| Sitemap | Kontakt |
       Home | Ausstellung | Museums-Archiv | Museums-Café | Das Museum sucht | Programm u. Vorträge | Spenden | Modell-Listen | Wochen Ticker
Veröffentlichungen

hier können Sie Beiträge u. Berichte des

Museums

abrufen !

Archiv: Beiträge u. Berichte über September
Home --> Wochenticker Texte --> September

Dies sind Veröffentlichungen redigiert von unseren Autoren






Wochenticker Nr. 37

Beitrag Nr.: 09.09.2019      

Autor:       UN - Veröffentlicht  am:   09. September 2019 - Mitteleuropäische Zeit - 17:30:16




Je größer umso schwerer, die Vario-Objektive der Filmkameras.


Manchmal sah es oft so aus, als würden die Amateure sich am Durchmesser ihrer Filmkamera messen wollen. Das war in den Zeiten des Booms, Mitte der 1970er Jahre. Es konnten damals wirklich nur noch Filmkameras mit Zoom-Objektiv gekauft werden.


Die Hersteller haben erkannt, dass mit ihren Apparaten nicht nur ein Image, nein auch ein Statussymbol bedient werden kann. Eigentlich schade, dass dem so war ! Aber es war tatsächlich oft sehr peinlich, wenn ein Amateur einen Apparat in Händen hielt, der mit einem Objektiv von über 70 mm Durchmesser, in der Fremde, durch die Straßen und Märkte zog, um unaufgefordert zu filmen. In vielen dieser Fälle wurde es einfach nicht erkannt, das damit ein nicht sehr schmeichelhafter Eindruck bei der heimischen Bevölkerung hinterlassen wurde.


Mit der Einführung des Vario-Objektivs, im Volksmund auch als Zoom-Objektiv bekannt, konnte dem Amateur des Films ein Objektiv an die Hand gegeben werden, dass eine beeindruckende Vielfalt an unterschiedlichen Szeneneinstellungen ermöglichte, ohne großen technischen Aufwand betreiben zu müssen.


Auch das Absetzen der Kamera während des Drehs, wie es noch die Turret-Kameras erforderten, blieb aus. Mehr noch, durch die Elektromotorisierung der Filmkameras konnten längere Filmszenen gedreht werden, was die Federwerkkamera nicht zu leisten vermochte.


Die Ansprüche an Qualität eines Zoom-Objektivs in der Serienproduktion, konnte die Industrie in den 1960er Jahre schon erbringen. Auch Brennweiten und Lichtstärken, wesentliche Merkmale eines Vario-Objektivs, wurden in den 1970er Jahren immer mehr optimiert. So wurde aus dem anfänglich angebotenen 3-fachen Zoomfaktor der 6 bis 8-fache Faktor zu Standard. Es waren jene Objektive, mit einem äußeren Durchmesser von 55 bis 58 mm, die die Kameras trugen.


Es ging bei manchen Modellbezeichnungen so weit, dass darin schon der Zoom-Faktor erkenntlich war. Ähnlich der Begriff "Reflex" oder schlicht der Kennung "R", als sichtbares Zeichen der eingebauten Eigenschaft.


Die auch im semiprofessionellen Bereich einsetzbaren Filmkameras wurden schon mal mit Zoom-Objektiven ausgestattet und dann einen 10-fachen oder höheren Faktor an Brennweitenverstellung auswiesen. Bekannt war das mächtige Objektiv an der Bauer Tonfilmkamera S 715 XL, mit dem ausgezeichneten Angenieux Objektiv - 15-facher Faktor. Das Modell 5008 S MS von Beaulieu mit dem Schneider-Kreuznach-Objektiv und seinem Zoomfaktor von 11,6.


Japanische Ausführungen mit erstklassigen Objektiven waren die Rokkor Objektive der Minolta-Serie Autopak 8 mit dem entsprechenden D10 (675 g) bzw. D12 Objektiven. Das Zoom-Objektiv an der Filmkamera R 10 von Nikon ist heute noch gleichermaßen begehrt. Nicht zu vergessen das Objektiv der Fujica ZC 1000, das an der Singel 8 Maschinen eingesetzt wurde - leider fehlt dem sappam noch dieses Modell, Anmerkung der Red.


Die Hersteller großer Stückzahlen an Schmalfilmkameras, wie Cosina oder Chinon in Japan, brachten einige Modelle auf den Markt, deren Zoom-Objektive den Faktor 10 an Brennweitenverstellung aufwiesen. Chinon bediente dann auch Deutschland damit, in diesen Fällen dann unter dem Markennamen der Importeure Photo Porst oder Quelle AG, Letztere allerdings mit dem Label "Revue".


Wer sich unter den japanischen Herstellern in Deutschland rar machte, waren die Marken Carena und Nalcom, an deren Filmkameras die sehr begehrte Shinsei Zoom-Objektiv verbaut wurden. Da seien nur die Modelle Carena Zoommex 7710 IM und die Nalcom FTL 1000 genannt, beide Ausführungen für Wechselobjektive.


Dass diese mächtigen Objektive auch Nachteile hatten, war schon allein dem Gewicht geschuldet. Die Möglichkeiten die Filmszene sehr nah heranzuholen bedurfte doch einiger Erfahrung beim Dreh. Ungeachtet dessen, dass der Einsatz eines Stativs zur Bedingung wurde.


Der Lange Weg zwischen Weitwinkelaufnahme und maximaler Brennweite bei 70 mm im Telebereich ließ nicht nur die Perspektive stark ändern, auch der letztlich ausgewählte Bildausschnitt forderte vom Kameramann eine gewisse Weitsicht, um dem späteren Zuschauer bei der Vorführung nicht zu irritieren. Aus langen Gegenständen wurden auf einmal kurze. Ein nicht immer glücklicher Effekt, der dem Objektiv geschuldet ist.


Daher galt es zu vermeiden, dass solche extremen Zoom-Fahrten nicht in der Längsachse zum Objektiv zu filmen, sondieren, wenn möglich mehr quer zur Kamera aufzubauen bzw. abzubauen. Klassisches Beispiel war: eine Detailszene in eine Panoramaaufnahme über zuführen.


Nahm man diese Eigenschaften der mächtigen Zoom-Objektive zur Kenntnis, wurde schnell klar, dass der Zoom-Bereich zwischen 7,5 mm - kleiner Weitwinkel - und Telebereich von 45 mm, somit ein 6-facher Faktor erreicht wurde, durchaus reichte, um einen ruhigen und bildstabilen Film zu drehen. Allein einige Trickfunktionen, die an den etwas besser ausgestatteten Filmkameras, mit 8-fachen Zoomfaktor, verbaut wurden, fehlten dann.


Und doch kann gesagt werden, dass die schweren Objektive, von denen wir hier anfänglich sprachen, aus technischer Sicht Wunderwerke darstellen. Denn, die Berechnungen solcher Linsensätze war damals noch alles andere als einfach. Der Zusammenbau bedurfte ebenfalls großer Sorgfalt und Präzision, was hier einmal gewürdigt werden soll, denn dies fand vor 50 Jahren kaum Beachtung.


So gesehen, und nur so, darf der Angeber, der seine Filmkamera mit solch einem Glasauge durch die Welt trug und so manchem Erdenbürger ungefragt ablichtete, eine Entschuldigung erfahren. Auch wenn derartige Auftritte die Würde vieler Mitmenschen rücksichtslos verletzt wurden.


UN     





Dieser Beitrag als Wochen Ticker unterliegt dem Copyright © vom sappam.



Top







Wochenticker Nr. 36

Beitrag Nr.: 02.09.2019      

Autor:       UN - Veröffentlicht  am:   02. September 2019 - Mitteleuropäische Zeit - 23:54:06




In Zeiten der Akkus:
Strom aus einem Behälter war schon immer faszinierend.



Kaum zu glauben, aber 1938 ist es zur Gewissheit geworden, dass ca. 220 Jahre vor Christus, schon die sogenannte Bagdad Batterie bekannt war. Ein stromspendender Artefakt, der für viele unter uns heute tatsächlich unbekannt geblieben ist.



Wir haben es dem österreichischem Archäologen Wilhelm König (Archäologe und Direktor des Nationalmuseums in Bagdad - Irak) zu verdanken, der durch seine akribischen Arbeiten in Kuhjat Rabu´a in der Nähe von Bagdad, unter den 1936 gemachten Funde, die vermutlich erste Trockenbatterie wieder entdeckte.


Der gefundene Tonbehälter (Terrakotta), nicht sehr groß, mit seiner Höhe von 18 cm, war mit Bitumen versiegelt, aus dem ein Eisenstab hervorragte. Dieser sich aber seinerseits in einer Kupferkartusche befand. Erst einige Jahre später (1938- 1940), nach weiteren forschenden Arbeiten in den USA und Deutschland, wurde anhand eines Nachbaus des vasenähnlichen Gefäßes und seinem Inhalt, unter Verwendung von Traubensaft als Elektrolyt, tatsächlich eine elektrische Spannung zwischen 0,8 u. 1,5 Volt, messbar nachgewiesen.


Die Arbeiten von Lugi Galvani (1737-1798) und Alessandro di Volta (1745-1827), beide in Italien in den Jahren 1786 - Galvani bzw. 1799 di Volta forschend, zeigten, dass bestimmte Flüssigkeiten und Metalle, wenn diese mit bestimmten Stoffen voneinander isoliert werden, dennoch miteinander reagieren und dabei eine elektrische Spannung erzeugen.


Diese Entdeckungen, man müsste eigentlich sagen "Wiederentdeckungen", stellen noch heute die Grundlage einer jeden elektrochemischen Zelle dar, mit der elektrische Spannung erzeugt werden kann.


Es dauerte noch einige Jahre, es war 1836, als der Telegraf zwischen den USA und England aufgebaut wurde, als der Physiker Daniell, eine stabile Batterie als eigenständiges Element mit geringen Selbstentladungseigenschaften vorstellte und daher erfolgreich eingesetzt werden konnte.


Der weitverbreitete und umgangssprachliche genutzte Begriff "Batterie" für eine einzelne Zelle ist aus technischer Sicht falsch, besonders dann, wenn damit nur eine Stromzelle gemeint wird. Klassisches Beispiel ist immer wieder, die Aussage: eine 1,5 V Mignon Batterie.


Der Begriff "Batterie" kommt vom Militär, wo mehrere Geschütze zusammengestellt, als eine Batterie bezeichnet werden. Vermutlich rührt es daher, dass in Anlehnung an diese Art der Aufstellung mehrerer Stromzellen, die dann in Reihe geschaltet, eine höhere Spannung liefern können.


Korrekt wäre es also, eine Batterie erst als eine solche zu bezeichnen, wenn ein Aufbau aus mehreren elektrochemischen Zellen besteht. Typisch hierfür wäre eine Taschenlampe, die, sagen wir, mit 2 Baby-Zellen, hintereinander im Griff der Lampe angeordnet, eine Spannung von 3 V der Glühbirne spenden.


Dem Amateurkameramann, der in den Anfängen des Schmalfilms mit dem Pathe 9,5 bzw. Normal 8 Formate arbeitete, als die Kameras noch mit Federwerk den Filmtransport möglich machten, wurde erst um 1960 herum eine Filmkamera mit einem Elektromotor an die Hand gegeben. In Europa bot als Premiere Eumig diese Lösung an, wobei eine 4,5 V Zink-Kohle-Batterie als der Energiespender eingesetzt wurde.


Die immer besser werdende Technik im Mini-E-Motorenbau kam dem Kamerabau und somit dem Filmamateur sehr entgegen. So konnte mit einer Batterie von 4 x 1,5 V-Zellen (4 Zellen vom Typ AA, auch Mignon genannt), ausreichenden Energie bereitgestellt werden, die auch noch in einem kalten Umfeld - Winter - ausreichte, um mehrere Filme à 15 m bei 18 B/s problemlos durchzog.


Mit der Einführung der E-Motor angetrieben Schmalfilmkameras, zogen auch die elektrisch unterstützen Belichtungsmesser ein. Bekannt als CdS und etwas später als TTL ersetzten diese den Selen-Wiederstand im Kamerabau. Anders als die erforderliche Spannung von 6 V für den Filmtransport, wurde mehrheitlich der Belichtungsmesser mit 1,37 V PX-Knopfzellen (Silberoxid) betrieben.


Die Alkaline-Mangan-Zellen, mit ihrer höheren Energiedichte im Vergleich zur Zink-Kohle Zelle, als Batterie zusammengestellt, boten dem Amateurfilmer noch mehr Energiereserve an, die zudem noch für das Motor-Zoom in den Kameras mit Varioobjektiv ausreichte. Selbst die Stromfressenden Slow-Motion Gänge, mit 32 oder 48 B/s wurden bei kurzem Gebrauch möglich.


Alle japanischen Amateurfilm-Kamerahersteller ließen nicht auf sich warten und nahmen konsequenterweise ihre Federwerk-Apparate sehr schnell aus dem Lieferprogramm. Diejenigen, die es nicht schafften, oft aus Kostengründen, den Trend zum E-Antrieb zu bewältigen, wurden vom Markt verdrängt. Eine der bekannteren Marken mit hochwertigen Apparaten war Arco.


Die sogenannten Akkus, jene Stromspeicher, die wiederaufladbar sind, kamen mit ihrer nun verkleinerten Abmessung, als AA Typ, in den 1970er Jahren beim Filmamateur an. Nizo/Braun AG ließ wissen, dass mit Akkus, durchaus Kosten gespart werden können. Akkus liefern allerdings nur 1,2 V pro Zelle, sodass nun 6 Zellen im Batteriefach der Filmkamera untergebracht werden mussten.


Die Griffe wurden daher etwas größer und voluminöser im Aufbau, wenngleich jeder Wiederaufladevorgang mittels Ladegerät, doch 1 bis 2 Stunden dauerte.


Der Amateurfilm-Boom machte es möglich, dass Mitte der 1970er Jahre die ersten Tonfilmkameras dem Amateur angeboten wurden. Die zur direkten Tonaufnahmen hierzu erforderlich Elektronik, die in der Kamera verbaut wurde, konnte ebenfalls mit einem Batteriepaket, bestehend aus 6 Akku-Zellen arbeiten.


Diese wiederaufladbaren Stromspeicher, Zellen auf Nickel-Kadmium (Ni-Ca) wurden nun gerne eingesetzt, da ein Nachladen mehrere Zyklen erlaubte. Die Erkenntnis der schwierigen Entsorgung unbrauchbar gewordenerer Akkus bedingt durch den giftigen Kadmium-Anteil, brachte diesem Stromspeicher 2017 in der EU das Aus. Die weniger umweltschädlichen Zellen, in der Ni-MH (Nickel-Metallhydrid) Ausführung, bzw. die neuartigen Lithium-Akkus ersetzten mehr und mehr die Ni-Ca Stromzellen seit 2004.


Zum Schluss noch ein paar Worte zur Knopfzelle vom Typ PX die bei Filmkameras zur Stromversorgung des Belichtungsmessers eingesetzt wurden. Einige Amateurfilmkameras benötigten mehr als eine 1,37 V Zelle. In solchen Fällen lieferte die einschlägige Industrie Zusammenstellungen, die dann bis zu 2,7 V abgaben. Heute sind diese PX-Zellen nicht mehr erhältlich, was den unverdrossen Schmalfilmer in Bedrängnis bringt.


Zu diesem Thema gibt es kaum anpassbare Alternativen, auch wenn hier und da Adapter angepriesen werden, die dann mit Widerständen arbeiten um die 1,37 V Nennspannung für die werksseitig korrekt justierte Belichtungsmessung zu erreichen.


UN     





Dieser Beitrag als Wochen Ticker unterliegt dem Copyright © vom sappam.



Top


 



 



Es wird darauf hingewiesen, dass die hier verwendeten Markennamen den jeweiligen Firmen als Eigentümer gehören, dies sind im Allgemeinen: Warenzeichen, Marken oder patentrechtlich geschützte Bezeichnungen.



unau-design

Aktionen



Zur Suche geben Sie ein
Stichwort ein !




oder, suchen Sie
einen Apparat des Muesums