Bitterfeld-Wolfen), wo ab 1910 die Produktion von Film-Material startete.


Als Schmalfilm-Apparate-Museum haben wir nur mit den Agfa-Produkten zu tun, die sich hauptsächlich auf die Amateur-Kinematografie beziehen, die allerdings eine marginale Rolle in der enormen Vielfalt gefertigter Produkten des Unternehmens darstellen.


Da Agfa im Interessensausgleich ab 1904 unter den 3 größten Chemieunternehmen Deutschlands, wozu Bayer Leverkusen und BASF Ludwigshafen stand, ergab sich ab 1925 ein Chemiekonglomerat, besser bekannt als IG-Farben, aus dem heraus der Fotochemischen-Part von Agfa übernommen wurde. Unter anderen die Camera-Werke Rietzschel in München und in Leverkusen die Photofabrik.


Das Rietzschel Camerawerk wurde somit von Agfa zu 100% übernommen. Nun konnten auch die hier produzierten Apparate (BOX) mit dem Namen Agfa verziert werden. Es war noch die Zeit für Fotoapparate. Erst in den frühen 1930er Jahren widmete man sich der Amateurfilmer-Szene, die schon 1932 s/w Agfa-Filme für das Doppel 8 Format beziehen konnte.


1935 lancierte Kodak (USA) den ersten Mehrschicht-Farbfilm für Amateure und Agfa zog wenig später mit dem hauseigenen Film-Material Agfacolor nach. Im Frühjahr 1936 bot dann Agfa eine 8 mm Amateurfilmkamera an, die nachweislich bei den Olympischen-Spielen in Berlin von passionierten Jungfilmern eingesetzt wurde. Es war das Modell Movex 8, ein Apparat, der auch im sappam vorhanden ist. Eigenartig blieb die Agfa-Filmkassette für dieses Modell.


Die Movex 8 L von 1937, als Nachfolgermodell der Movex 8, wurde bis in die Kriegsjahre hinein gebaut. Erst nach 1945 ergab sich die merkwürdige Gelegenheit, bedingt durch die politische Teilung Deutschlands in Ost und West, das ab Mitte 1945 die Hauptverwaltung der Agfa-Werke, mit Sitz in Ost-Deutschland (Bitterfeld) von den Aktivitäten der westdeutschen Werke getrennt wurde.


Für die Fotoindustrie und somit auch für die deutsche Filmindustrie war dieser Zustand mit vielen Verlusten verbunden, zumal ein Großteil der wichtigsten Dokumente zur technischen Entwicklung des chemischen Films und solche, die noch in der Forschung lagen, in die USA kamen. Dort wurden sie den heimischen Filmherstellern überlassen, die Edliche Vorteile erwarben. Der administrative Teil, die Hauptverwaltung, des Unternehmens kam schon vor Kriegsende nach Leverkusen.


Die Ost-deutschen Agfa-Werke wurden ab 1954 als VEB (Volkseigener Betrieb) geführt und hießen ab dann Film- und Chemiefaserfabrik Agfa-Wolfen. So entstand ein führender Hersteller von fotografischen Produkten in Ost-Deutschland, der hauptsächlich Ost-europäische Länder bediente. Ab 1964 wurde, nach mehreren Auseinandersetzungen um die Welt-Marke Agfa die Marke ORWO (Original-Wolfen) eingeführt. Produkte von Agfa-Leverkusen wurde zu Agfa-Gevaert.


In West-Deutschland fertigte Agfa mehrere Schmalfilmkameras noch vor der Einführung des Super 8/Single 8 Formats 1965, darunter die Movexoom und die wesentlich anspruchsvoller Spiegelreflex-Filmkamera Movex Reflex, die neben dem Objektivwechsel-System, eine Agfa-Filmkassette für das Normal 8 Format bei 16 mm breitem Film-Material hatte.


Diesem Apparat wurde in Ost-Deutschland eine, nun nicht mehr von Agfa-Wolfen produzierte Amateurfilmkamera zur Seite gestellt. Man fertigte bei VEB Pentacon Dresden, vormals Film- und Kinowerk Dresden, die als gleichwertig anzusehende Pentaflex 8, in höchster Präzision und mit umfangreichem Zubehör. Also ein Konkurrenzprodukt zur Agfa Reflex aus dem Westen.


Agfa-Wolfen beschränkte sich nur noch auf die Fertigung von Film-Material, während Agfa-Gevaert - Kamerawerk-München - sich noch mit neuen Modellreihen von Amateurfilmkameras, für das 1965 eingeführte Super 8 Filmformat befasste und auf den Markt brachte.


Angefangen hat die Super 8 Filmkamera-Produktion mit der recht einfachen Agfa Movex S Automatic, gefolgt von der Agfa Movex SV Automatic. Beide Apparate wurden in einer attraktiven Geschenkpackung angeboten, die in ihrer Aufmachung unübertroffen blieb. Dieses Konzept, eine Schmalfilmkamera im Geschenk-Set, in dem alles für den Start zum Hobby Filmen vorhanden war, setzte sich auch bei den später erschienen Serien von Agfa durch.


Da ist die Serie Movexoom S in 3 Varianten - S, S 1 und S 2 - zu nennen, die schon durch eine äußere, sehr gefällige Form ansprechend war. Es waren allerdings die letzten Filmkameras von Agfa "Made in Germany". Dann folgten die Serien 2000, gefolgt von der Serie 3000 und 4000. Diese kamen auch mit einem Ton-Synchrone-Anschluss auf den Markt. Bei der Gestaltung dieser Kameras spielte das zeitgemäße Industrie-Design eine große Rolle. Die Fertigung dieser Apparate (1972) erfolgte nun Japan, bei Minolta.


Ebenso die Serie Microflex, eine Compact-Filmkamera für den Reisenden. Von Minolta gebaut, kamen diese Apparate in 4 Varianten unter dem Label Agfa nach Europa. Minolta bot die gleichen Kameras unter eigenem Markenname in Asien an.


Zwei Höhepunkte leistete sich Agfa im Filmkamerageschäft. Den absoluten Flop der Family-Serie, die aus einer ultraleichten Filmkamera, einem Tageslicht-Projektor und dem Sonderzubehör, ein Polaroid Printer bestand. Letzteres, ein Gerät, das Einzelbilder des in den Projektor eingelegten Films, als klassisches Polaroid-Sofortbild ausgab. Und schließlich die letzte Auflage an Amateurfilmkameras, die Agfa anbot, eine hoch interessante, mit MOS-Technik aufgerüstete Filmkamera namens Movexoom electronic. Von der es auch entsprechende Sound-Varianten gab.


Agfa-Gevaert als Gesamtunternehmen kam schon Mitte der 1970er Jahre in geschäftlich turbulentes Fahrwasser und erfuhr eine Reihe von Umstrukturierungen, die schließlich zur Aufteilung in mehrer Sparten führte. Das dabei die Kameraproduktion auf der Strecke blieb, war nicht verwunderlich, zumal Japans Industrie diesen Markt komplett aufgerollt hatte.


Agfa Filme die in Super 8 Kassetten ausgeliefert wurden brachte man in verschiedene Aufmachungen auf den Markt. Angefangen mit der Bezeichnung CK 17 dann Agfachrome. Dem folgte die Auslieferung Moviechrome und Moviechrome 40. In welchem der Werke diese Filme bzw. Filmchargen gefertigt wurden, ist nie der Allgemeinheit bekannt gewesen.


1981 wurde das Kamera-Werk von Agfa in München geschlossen und somit auch ein Kapitel, der für den Amateurfilm bedeutsamen Marke. Der Agfa Moviechrome Film im Super 8 Format konnten noch einige Jahre aus vorhanden Lagerbeständen erworben werden, doch spätesten im Jahr 2000 wurde auch die bereits bezahlte Entwicklung verkaufter Agfa-Filme durch ein Agfa-Labor eingestellt.


Was bleibt übrig, von diesem namhaften Unternehmen ? Neben den Millionen Filmmetern, die Amateurfilmer belichteten und den Schmalfilmapparaten, die heute noch in so mancher Dachbodentruhe ein tristes Dasein verbringen, sind in Bitterfeld-Wolfen, im Bundesland Sachsen-Anhalt, am alten Standort der Agfa-Werke, das Industrie- und Film-Museum, als eine sehenswerte museale Einrichtung geblieben.


Das es noch Bundesweit mehrere private Sammlungen von Agfa-Produkten gibt, glaubt man denn Angaben im Internet, sollte nicht bezweifelt werden. Letztlich zählt auch das sappam dazu, einige Exemplare alter Agfa-Apparate zu bewahren. Was allerdings uns fehlt, sind die vielleicht noch vorhandenen Prototypen aus der Entwicklungsabteilung der Münchner Kamerawerke. Wir können nur hoffen, dass solche Objekte, ob diese schon Fertig waren oder solche die sich noch im Versuchsstadium befanden, in guten Hände verblieben sind.


UN     





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Es wird darauf hingewiesen, dass die hier verwendeten Markennamen den jeweiligen Firmen als Eigentümer gehören, dies sind im Allgemeinen: Warenzeichen, Marken oder patentrechtlich geschützte Bezeichnungen.



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