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Archiv: Beiträge u. Berichte über April
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Wochenticker Nr. 18

Beitrag Nr.: 26.04.2019      

Autor:       UN - Veröffentlicht  am:   26. April 2019 - Mitteleuropäische Zeit - 11:55:39




Es waren Träume, die man sich mit einer Filmkamera erfüllen konnte.


Es darf nicht vergessen werden, in den Jahren, um 1932, als die ersten Normal 8 Amateurfilmkameras angeboten wurden, gab es noch das Kino in seiner ursprünglichen Form. Man ging ins Lichtspielhaus und betrachtete auf einer Leinwand, die in schwarz/weiß projizierten Bilder, Bilder die eine Geschichte erzählten.


Es waren Geschichten, die in Filmstudios aufgenommen wurden oder mittels einfacher Kulissen drapiert, draußen, im Freien aufgenommen wurden. Der Stoff, dem der Film zugrunde lag, wurde von einem Drehbuchautor geschrieben. Die Musik für den Film, extra komponiert.


So, fortschrittlich, wie es die Technik jener Zeit möglich machte, waren auch die Kinos ausgestattet. Das Publikum begeisterte sich meist einmal wöchentlich und die Programmauswahl wurde von Jahr zu Jahr größer. So gab es regelmäßig Premieren in den städtisch zentral gelegenen Kinos. Wiederholungen der Streifen, an den Rändern der Großstädte, in den sogenannten Flohkinos.


Eine breite Masse wurde angesprochen und beflügelte die Fantasie der Leute, durch die Bilder, die das Kino hervorbrachte. Wen wunderte es, wenn der Wunsch aufkam selbst einmal eine Laufbildfolge selbst zu erstellen. Die Fotografie hatte ihren Durchbruch schon erfahren, nur die wirtschaftliche Situation der Zeit (nach 1930) war ein Hemmnis den Amateurfilm zum Hobby zu erklären.


Und dennoch, es schaffte Kodak (in den USA) und Agfa (in Deutschland und Frankreich) das Amateurfilmformat Normal 8 einzuführen und durchzusetzen. Die Erfolge drängten das bereits bekannte französische Pathe-Format mit den 9,6 mm breiten Filmen zurück.


Mit der Einführung des Farbfilms im Jahr 1935/1936 kam der Durchbruch für die Amateure. Es gab kein Halt mehr um der Inszenierung im heimischen Umfeld, Familienfeste auf Zelluloid zu bannen. Der Fantasie war nun keine Grenze mehr gesetzt.


Die Bedienung einer Amateurfilmkamera wurde auch immer einfache, das Gewicht reduzierte sich auf ein paar hundert Gramm. Der Antrieb mit 16 B/s wurde mittels Federwerk erreicht. Die Filme, auf einer kleinen Spule in 16 mm Breite und 7,5 m Länge ermöglichten ca. 4 Minuten Belichtungszeit. Ausreichend für anschauliche Filmszenen.


Nach dem Krieg, wir schrieben das Jahr 1946, erholte sich die einschlägige Industrie und bot neue Modell an Schmalfilmkameras dem Amateur an. Kritisch waren noch immer die technischen Ausführungen der Projektoren, die mit den zur Verfügungs- stehenden Lichtquellen nicht aalzufriedene Ergebnisse brachten.


Erst mit der Einführung der Halogenlampen im Projektorbau, wurden die Projektionen eines Films vom gelblichen Schleier der Bilder befreit. Der Transport des Films wurde verbessert und die Zoom-Objektive kamen in einigen Modellen zum Einsatz, wodurch die klassische Projektionsfläche von 1,2 x 0,9 m, angepasst an kleinere oder größere Räume, im Handumdrehen erreicht wurde.


Als 1965 die Ablösung des Normal 8 Filmformats eingeläutet wurde, besaßen die meisten Filmkameras schon ein Zoom-Objektiv, nachdem das Turret mit den Konverterlinsen, ca. 3 Jahre lang, den Markt beherrschte.


Revolutionär war der Sachverhalt, dass Super 8 nun mit 18 B/s einen schnelleren Durchlauf des Films vorgab, damit, die nun um ca. 1/4 größere Filmfläche brillanter erscheint. Das Flimmern des Films, das bei 16 B/s noch leicht wahrzunehmen war, wurde fast aufgehoben.


Immer weitere Kreise zog der Amateurfilm an, denn die Dia-Welle, die in den 1960er Jahren viele Erfolge feierte, fand kaum mehr ein interessiertes Publikum unter den Familienangehörigen. Man denke da nur an des Onkels Dia-Vortrag!


Batteriebetrieben Filmkameras, die die Erlebnisse der Urlaubsreisen einfingen wurden den Händlern aus den Händen gerissen. Aus Japan kamen legendär gute Apparate, zumal auch jährlich neue Modelle auf den Markt kamen. Die Zoom-Objektive, mit den unterschiedlichsten Faktoren, zwischen 3- und 12-facher Bennweitenverlängerung standen in heftiger Konkurrenz zueinander.


Über das Filmmaterial musste nicht gestritten werden, denn Kodak lieferte in Europa und den USA eindeutig den besten Farbfilm. Im asiatischen Raum war es Fuji-Film gelungen, mit dem Single 8 Format den Markt aufzurollen und für sich festigen zu können. Agfa, jahrelang 2. unter den weltweit agierenden Filmherstellern, konnte auf dem europäischen Markt bis Mitte der 1970er Jahre mithalten.


Mit der ständigen Verbesserung an Filmkamera und Projektor, sowie der Einführung des Tonfilms mit Magnetstreifen, kam der Amateurfilm bei gekonnter Aufnahmetechnik schon sehr nah an das große Kino heran. Allerdings verlangten die Aufnahmen nicht selten ein Stativ, wollte man bei langen Zoomfahrten, die bei vielen Filmen zum Einsatz kamen, unangenehme, verwackelte Szenen vermeiden.


Nur im Bereich der Kunstlichtaufnahmen blieb der Amateur oft auf der Strecke, denn kaum einem Filmfreund war es vergönnt, Studioaufnahmen zu machen, wo eine geeignete Lichttechnik unterstützend half. Auch wenn zum Ende des Super 8 Booms die Objektive der Filmkameras immer lichtstärker wurden und Kerzenscheinstimmung eingefangen werden konnte, so brachten Kunstlichtaufnahmen selten befriedigende Ergebnisse.


Die ersten analogen Video-Apparate für Amateure brachten den Zelluloidfilm ins Wanken. Auch wenn die Bildqualität dieser Maschinen nicht annähernd an die des Filmes heranreichte, so verlockte doch die Magnetbandaufnahme, die das Filmerlebnis sofort zur Wiedergabe ermöglichte, zum Wechsel. Der Camcorder brachte jeden Filmamateur vor schwierige Entscheidungen, was die Zukunft betraf.


Parallel zur digitalen PC-Welt ab den 1980er Jahren, entwickelte sich auch die Elektronik immer schneller und mit ihr das elektronisch aufgezeichnete Videobild zu immer besseren Ergebnissen, sodass dem klassischen Film, der schon eine lange Entwicklungsphase hinter sich hatte, kaum mehr Spielraum blieb durch Innovationen mitzuhalten.


Die Folgen sind bekannt ! 2012 schloss Kodak in den USA das letzte Entwicklungslabor für Super 8 Filme, Filme, die, weil sie nie in Qualität und Farbe enttäuschen, einmal die Welt erobert hatten.


UN     





Dieser Beitrag als Wochen Ticker unterliegt dem Copyright © vom sappam.



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Wochenticker Nr. 17

Beitrag Nr.: 19.04.2019      

Autor:       UN - Veröffentlicht  am:   19. April 2019 - Mitteleuropäische Zeit - 09:48:09




Ein Einblick ins Inventar unseres Museums.


Das Projekt, welches vom Autor dieses Beitrags im Jahr 2009 im Internet gestartet wurde, konnte im Februar 2019 das 10-jährige Jubiläum feiern. Es waren 10 Jahre mit Höhen und Tiefen. Doch das Erstaunlichste war immer wieder, die Erkenntnis, alles um den Amateurschmalfilm herum, kann zu einer unendlichen Geschichte werden. Insbesondere dann, wenn man womöglich vom ursprünglichen Leitfaden abweicht.


Diesem Leitfaden lag zugrunde, eine Kollektion der bekanntesten Amateurschmalfilmkameras zusammenzutragen und einem breiteren Publikum im Internet bekannt zumachen. Die zuvor angestrengten Recherchen im Netz, also in den Jahren vor 2009, gaben nur wenig Auskunft darüber, mit welchen Mitteln das Hobby Filmen ausgeübt wurde bzw. werden konnte. Informationen über die erforderlichen Geräte und Apparate waren nur sehr beschränkt und kaum auffindbar.



Die wenigen Beiträge wurden selbst von Suchmaschinen erst auf den hinteren Plätzen von Ergebnissen einschlägiger Suchwörtern angezeigt. Was wohl auch an der geringen Nachfrage gelegen haben mag, weil die Internetshops und andere Produktgruppen damals hoch in Mode waren. Suchmaschinen sortierten nach Aufruffrequenzen die Reihenfolge der Ergebnisse.



In Kenntnis solcher Eigenschaften wurde der Begriff sappam gebildet, ein Akronym, das sich aus den Worten Schmalfilm-Apparate-Museum zusammensetzt und mit seinen 6 Buchstaben eine leicht zu merken sein sollte. Auch wussten wir, dass es mindestens 2 Jahren dauern würde, bis sich so ein außerordentlicher Begriff bei den bekanntesten Suchmaschinen etablieren würde, was denn auch so war.


Wir schrieben das Jahr 2011, als erstmals die Suche nach einer bestimmten Amateurfilmkamera im Internet auf einer der ersten Ergebnisseiten angezeigt wurde, die sich auf das sappam berief. Zu jener Zeit hatten wir auf unserem Portal ca. 450 Filmkameras als bereit vorhandene Objekte gelistet. Die Web-Seiten waren häufig nur auf ein einziges Bild des Exponats beschränkt und gelegentlich mit einem Detail-Protokoll ergänzt.


Die Erkenntnis, dass hauptsächlich Quereinsteiger, also Besucher die nur nach Kameras mittels Namen oder Modellbezeichnung suchten, führte dazu, die Seitenprogrammierung so anzupassen, dass der Besucher schneller von der Existenz des virtuellen Schmalfilm-Apparate-Museums Kenntnis bekam. Mehr noch, wir beließen es bei einer einfachen Programmierung, die sicherstellte, dass selbst auf PCs mit älteren Browsern ein einheitliches Web-Design geboten wird.


Die von Anfang an als erforderliche Suchfunktion, die sich auf jeder Seite des sappam befindet, wurde verbessert und in der Folge durch zwei weitere Varianten ergänzt - 'Suchfunktion der Modelle, die das Museum sucht' und 'Suchfunktion aller erfassten Modelle' - sodass unsere Besucher mehrere Optionen hatten, schneller zu dem gewünschten Ergebnis zu kommen.


Mit weiteren Verbesserungen des Internet-Angebots, beschäftigten wir uns, nachdem festgestellt wurde, dass das Interesse an unserer ständigen Ausstellung im Hause an der Friedrichstraße zu Köthen, zu gering ausfiel und deshalb uns der finanzielle Aufwand nicht sinnvoll erschien. Es war die Zeit noch nicht reif, so ein Museum zu unterhalten und gleichzeitig die Sammlung ständig zu ergänzen. Unter diesen Umständen reifte der Entschluss, diese virtuelle Wissensplattform zeitnah zu erweitern. Die konsequente Umsetzung hat sich bis heute als richtig erweisen.


Als der Bestand an Objekten - immer noch mehrheitlich Filmkameras - zwischen 600 und 700 Exponate angewachsen war, fingen wir an, die B i l d e r g a l e r i e einzubinden. Jeder Apparat sollte mit einer Bilderstrecke versehen werden, sodass äußere Details eines Apparates sichtbar werden. Denn, wir bemerkten, dass etliche Modelle baugleich waren aber unter verschiedenen Marken am Markt waren. Außerdem galt es Varianten eines Modells hervorheben zu können, wenn diese unter der gleichen Serie angeboten wurden.


Die B i l d e r g a l e r i e bietet heute im Jahr 2019, also 6 Jahren nach der Einführung, ca. 600 Bilderstrecken, die dem Besucher quasi einen Museumsbesuch erspart, wenn er sich die Betrachtung der durchlaufenden Exponatansichten, ausgewiesener Modelle zu Gemüte führt. Eine Unterteilung nach Produktgruppen erleichtert jedem, individuelle Wunsche sofort nachzukommen. Im Archiv wird zudem der Link eingeblendet, von dem aus eine Bilderstrecke aufgerufen werden kann.



Das Archiv, eine weitere Ergänzung unserer Web-Seite hält Sachbeiträge vor, die dem Museum bisher bedeutsam erschienen. So zum Beispiel alle Tagesticker-Beiträge, die zwischen 2013 bis 2017 täglich veröffentlicht wurden. Seit 2018 wurden diese Beiträge ersetzt durch die nun wöchentlich erscheinenden 'Woche Ticker'.


Auch hier erwies sich, dass eine Suchfunktion als unerlässliches Hilfsmittel für die Stichworteingaben, dem Besucher dienlich ist. Für Anfänger des Metiers erlaubt ein Glossar dem Besucher, Sachbegriffe die im Fremd erscheinen zu hinterfragen. Die hierfür eingeführte Suchfunktion mit weißen Eingabefeld, über gelben 'Finden' ist hier angesagt.


Der jährliche Fortschritt, seit 2011, der dem Museum beim Zusammentragen von Filmkameras gelungen ist, kann auf der sappam-Seite, unter dem Link 'Neuzugänge' in der Navigationsleiste eingesehen werden. Hier präsentiert sich einen Liste der einzelnen Jahrgänge, zudem unterteilt nach Monaten, in denen die jeweiligen Apparate ins Inventar aufgenommen wurden. Jede abrufbare Auflistung der Zugänge ist numerisch spezifiziert. Soll heißen, alle Eingänge des Jahres, bzw. die des Monats werden angezeigt.


Unsere Datenbank verwaltet so ab 2011 den Bestand. Gleiches gilt für alle ab 2014, dem Museum gespendeten Objekten. Diese Auflistung der eingegangenen Exponate ist nach Jahren vervollständigt. Zu bemerken ist, dass von dieser Katalogseite nicht direkt auf die Datenblätter zugegriffen werden kann, so sind doch die meisten Spenden mit einem Hinweis versehen, dass eine Bilderstrecke das Objekt näher vorstellt.


Merkmale, wie die Anzahl eines vorhandenen Modells, wenn dieses mehrfach vorliegt, können mit einem Gleichzeichen vor der Stückzahl 2, 3, 4 usw. (z. B. =2) mittels der Suchfunktion aufgerufen werden. Eine erleichternde Möglichkeit für Requisiteure bei Anfragen zum Verleih.


Mit dem heutigen Tage weißt der Bestand aller Apparate und einiges an Zubehör, die das Museum mittlerweile verwaltet, die Stückzahl von 1611 gelisteten Objekten auf. Nicht enthalten sind in dieser Auflistung, der noch sehr bescheidene Bestand an Sachbüchern, die zusammengekommenen Zeitschriften und Magazine sowie zahlreiche Bedienungsanleitungen und Prospekte.


Inwieweit wir es zukünftig für bedeutsam erachten, dass auch Kleinteile, wie beispielsweise Trageschlaufen, Sonnenblenden und vorhandene Tragetaschen hier öffentlichen im Inventar aufgelistet sind, ist zurzeit noch unklar. Gleiches gilt für vorhandene Ersatzteile, hauptsächlich für Projektoren.


Wir können aber feststellen, dass unseren Besuchern kaum etwas verborgen bleibt, wenn sie sich mit der Materie befassen würden. Was sie allerdings sehr schnell wahrnehmen würde, ist die Tatsache, dass bis heute dem Museum noch eine große Anzahl von Modellen fehlt, die als hochpreisig oder präzise gelten bzw. selten in Deutschland vertreten waren. Gemeint sind jene Apparate, ob Filmkameras oder Projektoren, die vor 1955 in Frankreich, in den USA, England und Japan gefertigt wurden.


In Deutschland werden gelegentlich Schmalfilm-Apparate-Sammlungen aufgelöst, weil diesen Apparaten die entsprechende Aufmerksamkeit verweigert wird. Oder ein Erbe nicht weiß wohin damit. Wir können unter diesem Gesichtspunkt all diejenigen einladen, mit uns Kontakt aufzunehmen, um die Möglichkeit der sinnvollen Betreuung vorhandener Bestände zu sichern.


Es wäre Schade um die liebevoll gepflegten Amateurfilm-Geräte, die in den Familien noch vorhanden sind, diese vorzeitig zu entsorgen. Doch ebenso gilt, dass Vermögenswerte nicht mehr in diesen Apparaten zu sehen sind. Lediglich ideelle Werte haften noch den meisten Objekten an.





UN     





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Wochenticker Nr. 16

Beitrag Nr.: 12.04.2019      

Autor:       UN - Veröffentlicht  am:   12. April 2019 - Mitteleuropäische Zeit - 16:07:41




Selfies, eine Erscheinung, die der Schmalfilmer so noch nicht kannte.


Es ist kaum zu glauben, aber das Smartphone hat die Welt eindeutig verändert. Es bedurfte keine 2 Jahre, bis sich der Trend zum eigenen Fotomachen, zu einem Volksport entwickelt hat. Ja, es musste sogar erst noch ein neues Wort geschaffen werden, um die eigenartigen Fotoporträts zu einem selbstredenden Begriff zu machen.


Wie so oft wurde das neue Wort 'Selfie' von Journalisten, mit der heute gültigen Bedeutung, in einem Internet-Forum, im Jahr 2002 eingeführt. Dem Fotoporträt zugewiesen Begriff, kam es aus Australien und verbreitete sich im gleichen Maße, wie der Handyhersteller Apple (USA) die zuvor sehr einfachen mobilen Telefone, die Handies, technisch neu aufbaute und mit einer Vielfalt von neuen Funktionen ausstattete.


Wir schrieben das Jahr 2007. Seither können die als Smartphones bezeichneten Geräte Fotos machen. Diese kleinen flachen Geräte waren folglich in der Lage, weil auch ihr Gewicht relativ niedrig ausfiel, auf Armlänge gehalten, ein scharfes Bild des Nutzers zu schießen.


Nicht dass dieses auch schon früher möglich gewesen wäre, mit einem handelsüblichen Fotoapparat oder Amateurfilmkamera, nein, es war nur nicht üblich. Gut die Selbstporträts machte man als Gruppenbild mit Selbstauslöser. Wobei allein sich als Positionieren ein Spaß für sich darstellte, wenn man eine geeignete Auflage für den Apparat gefunden hatte.


Dass die Selfies in den 1970er Jahren noch keine Selbstverständlichkeit waren, beweist schon die Fülle an Amateurfilmen, wo die Familienmitglieder zu sehen sind, nur nicht der Kameramann. Der war ja hinter der Kamera und galt nicht selten als der einzige kompetente Mann um den Film-Apparat zu führen.


Letzteres war genauso unsinnig wie die Behauptung, Frauen können nicht einparken. Sicher ist es allerdings, dass Frauen der damaligen Zeit, diese Domain des Mannes nur sehr selten übernehmen wollten. Obwohl die Werbung und einschlägiges Prospektmaterial auch Frauen hinter der Kamera abbildeten.


Es waren noch die Zeiten, wo die Hausherren das Geld verdienten und über derartige Anschaffungen, die nicht selten ein Monatseinkommen darstellten, das Sagen hatten. Wenn nicht sogar die Selbstdarstellung als Imagefrage im Vordergrund stand. Man hatte eine Filmkamera in einer Bereitschaftstasche oder einen Fotoapparat der stolz vor der Brust getragen wurde.


Das war ein Statussymbol. Heute wird es etwas anders gesehen, doch hintergründig dürfte es auf dasselbe herauslaufen. Selfies, sind Bilder die jedem der sie betrachten soll, signalisiert wird 'Hier bind ich, hier war ich'. Heute, in einer Zeit, in der die Mobilität zum einem der wichtigsten Merkmale der Gesellschaft geworden ist.


Wer einmal kurz zum Wochenende in die Hauptstadt unsers Nachbarlandes fährt oder für 4 Tage über den Ozean fliegt, der hat es mitzuteilen. Er kann es mitteilen und das sogar mit bewegten Bildern. Das Smartphone in Zusammenarbeit mit dem Internet macht es möglich. Sogar in 'real time'.


Inwieweit hier eine gesellschaftliche Veränderung durch die Nutzung solcher Apparate eingeleitet wird, ist kaum zu beurteilen. Dass sich aber so etwas abzeichnet, kann kaum mehr verneint werden.


Wollte man früher höchsten, Erinnerungen für die nachfolgenden Generationen schaffen, so dürfte das jetzige Verhalten mehr als ein Drang zur Selbstbestätigung sein. Gewiss eine gewagte These, doch der ursprüngliche Gedanke, mit einem Porträt die Vergangenheit einzufangen und daraus ein Dokument zu machen ist wohl überholt.


Porträts und darunter fallen auch die Selbstporträts, erfüllten schon immer einen Wunsch des Menschen, sich zu stilisieren, zu verewigen, oder zu vielleicht sich auch nur zu beurteilen. Aber es gab allem Anschein noch nie eine Ära, in der die Masse an Selfies die angefertigt wurden, so groß war, wie es heutzutage der Fall ist.


Mit Datum, GPS-Koordinaten und einer eindeutigen Nummerierung versehen, sind Selfies so gesehen Dokumente, wenn sie geordnet verwaltet werden. Bildausschnitte von Gesichtern mit Fratzen und verstellter Mimik dürften nicht zu den Kunstwerken zählen, die in der Zukunft Beachtung finden. Und doch könnte, auch das Selfie einen Beitrag leisten, die gesellschaftlichen Unterschiede der Völker hervorzuheben und somit diese auch als eine Bereicherung des eigenen Lebens zu sehen.


Betrachtet man ausschließlich die technische Möglichkeit des Selbstporträts auf die Schnell zu machen und erachtet diesen Vorgang als übertriebenes Selbstwertgefühl, so sollte doch dem 'Selfie' nicht abgesprochen werden, dass es auch Glückseligkeit in nicht unerheblicher Weise erzeugen kann. Wir denken da an die glückliche Mutter, die ihr Kind in der Fremde sieht, der strahlende Opa der sich mit dem Enkel ablichtet.


Nichts Eigenartigeres kann passieren, wenn alte Familienfilme vorgeführt werden, die Kleinsten und die Halbwüchsigen mit Mutter oder Tante ständig im Bild auftauchen, aber der Vater so gut wie nie zu sehen ist. Da fehlt einfach etwas. Dieses Unnatürliche wird durch die Selfies nun aufgehoben. Auch dann, wenn es manchmal etwas zu viel des Guten ist, dass mit der Porträtierung mittels eines Selfie-sticks. Diesem merkwürdigen Gerät, in dem das Smartphone auf Distanz gehalten wird, um den eigenen Arm zu verlängern.



UN     





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Wochenticker Nr. 15

Beitrag Nr.: 06.04.2019      

Autor:       UN - Veröffentlicht  am:   06. April 2019 - Mitteleuropäische Zeit - 23:41:32




Gibt es noch etwas, was den Amateurschmalfilm nochmals beleben könnte ?


Betrachtet man die Vielzahl von Amateurfilmapparaten, die im Laufe der 80 Jahre, in denen die Laufbilder Beachtung fanden, hergestellt wurden, so müsste man glauben, dass es doch noch immer eine große Gemeinde derer gäbe, die ein Faible für den klassischen Amateurfilm haben.


Weit gefehlt, denn die heutige digitale Technologie hat alle Erwartungen übertroffen, was die Machbarkeit, die man sich vor 40 Jahren vorstellte. Selbst die großen Kinos sind mittlerweile digitalisiert worden. Kein Film auf Spulen wird mehr hin und her getragen, um im großen Kino vorgeführt zu werden. Heute regiert der elektronisch übertragene Film im Lichtspielhaus.


Nach der Suche einen plausiblen Ansatz für eine Renaissance des Zelluloidfilms zu finden, kann kaum ein Argument standhalten, wenn man die Ergebnisse und Erfolge als Realität des digitalen Laufbildes anerkennt. Jeder Vergleich mit dem, was der Amateurfilm an Bildqualität aufbringt, wird scheitern. Da nützt es auch kaum, immer wieder das Argument der Leinwand von 1,2 x 0,9 m Fläche anzubringen, die Auflösung des Zelluloidfilms sein eine außergewöhnliche Leistung, was die Vergrößerung des Bildes betrifft.


Man kann ja diese machbare Vergrößerung eines Filmbildes durchaus bestaunen und bewundern, doch lässt sich mittlerweile ein Vergleich, was der Qualität einer bilderzeugenden LED-Fläche, wie groß auch immer diese sein mag, nicht mehr subjektiv ausser Acht lassen.


Beide Techniken der Bilddarstellung sind so unterschiedlich, dass jeder Versuch scheitern muss. Die Elektronik hat es tatsächlich geschafft, dem durchläuteten Zelluloidfilm den Rang abzulaufen. Auch wenn hier und da die analoge Eigenschaft eines chemisch eingefangenen, besser gesagt, aufgenommenen Bildes durchaus noch als kontrastreicher beurteilt werden kann.


Nur die flüchtige Betrachtung, die dem einzelnen Bild als solches geschenkt wird, was für den Film ganz besonders zutrifft, erlaubt es die Feststellung, dass das Empfinden, bezogen auf die Auflösung als solcher weniger anspruchsvoll ist und daher vom Betrachter meist, wenn nicht immer aus als ausreichend empfunden wird.


So wird beispielsweise heute schon das 4K2K TV-Format propagiert, um tatsächlich noch näher an die hohe Auflösung eines chemischen Films heranzukommen. Der Fernsehzuschauer darf sogar darauf hoffen, dass mit einer Bildfrequenz von 60 Bilder pro Sekunde (B/s), zukünftig jegliches Flackern der Projektion ausgeschlossen wird. Der Trägheit unsers Auge, welches ja erste ab 16 B/s eine Bewegung registrieren kann, soll so überwunden werden.


Dass der chemische Film eine höhere Aufnahmegeschwindigkeit, als jene, die als Standard eingeführte Bildfolge von 18 B/s für Amateurfilme, schaffen würde, ist unbestritten. Auch noch 24 B/s waren kein Problem (siehe Tonfilm), doch die noch höheren Bildfrequenzen wären bei den üblichen Lichtverhältnissen schon grenzwertig im normalen Gebrauch.


Wer kennt es nicht, mit welchem Aufwand und Können des Amateurs eine Kerzenlichtszene in den 1970er Jahren aufgenommen wurde, um ein überzeugendes Szenebild zu erhalten. Heute, mit einfachen elektronischen Camcordern, stelle so eine Filmszene, zumindest lichttechnisch betrachtet kein Problem mehr dar.


Und doch, auch hier, in der digitalen Welt sind noch nicht alle Parameter für optimale Bilder erreicht. Schon allein die Bearbeitung der eingefangenen Bilder mit Hochleitungs-Chips als Bildwandler und deren elektronischen Umwandlung in digitale Muster, erfordern hochgradig entwickelte Programme, die sogenannten Codec. Codec, das sind mathematischen Algorithmen, durch die letztlich ein leserliches digitales Bild-Format erzeugt wird.


Bekannt sind im Amateurbereich die Bilderzeugenden Codec mit den Dateiendungen MP4 oder OGG - die auf fast jedem modernen PC oder Tablet bzw. auf den Smartphones Laufbilder, den sogenannten Videoclips mittels eines Players oder eines Browsers erfasst werden und sich die Filmsequenzen, einschließlich Ton, abspielen lassen.


Je nach Auflösungsmerkmal des Bildschirms, also Pixel in Höhe mal Breite, lassen sich diese Dateien faktisch vergrößern bzw. verkleinern. Wichtig ist allerdings dabei zu beachten, dass die maximale Auflösungsrate des Bildwandlers in der aufnehmenden Filmkamera entscheidend ist. Diese Auflösung wird bekannterweise in Megapixel angegeben. Sie entscheidet über Bildqualität, besonders dann, wenn die Größe am Monitor oder die eines HDTV-Gerätes gefragt ist.


Je mehr Pixel umso höher die Auflösung des Bildes. Eine plausible Feststellung, durch die aber auch die Größe eine Datei bestimmt wird.


Dem heutigen Filmamateur, der mit einer digitalen Filmkamera seine Reiseerlebnisse aufnimmt, wird in der HD-Qualität* schon eine Auflösung vom 1280 x 720 Pixel im 16:9 Format (SHQ) ermöglicht. Ein Bildformat, das mit den üblichen Flachbildschirmen, die seit 2010 auf dem Markt sind, bewältigt wird, und als gestochen scharfe Bilder eingesehen werden können. Die Dateigröße solcher Filme die bis zu 30 Minuten oder mehr an Länge liegt, beanspruchen ca. 2 GB.


Eine Filmrolle mit 120 m Stummfilm ist schon vom Gewicht und Volumen her gesehen ein Monstrum, verglichen mit einem USB-Stick oder den häufig in Foto- und Filmapparaten eingesetzten Micro SD-Speichern.


Angekommen beim Vergleich, so können wir die digitalen Filmapparate von heute nur bewundern, selbst die die eine hohe Bildqualität abliefern, knapp 200 g auf die wage bringen, einschließlich Akku. Man beachte, Filmkameras für Amateur-Drohnen sind tatsächlich noch leichter. Was für ein Traum wäre so etwas gewesen, für den Filmer der 1970er Jahre. Eine sehr einfache Schmalfilmkamera jener Zeit brachte schon auf 500 g auf die Waage. Die hochpräzisen Apparate bot man mit einem Gewicht von 1800 g und mehr an.



Warum sich die heutigen Fliegengewichte auch stolz präsentieren können, ist dem rasanten Fortschritt der Technik zu verdanken, die kaum mehr mechanische Elemente einsetzt. Gut, es bedarf noch einer Speicherkarten und der dazu passenden Führungsschiene, eines Akkufachs und eines Suchers in Form eines klappbaren LED-Monitors. Die Objektive solcher Apparate sind im Durchmesser nicht größer als der einer Euromünze. Die gesamte Kameraeinheit wurde konnte so verkleinert werden, dass die Führung solcher Apparate ohne Verwackler kaum möglich ist. Daher sind anspruchsvollerer Ausführungen mit einem Bildstabilisator ausgerüstet. Jedes Stativ wird zudem entbehrlich.


Wenn überhaupt noch eine optische Zoomeinrichtung vorhanden ist, so wird oft eine digitale Zoomfunktion angeboten.


Kodak, vormals der weltgrößte Anbieter von Filmen und somit auch der des Super 8 Filmformats versuchte 2016 nochmals einen bemerkenswerten Neuanfang mit Zelluloidfilmen zu machen, indem das Unternehmen eine Filmkamera präsentierte, die stark vereinfacht den Film belichtet, den Ton allerdings digital aufnahm. So sollte der klassische Soundfilm ersetzt und dem Schmalfilmfreund eine einfachere zu erstellende Tonfilmvorführung schmackhaft gemacht werden. Bislang ist es aber nicht gelungen, solche hybride Techniken überzeugend an den Mann zu bringen.


Alle Versuche, auch alte hochpreisige Amateurfilmkameras mit einem elektronischen und somit digitalen Aufzeichnungszubehör zu versehen, das anstelle der Filmkassette eingelegt wird, sind gescheitert. Wer den Markt beobachtet hat, konnte schon früh feststellen, dass die grundverschiedenen Techniken nicht kompatibel sein konnten. Die Elektronik machte zudem die Massenprodukte immer kleiner und leistungsführiger. Dagegen konnten die alten Filmmaschinen nicht mehr an. Sie wurden, wenn nicht ganz degradiert, nur noch ein Museumsobjekt.


*) Das Full-HD Format mit seinen 1920x1080 pix, bei 60 B/s ist schon seit 2008 mit handelsüblichen Camcordern möglich.


UN     





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