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Archiv: Beiträge u. Berichte über Mai
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Wochen Ticker Nr. 22

Beitrag Nr.: 25.05.2018      

Autor:       sappam Team, erstellt  am:   25. Mail 2018 - Mitteleuropäische Zeit - 07:36:08




Eine kleine Geschichte über den Werdegang des sappam, welches heute nach 9 Jahren, über 1500 Objekt präsentiert.


Es wäre verwegen, würde man glauben, die Hanimex M 300 TL sei vor 49 Jahren vom Museumsgründer erworben worden, um heute diese Super 8 Filmkamera als eine der ältesten Exponate des Museums zu erklären. Dem ist bei Weitem nicht so, denn es sind nachgewiesenermaßen Apparate aus dem Jahr 1936/37 vorhanden, was ein Alter von über 80 Jahre wäre.


Bis heute hat sich diese Super 8 Hanimex Filmkamera, erworben im Jahr 1969, gut gehalten und wurde schon vor Jahren im Katalog des Museums gelistet. Wie bei vielen aus Privatbesitz stammenden Objekten, weißt der Apparat genauso Gebrausspuren auf wie viele seines Alters, ist aber in seiner Funktion nicht beeinträchtigt. Deshalb ein Lob dem Hersteller, denn der Apparat lagerte über die Jahre nicht nur in seiner Originalverpackung, nein, über 25 Filmspulen, je 120 m, wurden hiermit belichtet. Den Verschnitt nicht mitgerechnet.


Manchen möge dies nicht viel vorkommen, doch die Rechnung zeigt, dass mindestens 32 1/2 Spulen à 120 m gefüllt sein müssten, würde man den entfernten Verschnitt an Filmstreifen mitrechnen. Mithin dürften es 4000 Filmmeter sein, die dieser Apparat belichtet hat. Diesem Spiel folgend, muss man erkennen, dass es 235 belichtete Einzelbilder je Meter sind. Anderes herum kann errechnet werden, dass bei 24 Minuten Filmvorführung je Filmspule, 25920 Bilder durch den Projektor laufen. Oder es bei 25 Spulen insgesamt 648.000 Bilder sind bzw. eine Vorführzeit von 100 Stunden anfällt.


Weil über die Jahre hinweg doch diese Summen als beachtliche Menge an belichteten Bildern mit dieser Filmkamera zusammen kamen, erstaunt es nicht, wenn eine Sammlung, wie das sappam, ebenfalls über die Jahre hinweg Zuwächse verbuchte. Mit dem Umzug von Lüdenscheid (NRW), wo alles begann, nach Köthen in Sachsen Anhalt, im Jahr 2007, formierte sich die Ausstellung erstmals, in den öffentlichen Räumen, an der Friedrichstraße, doch wurde ziemlich schnell klar, dass eine so geringe Anzahl an Exponaten es niemals zu einem Publikumsmagnet schaffen würde.


Man entschloss sich, weitere Objekte zu erwerben und das Sammelkonzept mit umfangreichen Maßnahmen zu erweitern. Darunter auch die Veröffentlichung im Internet in Form eines Katalogs. Die diesbezügliche Infrastruktur, wie Computer mit Server sowie geeignete Software mit Datenbankanbindung wurde beschafft, bereitgestellt und zielgerichtet die Internetseiten programmiert.


Nach der Festlegung eines Logos, welches sich am Museums-Namen orientierte, konnte der bis dahin vorhandene Fundus ab Mai 2009 erstmals veröffentlicht werden. Natürlich mussten die annähernd 100 Apparate nun fotografiert und beschrieben sein, damit unter dem Internetauftritt 'Virtuelles Schmalfilm-Apparate-Museum' auch die Suchmaschinen ansprechen. Anfänglich nicht gleich auf erster Ergebinsseite, so aber auf dritter/vierter Seite, als Eintrag, mit Link zum Museum.


Die ersten Internetseiten des sappam - so das Akronym vom Schmalfilm-Apparate-Museum - waren noch recht einfach programmiert, erfüllten aber schon die damals erforderlichen Richtlinien der Programmierung, die auch die großen Suchmaschinen einforderten, um gelistet bzw. erfasst zu werden.


Im Jahr 2010 zeigte sich bereits eine gute Positionierung des Suchbegriffes sappam bei Google und der damals noch sehr beliebten Suchmaschine Yahoo. Dies veranlasste uns, über Erweiterungen im Angebot des Auftritts nachzudenken, wie es beispielsweise eine Detailbeschreibung je Objekt sein könnte oder die Suchfunktionen der bereits gelisteten Objekten, in wesentlich verbesserter Ausführung frei zu schalten. Mit mehr als 280 eingetragenen Objekten, sprachen die sappam-Sites schon einen interessierten Kreis von Schmalfilmern und die die es noch werden wollten an. Nicht zu vergessen all jene Senioren, die den Untergang ihres Hobbys kommen sahen und sachliche Informationen zum Thema Amateurfilm auf breiter Front vermissten.


Mit dem Entschluss die Ausstellungsräume zu verkleinern und nur noch einen Show-Room von ca. 27 qm aufrecht zu halten, wurden weitere Überlegungen zur Entwicklung des Internetangebots angestellt. So kam auf der Internet-Seite erstmals eine Modell-Listen dazu, über die der Besucher eine Übersicht aller Sammelgruppen abrufen kann. Die Seiten Impressum und die Richtlinien zum Datenschutz wurden überarbeitet und entsprechend der Gesetzeslage angepasst. Auch ein kompletter Datensatz von gesuchten Apparaten wurde unter dem Link Das Museum sucht eingeführt.


Das Museums-Café als Gästebuch gestaltet und schon seit den Anfängen bereitgestellt, wurde trotz mehrmaliger Überarbeitung so gut wie nie angenommen. Es lag aber auch an der Zeit, in der die Sozialen-Medien aufkamen, sodass Gästebücher und ähnlich aufgebaute Seiten, wie es Foren sind, an Attraktivität zunehmend verloren.


Die Seite Programm u. Vorträge wurde durch aktuelle Inhalte ergänzt. Auch die nun bereitgestellten Seiten Wir über uns und Fragen u. Antworten (FAQ) fanden bei den Besuchern mit kritischem Blick Anklang. Das besondere Angebot, einen Überblick zum Inhalt, mit dem Titel Ihr erster Besuch, wurde dann gerne angenommen, wenn man sich erst einmal eine Übersicht, zum gesamten Auftritt der sappam-Seiten verschaffen wollte.


Programmiertechnisch konnten die Seiten des sappam nun auch so eingestellt werden, dass Suchende die sich, um ein Objekt ihres Interesses zu finden, einer Internet-Suchmaschine bedienten, als Quereinsteiger zum Museum gelangten. Das Ergebnis verwunderte so manchen Surfer, als er bemerkte, dass es diesen umfangreichen Auftritt überhaupt gibt.


Im Jahr 2013 haben wir aufgrund der mangelhaften Detailwiedergabe mit nur einer fotografischen Ansicht des jeweiligen Apparates, die B i l d e r-G a l e r i e eingeführt. Mit ihr wollen wir erreichen, ein Objekt aus mehreren Blickwinkeln zu präsentieren. Die Art der Rundumdarstellung eines Objekts, findet sich nicht häufig im Internet. Sie erlaubt aber unseren Besuchern ohne größeren Aufwand, Details und Eigenarten, besonders die der Formgebung und dem Design besser einzusehen und wahrzunehmen.


Mit einem unterstützenden Link, zur abspielbare G a l e r i e durch den das Objekt bildschirmfüllend am Monitor durchlaufend wiedergegeben wird, kann sich der Besucher in die Situation, die eines Betrachter vor einer Vitrine versetzen. Ein Angebot welches, dies kann hier betont werden, auch auf älteren PC-Browsern läuft.


Der Tages Ticker, der im gleichen Jahr eingeführt wurde, um unseren Besuchern zu signalisieren, dass tatsächlich der Internet-Auftritt vom sappam regelmäßig betreut wird und nicht nur eine statische Präsentation alter Apparate ist, entwickelte sich als sehr erfolgreicher Dienst. Unsere Besucher konnten sich täglich durch diese kurzgehaltenen Beiträgen aus der Welt des Schmalfilmers informieren.


Zum Anfang des Jahres 2018 haben wir, aus praktischen und redaktionellen Gründen diese täglichen Kurzbeiträge eingestellt und durch ausführlichere Beiträge zum Wochen Ticker umbenannt. Seither werden einmal wöchentlich, Themen zur Historie, zur Technik und zur Entwicklung des Museums veröffentlich. Allem Anschein nach findet auch dieses Format großen Anklang.


2014 führten wir den wöchentlichen Hingucker ein. Der Hingucker ist ein ausgesuchtes Bild eines Objektes unserer Sammlung. Platziert wird das Bild auf der Startseite des sappam-Auftritts für eine Kalenderwoche und soll unsere Besucher zum Stöbern im Bestand verführen. Aus diesen 52 Fotos, die jährlich veröffentlicht werden, werden 12 Aufnahmen zum Jahresende ausgewählt, um den sappam-Tischkalender zu illustrieren. Als Fan-Artikel wird er schon von vielen Freunden des Amateurschmalfilms gewürdigt und für das Folgejahr bestellt.


In zeitlichen unterschiedlichen Abständen, in den Jahren, die folgten, kam hinzu, ein Glossar, zu finden im Museums-Archiv, mit vielen Stichworten und Begriffen aus der Welt des Hobbyfilmers. Ein ständiges Angebot unter der Rubrik Zur Abt. Redaktion, schon immer für jedermann zugänglich, wo redaktionelle Beiträge, seien es Berichte oder technische Detailangaben abgefasst werden können, immer unter der Prämisse, die sappam-Seiten mit Grund- und Fachkenntnissen zu bereichern.


Verbesserte Suchfunktionen, auch im Museums-Archiv wurden entwickelt und programmiertechnisch implementiert. Dadurch ist es dem Besucher möglich, einzelne Objekte nach Modellbezeichnung, oder nur ein Teil davon einzugeben und schnell aufzusuchen. Auch bei Bekanntsein der Marken eines Objekts ist die Suchfunktion sehr sinnvoll. Im Archiv können alle
B i l d e r - G a l e r i e n abgelistet bzw. nach Gruppen differenziert, abgerufen werden.


Nach einer Überarbeitung der sappam internen Datenbank wurde es möglich Neuzugänge, ab 2011 gestaffelt nach Jahren und nochmals unterteilt nach Monaten aufzurufen. Eine Option, die das Wachstum des sappam gut dokumentiert. Gleiches gilt für alle Spendeneingänge, die nach Jahrgängen gestaffelt und als Übersichtsliste aufgerufen werden können.


Ungeachtet all dieser Möglichkeiten die die sappam-Präsentation ermöglicht, nutzen allem Anschein auch mehrere Sammler von Filmkameras, die als neutral gestaltete, druckbaren Seiten eines jeden Exponats, um für ihr eigenes Bestandsprofil einen Katalog aufzubauen.


Manchmal kommt es uns so vor, dass der sappam-Auftritt durchaus schon zu den umfangreichsten unter den einschlägigen Präsentationen im Internet gehört, die sich ausschließlich dem Thema Amateur-Schmalfilm-Technik stellen. Soll heißen, dass die mittlerweile unzähligen Möglichkeiten, die unsere Seiten dem Besucher bieten, bei einem nur flüchtigen Besuch kaum erkannt werden. Und dennoch, wir bleiben am Ball !




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Wochen Ticker Nr. 21

Beitrag Nr.: 18.05.2018      

Autor:       sappam Team, erstellt  am:   18. Mail 2018 - Mitteleuropäische Zeit - 08:13:08




Nicht immer war die teurere Filmkamera die beste Wahl. Es gab auch preiswerte Apparate unter den Guten.


Ein bekannter Markenname war schon immer von Bedeutung. Das ist auch das Ziel aller Werbemaßnahmen, Bedeutung zu erlangen. Andererseits weiß sehr wohl der Konsument, dass nicht immer alle Produkte eines bekannten Herstellers zu den Besten auf dem Markt gehören. Dies gilt auch für Amateurfilmkameras und dem dazu passenden Zubehör.


Eine nicht unbedeutende Anzahl von Herstellern und Großhändlern wurde im Laufe der Jahre bekannt, die Filmkameras für den Amateur herstellten bzw. deren Vertrieb übernahmen. Auch wenn wir hier nicht die Namen aller Firmen in alphabetischer Reihenfolge aufführen, die meisten Kameras wurden von Markenherstellern ausgeliefert, deren Qualität überzeugte.


Für den Endverbraucher, also dem Hobbyfilmer, fing es schon beim Fachhändler an, der nicht selten Markenprodukte eines bestimmten Herstellers bevorzugte, zu wählen. Gelegentlich dann wurde vermutet, dass die Empfehlung dann darauf beruhten, weil die eingeräumten Konditionen vorteilhaft gewesen sind oder tatsächlich der Apparat überzeugte. Denn die meisten Fachhändler selbst machten keine Übungen im Umgang am Objekt Filmkamera.


Sachlicher wurde es bei Fach-Filialisten, wie es Beispielsweisen der Händler Photo Porst in Deutschland war. Aber auch die Versandhäuser testeten aufmerksam vor dem Einkauf großer Stückzahlen die Qualität und andere Eigenschaften der Apparate und achteten auf Einhaltung der zugesagten Eigenschaften des Herstellers.


Es machten die japanischen Produzenten vor, exklusive Hausmarken eines Importeurs zu bedienen und dabei selbst auf die eigene Marke zu verzichten. Ein Vertriebsmodell welches den kleineren aber gut etablierten Herstellern, die nur den Fachhandel bedienten, es schwer machte mitzuhalten. Dazu muss allerdings betont werden, dass eine verlässliche Beibehaltung der Qualität die Grundvoraussetzung für jeden Fachhändler war, weil die wesentlich längeren Serienzyklen eines bestimmten Modells erst die Vorteile unter den Kunden bekannt machten.


Längere Serienzyklen für die kleinen Hersteller deshalb, weil die großen Hersteller, ab dem Jahr 1965 - mit der Einführung von Super 8/Single 8 - ständig neue Modelle auf den Markt brachten und somit nicht nur die Stückzahlen einer Serie, nein auch die Auslieferungsbedingungen, zugunsten von Innovationen beeinflussen konnten.


Kleinere Hersteller, insbesondere jene die sich auf die Fertigung hochpräziser Filmkameras eingerichtet hatten, konnten da nur schwer mithalten. Es fehlte nicht selten, bedingt durch die kostenaufwendige Entwicklung innovativer Ideen, das erforderliche finanzielle Polster. Folglich konnte der Absatz bereits gefertigter Modelle nicht immer mithalten, auch als der Markt einen Boom verzeichnete.


Besonders betroffen von diesem Trend waren die Amateurkamerahersteller in Europa, deren Apparate technisch überzeugten, aber im Laufe der Jahre, nach 1948, mit einer wachsenden Konkurrenz aus Japan zu kämpfen hatten. Aus Asien kamen gut ausgereifte Kameras mit Besonderheiten, die dem Amateur sinnvoll erschienen. Die Europäer vertraten die Meinung, der Professionalität sei das Ziel des Amateurs. Doch diese Vermutung stellte sich nicht ein. Der Gelegenheitsfilmer sah nur in den seltensten Fällen das Ziel einer Professionalität vor Augen.


Es reichte vollkommen aus, wenn die privat gedrehten Filmchen einer Familienfeier, einer Urlaubsreise oder ein wenig experimentierend mit Laufbildern, für ein paar Minuten einen lustigen Abend bereitete. Diese Klientel war es, die diese Filmkameras kauften und den Namen eines Herstellers letztlich festigten. Auch dann, wenn dieser Name in Fachkreisen noch unbekannt war und sich als Fantasie-Name erwies. Zum Beispiel: Hanimex, ein unbekannter Name in der Fotowelt und doch mit Produkten auf dem Markt, deren Qualität gut war und die Ergebnisse überzeugten.


Hanimex war die Hausmarke eines Großhändlers in Asien/Australien, dem es gelang, einen Hersteller zu finden, dessen Filmkameras dem Stand der Technik jener Zeit entsprachen. So handelten auch die großen Versandhäuser Europas und den USA mit den Herstellern besonderer Konditionen aus. Der schon erwähnte Fotoartikel-Filialist Photo Porst machte mit Apparaten des Herstellers Chinon aus Japan, seine besten Umsätze. Chinon lieferte ausgezeichnet gute Ware und verkaufte neben Porst in Deutschland auch unter dem Namen Revue (Versandhaus Quelle), Noris und Rollei, speziell gestylte Apparate, mit großem Erfolg.


Das deutsche Unternehmen Robert Bosch AG hatte schon frühzeitig Anteile am Projektoren- und Filmkamerahersteller Eugen Bauer Einfluss gehalten und Einfluss nehmen können. So erkannte man auch hier, spätestens nach der Einführung der Zoom-Objektive, dass eine dynamischere Modellpolitik, der Schlüssel zum Erfolg sein wird. Unter der schlichten Marke Bauer wurde schließlich bis in die 1980er Jahre hinein der Amateurfilmer mit Apparaten bedient, an deren Qualität nichts auszusetzen war.


Aber auch hier mussten die Strategen vom Vertrieb und der Fertigung Wege beschreiten, die Neues bedeuteten. So verlegte man die Produktion von Filmkameras ab der Serie C nach Malaysia. Der Vertrieb von Bauer bot letztlich bereits aus dem Fertigungsprogramm genommene Serien, dann leicht verändert und mit anderem Markennamen Fachhändlern und Filialisten an. So konnten die Marken Silma (Italien), Photo Porst und Rollei (Deutschland) bedient werden. Die so erreichten Absatzzahlen waren der Garant für neue Entwicklungen, die der Konkurrenzdruck auslöste.


Schon der Wechsel zum Super 8 Format ließ viele Hersteller von Amateurfilmkameras aufgeben. Die Fertigungslinien blieben stehen, weil das neue Format die alte Technik überrollte. Nur wenigen der renommierten Hersteller Europas - Bolex zum Beispiel - konnten noch in vertretbarer Anzahl Filmkameras für das Normal 8 Format nach 1965 absetzen, um dann den Sprung zum Super 8 zu schaffen. In Japan mussten viele schon früh aufgeben - z. B. Arco - obwohl deren Qualität legendär war.


Besaß 1965 ein Filmkamerahersteller schon Konzernstrukturen, so bildete sich schnell der Erfolg heraus, denn Super 8/Single 8 wurde zu einer Erfolgsgeschichte für den Filmhersteller Kodak wie auch für die meisten Kamerahersteller, die sich frühzeitig umstellten bzw. umstellen konnten.


Die Massenfertigung sicherte in vielen Fällen eine durchgehende Qualität, machte aber auch, betrachtet man die beiden Ränder einer erfolgreichen Serie, durchaus ihre Schwierigkeiten mit sich. Als die Ränder einer Serie, sind die jeweils preiswerten einerseits und die teuersten Ausführungen andererseits gemeint. Die Anzahl der gefertigten Filmkameras aus oberster Preisklasse war natürlich wesentlich geringe aber auch aufwendiger in der Herstellung, mit den vielen Sondereinrichtungen. Daher wurden die Apparate komplexer und der Kunde anspruchsvoller.


Das Niedrigpreissegment einer Serie konnte sehr schnell durch die magere Ausstattung der Kamera einen guten Markennamen ruinieren. Denn diese Kameras, meist als Anfängerkameras bezeichnet, genossen kaum Respekt vor dem Besitzer. Ihr Eigengewicht war schon Zeichen eines Billigangebots. Und wer so etwas lieferte, bekam schnell den Stempel der Billigware aufgedrückt, von der nicht besonders zu erwarten sei.


Unter diesem Eindruck empfunden, zeigte sich, dass das mittlere Segment, von welchem Hersteller auch immer, eine gute Wahl bedeutete. Denn mit diesen Filmkameras konnte das Grundbedürfnis des Filmemachers gut bedient werden. Es ging eigentlich nur darum, jede unverhoffte Gelegenheit nutzen zu können, ein Geschehen im Film mit guter Bildqualität festzuhalten. Wer allerdings mit Drehbuch und Dialogen, Stativ und Tonaufnahmegelrät anrückt, für den galt es genauer hinzusehen bei er Auswahl der Filmkamera, insbesondere darauf, was die Technik bietet und wie sich die Handhabung am Set auswirken würde.


Spätestens hier war die Entscheidung zu treffen, muss es ein teurer, hoch entwickelter Apparat sein, oder erfüllt auch einer aus dem mittleren Segment einer Serie, die Ansprüchen zu genüge. Nicht selten reifte hier, an dieser Stelle der Überlegungen, ein besonderer Gedanke heran. Wären da nicht zwei Filmkameras aus dem mittleren Segment sinnvoller und etwas besonders, anstelle einer teueren Kamera der höchsten Preisklasse. Dann, nämlich, könnte man ja auch über die Achsen drehen. Eine interessante Konstellation, nicht war ! Nur benötigt man hierfür noch einen Fernauslöser und ein Stativ. Der Film eines Amateurs würde mit solchen, ins Bild gesetzten Szenen, etwas Besonderes bieten. Weiterer Trickmöglichkeiten zum Trotz, hin oder her !




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Wochen Ticker Nr. 20

Beitrag Nr.: 11.05.2018      

Autor:       sappam Team, erstellt  am:   11. Mail 2018 - Mitteleuropäische Zeit - 08:49:27




Machten Amateurfilmprojektoren auch so eine technische Entwicklung durch, wie es bei den Filmkameras der Fall war ?


Hier haben wir eine knifflige Frage zu beantworten, denn Mechanik, Optik und Beleuchtung stellen bei Projektoren einen ganz anderen Anspruch, als es bei Filmkameras der Fall ist. Genau genommen wäre ein direkter Vergleich unsinnig. Was in 80 Jahren technischer Fortschritt an und in den Amateurfilmprojektoren brachte, können wir hier kurz ansprechen.


Am Anfang, wir erinnern uns, es war das Jahr 1922, als Pathé in Frankreich mit seinen 9,5 mm breiten Filmstreifen, die Vorführungen mit einem Projektor ermöglichte. Diese Apparate für den Hobbyfilmer bereiteten dem Amateur immer wieder Probleme, mit denen er letztlich zu kämpfen hatte.


Da war der Filmantrieb, der durch Kurbeln mit der Hand erfolgten musste und nicht zuletzt die Beleuchtung, die Lichtquelle, die eigentlich noch unbefriedigend war. Bedingt durch die hohe Hitze, die die Leuchtmittel erzeugten, bestand zudem noch die Brandgefahr des Films. Erst mit der Einführung des Sicherheitsfilms wurde diese Gefahr gebannt. Es war der entscheidende Schritt, der dazu führte, dass auch der Amateur-Projektoren im heimischen Bereich problemlos eingesetzt werden konnte.


Als schwer entflammbar und somit zumutbar für jedermann, galt das Film-Material, das ab 1932, angeboten wurde. Es war auch das Jahr in dem das Normal 8 Filmformat die Amateure begeisterte. Der eingesetzte 16 mm breite Filmstreifen blieb die Grundlage als Rohfilm für dieses neue Format, allerdings wurden die Streifen mit einer zusätzlichen Perforation versehen. Dies machte es möglich, mit einer wesentlich kleineren Filmkamera die Dreharbeiten vorzunehmen, füllte man die 3 Zoll Spule mit nur 7,5 m Film. Nach der Entwicklung wurde Laborseitig der Films der Länge nach halbiert, sodass der entwickelte Streifen in 8-mm-Breite ausgeliefert wurde.


In Deutschland boten die Firmen Eugen Bauer, Siemens, Dralowid und Nizo, Projektoren für Amateure an, die einen elektromotorischen Filmantrieb besaßen und ein für die Zeit lichtstarkes Leuchtmittel. Die Mechanik war relativ einfach und entsprach noch in vielen Dingen, dem Verarbeitungsmöglichkeiten von Metallen der 1930er Jahre. Die Bauteile waren weitgehend aus Guss und geformten Blech.


Mit langen Drahtspiralen - als elektrischer Widerstand ausgelegt - wurde der Stromfuß für das Leuchtmittel gedrosselt, die Lampen hatten längere Glühfäden und man stellte diese vor einen Hohlspiegel. Noch vor der Umlaufblende des Projektors war eine Konversionslinse angebracht, die ein Lichtbündel erzeugte. So wurde die relativ kleine Filmbühne gleichmäßig mit dem Licht der Lampe durchflutet.


Die Mechanik des Filmtransports dieser Amateurfilm-Projektoren war noch sehr rustikal und bestand im allg. nur aus einer gezahnten Antriebswelle, die dafür sorgte, den Film von der Spule aus zur Filmbühne zu transportieren. Vor der Filmbühne sorgte ein Greifer, der mit der Umlaufblende synchronisiert war, für den Transport des Films.


Während des Stillstandes des Films vor der Filmbühne, was immer in Bruchteilen von einer Sekunde geschah, wurde durch den Stand die Umlaufblende das durchleuchtete Bild freigegeben. Nur in diesem Moment wurde der Lichtstrahl durch ein Projektionsobjektiv auf eine Leinwand geworfen.


Ein typisches Rattern der Projektoren war schon damals kennzeichnend für diese Maschinen. Es rührte von der Nockenwelle her, die den besagten Greifer in die Perforation des Films schob, um dann den Streifen bei abgedunkelter Filmbühne um ein weiteres Bild vorzuschieben.


Dieser Vorgang erfolgte normalerweise im Takt von 16 Bildern pro Sekunde (fps). Doch die meisten Projektoren verfügten über einen Drehwiderstand, der den Filmvorschub regeln ließ. So konnten die Filmszenen gedehnt oder beschleunigt werden. Der Effekte der beschleunigten Vorführung erinnerte die Zuschauer stark an die Slapstick-Filme des großen Kinos, was nicht selten zur all. Belustigung führte.


Schon in den Anfängen der privaten Filmvorführungen waren die Projektoren für Filmspulen von 60 m bzw. 120 m Filmlänge ausgelegt. Was aber noch nicht möglich war, war eine Rückwärtsprojektion. Auch war das schnelle Umspulen am Ende einer Filmspule mit diesen ersten Projektoren - bis 1948 - nicht möglich. Daher musste eine zusätzliche Umspulvorrichtung beschaffen werden, wie man sie vom Filmbetrachter her kennt.


Die Entwicklung der Amateurfilm-Projektoren - ab 1950 - machten sich in Schritten an mehreren sinnvollen Änderungen bemerkbar:
  1. Die Antriebstechnik wurde durch Elektromotoren und deren Kraftübertragung erheblich verbessert.
  2. Die Projektionsobjektive, anfänglich Fix-Fokus, wurden durch Zoom-Objektive ersetzt, die auf die Räumlichkeiten im privaten Bereich bestens abgestimmt (15 - 30 mm) waren.
  3. Leuchtmittel mit großen Glaskolben wurden durch Halogen-Lampen hoher Spannung ersetzt. Dann folgten Leuchtmittel mit niedriger Spannung ( 8 V / 50 W Ellipsoid - es folgten zuerst 12 V/100 V12 V / 75 W dann etwas später 12 V/100 V). Der hierfür erforderliche Transformator befand sich im Projektor.
  4. Durch den Einsatz von Kunststoffteilen wurden die Projektoren auch äußerlich gefälliger und leichter im Gewicht. Außerdem wurden sie leiser, trotz des erforderlichen Lüftungsventilators für die Leuchtmittel. Diese waren noch immer sehr kurzlebig und schockempfindlich.
  5. Ab 1974 kamen die Projektoren mit eingebautem Tonteil auf. Hiermit zog eine komplexe Elektronik ein, die nicht ohne erweiterte Mechanik auskam. Der Gleichlauf für den Filmantrieb wurde unabdingbar, sodass insgesamt ein höherer Anspruch an Präzision diese Apparate kennzeichnete.

Alles in allem, auch ein Hobby-Filme konnte seine Dreharbeiten vor einem staunenden Publikum vorführen, war er nur fleißig genug um den unabdingbaren Filmschnitt vor jeder Vorführung rechtzeitig zu erledigen.


Projektoren hatten aber auch ihre Schattenseiten und die waren, wenn sie auftraten, nicht sehr angenehm.


Mit dem Aufkommen der automatischen Filmeinfädelung war es, ganz besonders bei den ersten Ausführungen, die auf den Markt kamen, nicht immer sicher, dass sich die Filme tatsächlich bis zur hinteren leeren Filmspule - die unbedingt eine Filmfangspule sein musste - durchschlängelte und eingefangen wurde.


Im Laufe der Jahre verbesserte sich die Einzelbildprojektion an den moderneren Modellen. Eine Einrichtung, die auch so manchem Filmvorführer mit ungewollten Unterbrechungen konfrontierte. Meisten, gewohnt vom Diapositiv, war eine Standbild-Projektion für mehrere Sekunden für den Film ein Problem, dass den Vortragende unverhofft traf. Die große Hitzeentwicklung der Lampe schlug schon nach kurzer Zeit so durch, dass das Film-Material schmor und folglich riss. Dadurch wurde die Vorführung unterbrochen, da der Film als Folge davon, geschnitten und geklebt werden musste.


Stummfilme die mit Ton begleitet, oder Filme die mit einer Tonfilmkamera aufgenommen wurden, zeigten nicht selten technisch bedingte Tücken während der Vorführung. Häufig war es die eingesetzte Elektronik, die in einem Tonbandgerät, in einem MC-Recorder oder der im Projektor selbst verbaute Tonteil für unangenehme Überraschungen. Eine schlechte Synchronisation oder ein starkes Brummen im Lautsprecher führte nicht selten zu Störungen bzw. Stillstand im dunklen Vorführraum.


Rückblickend kann gesagt werden: Amateurfilm-Projektoren, waren einfache Maschinen, auch wenn es zur Zeit ihres Aufkommens nicht so auffiel. Man kann aber konstatieren, dass an diesen Konstruktionen auch die Endlichkeit des Verfahrens bewegte Bilder auf Zelluloid vorgegeben war. Die hierfür eingesetzte Technik war stets von der Entwicklung des chemischen Films abhängig und blieb es bis zum Ende des klassischen Kinos, welches letztlich durch die elektronische Bilderfassung abgelöst wurde.




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Wochen Ticker Nr. 19

Beitrag Nr.: 04.05.2018      

Autor:       sappam Team, erstellt  am:   04. Mail 2018 - Mitteleuropäische Zeit - 08:06:47




Was bot sich an, um einen guten Amateurfilm zu drehen?


Nur mit dem Kauf einer Schmalfilmkamera war es eigentlich noch nicht getan, um einen guten Film zu drehen. Obwohl die Technik, zumindest seit der Einführung der beiden Formate, Super 8 bzw. Single 8, um einiges einfacher geworden war. Es entfielen, die stets auftretenden Schwierigkeiten durch den Filmwechsel nach nur 2 Minuten Aufnahmezeit.


Das 8-mm-Format in der Ausführung von 1964/65 war insofern ein technischer Durchbruch für alle Filmschaffenden und Gelegenheitsfilmer, weil die verschlossenen Filmkassetten einfacher zu handhaben waren. Die längeren Filme - 15 m - ermöglichten zudem eine ca. vierminütige Aufnahmezeit, was sich als sehr beruhigend und somit vorteilhaft erwies.


Meistens wurden ab 1965 Reflex-Filmkameras angeboten und die beherrschten den Markt bis 1980. Das Angebot an Modellen und deren vielfältigen technischen Raffinessen machte so manchen Hobbyfilmer zum eigenen Produzenten, dirigierenden Regisseur und aufmerksamen Kameramann in einer Person. Nicht zu vergessen, dass auch all die Tonfilmjäger, noch mit Mikrofon und zusätzlichen Tonaufnahmegeräten Geräuschkulissen aufsuchten und mit Dialogen zu kämpfen hatten. Ob am Set oder im Schneideraum, es kam immer vor, dass sich auch hier ein falscher Ton einschlich.


Auch wenn die Industrie mit Innovationen nicht geizte, so war es nicht ausgemacht, dass jeder Film zu einem Klassiker werden würde. An der Bildqualität, die eine Super 8 Kamera lieferte, konnte es eigentlich nie scheitern. Auch das Film-Material konnte nicht als Urheber eines schlecht gemachten Films herhalten, denn für Super 8 bzw. Single 8 wurden Film-Materialien geliefert, an deren Qualität es nichts auszusetzen gab. Daher erübrigte sich diesbezüglich jede Kritik sehr schnell, kam ein Film nicht an.


Weil die Technik es ermöglichte, Amateurfilmkameras zu einem relativ moderaten Preis anzubieten, wurden die Zoom-Objektive, die im Laufe der ersten Jahre nach der Einführung von Super 8, immer Leistungsfähiger. Mit größeren Zoom-Faktoren wurden die Amateure verführt, bei jeder Gelegenheit diese Gummilinse einzusetzen, auch da, wo es nicht unbedingt hätte sein müssen. Die Folgen: sehr viele Filmszenen misslangen, durch ungekonnte Zoomfahrten.


Ab 1967 motorisierte man die Zoom-Objektive an den meisten Filmkameras. Ein Grund dafür, dass so mancher Kameramann beim Drücken der Zoom-Wippe die falsche Hälfte betätigte und somit die eigentlich gewünschte Fahrtrichtung verfehlte. Daher es nicht selten vorgekommen, dass die Zoomfahrt ein Hin und Her wurde. Nur die Kenner der Materie wussten, dass beim Schnitt solche ungewollten Zoomfahrten zu entfernen sind. Was aber leider nicht immer vorgenommen wurde. Solche Zoomszenen hinterließen einen hektischen Eindruck beim Zuschauer, was jedem Film die Würze nahm.


Das Zoom-Objektiv stellt einen höheren Anspruch des Könnens an den Kameramann, wenn es zu Szenen im Telebereich kommt. Dann, nämlich wird von Bedeutung:
  1. Das Hin- und Herfahren, also der Wechsel einer Zoomfahrt innerhalb einer Filmszene ist alles andere als fördernd im Filmgeschehen.
  2. Die Tiefenschärfe verringert sich, je länger die Brennweite ist. Folglich ist auf die Entfernung zum zentralen Objekt der Szene zu achten. Am Objektiv ist die Entfernung einzustellen, wenn scharfen Konturen gefilmt werden sollen.
  3. Eine ruhige Hand bei Teleaufnahmen ist die Grundvoraussetzung für eine ansehnliche Filmszene. Der Könner bedient sich daher eines Stativs, sei es ein Brust- oder Schulterstativ. Ein Einbein oder ein Spannfaden kann Wunder erzeugen, sollte kein Stativ zur Hand sein. Als beste Lösung, ist natürlich ein stabiles Dreibeinstativ.
  4. Im Telebereich wird die entfernte Filmszene optisch herangeholt, was nichts anderes bedeutet, dass hier eine Vergrößerung des Bildes erzeugt wird. Folglich ergibt sich - das, was beim Fotografieren nicht so ins Gewicht fällt - der Effekt, dass jedes Verwackeln bzw. Verreißen der Kamera, ebenfalls verstärkt und letztlich unangenehm bei der Projektion auffallen wird.

Das Zoom-Objektiv stellt den geringsten Anspruch an den Amateur, wenn es mehrheitlich im Normalbereich - also bei einer Brennweite zwischen 10 und 15 mm genutzt wird. Der Kameramann hat lediglich darauf zu achten, dass die Batterien, für Belichtungsmesser und Filmantrieb noch ausreichende Spannung zeigen. Die Einstellung für die Entfernung sollte im mittleren Bereich des Mögliche stehen (20 m). So erfasst das Objektiv die gesamte Szene scharf.


Der Wechsel von Tageslicht- auf Kunstlichtszenarien ist mit Vorsicht einzusetzen. Dabei ist in erster Linien der A Filter (in allen Super 8 Kameras verbaut) herauszuschwenken, was bei den meisten Kameramodellen mit einer Schraube oder einem geeigneten Schlüsselblech erreicht wird. Tageslichtszenen mit ausgeschwenktem A Filter werden blaustichig und sollten daher nicht mit reinen Tageslicht-Filmszenen vermischt werden. Gleiches gilt für den Einsatz von unterschiedlichem Film-Material in einem und demselben Film. Selbst das Film-Material vom gleichen Hersteller aber in anderer Lichtempfindlichkeit ist nur schwer kombinierbar.


Tricklinsen waren einmal sehr beliebt - der Einsatz galt als hype. Diese Linsen sind aber nur zu empfehlen, wenn es um Filmszenen besonderer Art geht. Andererseits zeigte sich, das ein dauerhafter Einsatz des UV-Filters - nicht zu verwechseln mit dem Sky-Filter - vor dem Zoom-Objektiv, als ein geeigneter Schutz der Objektivoberfläche wirkte und dabei einige störende Lichteffekte, verursacht durch UV-Licht beseitigte. Mit Polarisationsfiltern (zirkular), werden störende Reflexe von Wasser- oder Glasoberflächen unterdrückt.


Der Einsatz der Makroeinrichtung oder die der Makrolinsen - der Nahlinsen - an Zoom-Objektiven, erwies sich nicht selten als sehr interessante Ergänzung zur unerwarteten Aufhellung bei der Gestaltung eines Films. Gleiches gilt für die Kombination von Makroaufnahmen und Zeitraffer. Diese Effekte wecken den Zuschauer eines Films auf, da er Einblicke bekommt die ihm eigentlich fremd sind. Es sind jene Blickwinkel, die der Mensch normalerweise nicht wahrnimmt.


Panoramabilder in einem Film, geben einen Überblick des Geschehens wieder. Sie binden den Zuschauer in das Umfeld der Handlung ein. So kann er sich schneller wiederfinden und auch leichter orientieren. Panoramaszenen sollten folgerichtig mit ruhiger Hand gedreht werden. Am besten auf einem Stativ und mit leicht erhöhter Filmgeschwindigkeit (24 oder 32 B/s).


Ausreichendes Licht ist schon immer ein wesentlicher Faktor für gute Diapositive gewesen. Das gilt auch bei den Dreharbeiten zu einem Film. Schatten und Sonnenstand helfen ungemein die Plastizität der bilder zu heben. Sie hinterläßt einen prägenden Eindruck beim Zuschauer. So gilt, eine gelungene Filmszene im Freien, bei blauem Himmel, in der Frühe oder etwas später am Nachmittag, oft als gelungen. Die Lichtverhältnisse bei bedecktem Himmel oder Regenwetter stellen an die eigentlichen Szenen, höhere Ansprüche. In solchen Fällen sollte in erster Linie die Kamera an das zentrale Objekt der Szenen näher heranrücken.


Aufblenden einer Filmszene. Diese Möglichkeit, durch Drücken eines Knopfes (Fade) an der Kamera, gibt dem Amateurfilmer ein Werkzeug an die Hand, welches als ein bewährtes Mittel gilt, dem Zuschauer ein warmes Gefühl zu dem zu vermitteln, was da auf ihn zukommt. Das Abblenden zeigte den Schluss einer Szenen an, die umso feiner ausgeführt wird, wenn im Anschluss einer solchen eine Aufblendung zur nächsten Szene folgte. Ob automatisch oder manuell gesteuert, die Einrichtung der Überblendung von Filmszenen, war mit dem Super 8 Format nicht einfach zu bewerkstelligen. Anders verhielt es sich bei Single 8, wo die Kassette das Zurückspulen des Films grundsätzlich ermöglichte. Leider erlaubte Super 8 nur eine sehr begrenzte Sekundenzahl, um die der Film zurückgespult werden konnte, daher kamen Rückspuleinrichtungen nur in hochpreiseigen Apparaten vor.


Der Spielraum für Tricks, den eine Super 8 Kamera bot, war schon durch die Größe des Apparates bedingt eingeschränkt. Außerdem waren nur sehr weinige Filmkameras so ausgelegt, dass das Objektiv ausgetauscht werden konnte, was dem Kameramann engere Grenzen setzte, als es das 16-mm-Format tat. Und doch wurde bei guter Vorausplanung und einer ausgearbeiteten Vorlage eines Drehbuches so mancher Amateurfilm zu einem Genus. Bei der Beurteilung eines Stummfilms, sollte aber nie der fehlende Ton ausschlaggebend sein.


Zwar behalf man sich beim Stummfilm oft mit eingeblendeten Texttafeln aus, die aufschlussreich eine Handlung erläuterten, was sich später mit dem Tonfilm erübrigte, doch nun musste dem Filmschnitt besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, um Stimmung zu erzeugen. Schon in den 1960er Jahren begleitete so manche Schallplatte oder Tonbandaufnahme, vielleicht auch Musikkassette (MC) die Vorführung eines Films. Mit der Einführung des Tonfilms, ab 1974, konnte der Amateur auch professionell wirkende Interviews führen oder lippensynchrone Liebeserklärungen eindrucksvoll in Szene setzen.


Der abwechselnde Einsatz aller möglichen Einstellungen an einer Filmkamera mutierte letztlich zu einer Kunst. Entscheidend blieb aber in erster Linie, dass der Zuschauer, einen ruhigen Bildstand, Schärfe in den Konturen der Szenen und eine nachvollziehbare Handlung zu sehen bekam. Eine Orientierung zum Geschehen, gut herausgearbeitet durch den Filmschnitt, nahm den Zuschauer letztlich mit auf die Reise, um die es eigentlich ging. Nicht wenige Bedingungen waren es, die der Amateur erfüllen musste um einen guten Film zu machen. Und doch, so manchem Hobbyfilmer gelang es mit Verve.




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Wochen Ticker Nr. 18

Beitrag Nr.: 01.05.2018      

Autor:       sappam Team, erstellt  am:   27. April 2018 - Mitteleuropäische Zeit - 08:02:31




Sind heutzutage noch Details an oder in Schmalfilmkameras gefragt ?



Um mit der Tür ins Haus zu fallen und die Frage gleich zu beantworten, muss und kann zu Recht behauptet werden: NEIN, es interessiert nicht mehr.


Wer aber so ein kategorisches 'NEIN' vorträgt, sollte es aber auch tunlichst begründen. Nun, dass kann umgehend geschehen, wenn es damit begründet wird, dass die moderne Elektronik, gepaart mit digitaler Technologie, es in letzter Zeit schaffte, alle früher eingesetzten bildgebenden Verfahren erfolgreich zu verdrängen, einschließlich all den damals erforderlichen Apparaturen in der gesamten Fertigungskette eines Films.


In erster Linie gehörte zu diesen Apparaturen, die hoch technisierte Fertigung von Film-Material. Angefangen beim Rohfilm, um dann diesen in weiterer Bearbeitung und Behandlung mit lichtempfindlichen Schichten (in der Regel waren es 3, beim Farbfilm) zu versehen. So konfektioniert, mit Perforation versehen bei vorgegebener Breite, kamen die Streifen, in versiegelter Umhüllung und gut verpackt in den Handel.


Dieses Film-Material wurde in Kameras - wir werden hier von Filmkameras sprechen - belichtet und nach getaner Dreharbeit zur Entwicklung versandt. Amateure konnten sich auf einmal das Filmen leisten. Die klassischen Formate waren anfänglich das 9,5 mm Pathé u. das Normal 8 (Doppel 8), etwas später dann das Super 8 bzw. Single 8. Zwecks Entwicklung der Filme, lag jeder Filmspule bzw. Kassette ein Versandbeutel bei, die dem Amateur es auferlegte, das des Filmherstellers zugeordnete Entwicklungslabor zu nutzen.


Filmkameras sind die ersten Apparate, mit denen die Dreharbeiten zu einem Film beginnen. Im Laufe der letzten ca. 120 Jahre, in denen der Film sein Publikum fand, wurden unzählige Modelle und Varianten an Filmkameras gebaut, nicht wenige davon ausschließlich für den Amateur. Selbst die digitale Aufnahmetechnik, die seit 20 Jahren im Vormarsch ist, bietet mittlerweile eine schon fast unübersehbare Anzahl an Kameras bzw. Geräten mit eingebauter Filmkamera an.


Filmkameras, die zwischen 1930 und 1980 dem Amateur zur Verfügung standen, sind heute Apparate in Museumsreife und doch strahlen diese Geräte noch immer eine gewisse Faszination aus, wenn man die diese in Händen hält. Nicht nur ihres Gewichtes wegen, nein, auch was Formgebung und Funktion betreffen, lassen uns diese Eigenschaften erstaunen.


Es kamen immer wieder technisch ausgefeilte und hoch innovative Merkmale auf, die das Filmemachen und somit die Fotografie der bewegten Bilder zum Ereignis verhalfen. Nachdem die Industrie sich entschloss, mit 8 mm breiten Filmstreifen einem breiten Publikum das Filmedrehen schmackhaft zu machen, und die Nachfrage bestätigte, dass es einen Markt bzw. Bedarf gibt, blieb auch der Fortschritte, nicht nur technisch-mechanischer und technisch-chemischer Art, nein, auch die auf technisch-optischem Feld nicht stehen.


Um bei der Optik zu bleiben, bietet es sich an es einmal aufzuzählen, was sich da getan hat: Angefangen hat es mit einem einfachen Objektiv, nicht viel anders aufgebaut wie eine Lupe. Hiermit kam man gut zurecht, da das Film-Material anfänglich nur Schwarz/Weiß war. Als der Farbfilm aufkam, so um 1934, wurde auch das Objektiv komplexer im Aufbau, um der Farbkorrektur zu genügen. Es mussten Linsengruppen, mit unterschiedlicher Materialdichte eingesetzt werden.


Durch vorgebaute Konverterlinsen gelang es, die Brennweite an einer Filmkamera zu verändern. Dem zur Folge wurden die Apparate mit einem Turret, einem Revolver ausgestattet, um den Wechsel verschiedener Konverterlinsen zu beschleunigen. Wir schreiben die Jahre 1945 bis 1958. Denn erst in den letzten der 1950er Jahren kamen die ersten Gummilinsen auf, Objektive, bei denen sich mittels eines Hebels die Brennweite kontinuierlich verändern ließ. Das sogenannte Zoom-Objektiv wurde eingeführt. Nicht nur technisch, eine große Leistung der Ingenieure, nein, auch mathematisch kein leichtes Unterfangen, solche Linsensysteme zu berechnen. Man denke daran, all das wurde noch ohne Computer ermittelt.


Mit dem Vario-Objektiv, so die richtige Wortgebung auf Deutsch, wurden die Filmkameras wieder einäugig und der Sucher mutierte zum Reflex-Sucher. Jene Einrichtung an einer Kamera, die das Bild zeigt, welches tatsächlich den Film belichtet.


Mittels Prismen, hinter dem Objektiv, wird bei einer Reflexkamera ein Teil des einfallenden Lichtes, dem Sucher zugestanden, sodass der Kameramann im Okular ein aufrecht stehendes Luftbild wahrnimmt. Der dadurch entstehende Lichtverlust rechtfertigte einen einfacheren Konstruktionsaufbau im Inneren. Und dennoch, es gab auch Schmalfilmkameras - wie die Beaulieu-Modelle oder Pentax - Apparate, bei denen mit einem Schwingspiegel gearbeitet wird. Das Sucherbild wird bei einem solchen Aufbau immer dann freigaben, wenn die Umlaufblende die Filmbühne verschließt bzw. der Film von Bild zu Bild transportiert wird.


Mit dieser Errungenschaft der Optik wurden bis zum Schluss die Amateurfilmkameras bestückt. Der Versuch auch noch eine Auto Fokus-System (AF) einzuführen, scheiterte kläglich. Schon deshalb, weil bereits in den Anfängen der 1980er Jahre die ersten analogen Camcorder angeboten wurden, bei denen es zum Standard gehörte ein AF-Objektiv zu haben.


Was nun den Filmantrieb betrifft, der nicht minder eine Mutation im Laufe der Jahre durchmachen musste, so kann gesagt werden, dass vom Federwerk - die Handkurbel konnte durch die geringe Größe der Amateurapparate nicht mehr eingesetzt werden - erst nach 1945 durch eine Batterie angetrieben E-Motor ersetzt wurde. Eumig aus Österreich und einige japanische Hersteller machten den Anfang und boten Amateurfilmkameras an, die mit einer 4,5 V Kohle-Zink Batterie für den Filmtransport sorgte.


Anfänglich misstrauisch beäugt, da es sich schnell zu einem zusätzlichen Kostenfaktor bei den Dreharbeiten entwickelte, doch mit dem Aufkommen der heute noch einheitlich gestalteten AA-Batterie, kam der Durchbruch, der bis zum Ende der Schmalfilmkameraära durchhielt. Eingesetzt wurden 4 Stück dieser zylinderartig geformten Energiespender, womit 6 V zur Verfügung standen.


In der Ausführung Kohle-Zink wurde zwar das Problem des hohen Verbrauchs nicht gelöst, aber der Einsatz der Alkali Zellen, die mit einer wesentlich höheren Energiedichte, überzeugte alle Nutzer. Insbesondere nach der Einführung des Super 8 Filmformats war das Thema überwunden. Mit gut 6 bis 8 gedrehten Filmlängen à 15 Meter war der Verbruch durchaus gerechtfertigt. Zumal auch noch das elektromotorische Zoom-Objektiv bereits zur Standardausrüstung gehörte.


Belichtungsmesser an einer Filmkamera waren nicht immer selbstverständlich. Die ersten Apparate verfügen zwar über eine verstellbare Blende die je nach Filmempfindlichkeit und Lichtintensität der Szene eingestellt werden musste. So mancher Film wurde bei diesen Verhältnissen Über- bzw. unterbelichtet, was dem Hobby nicht gut tat. Unterstützung bekam der Kameramann mit dem Anbau eines Belichtungsmesser mit Selenzelle. Alles musste jedoch noch manuell bedient werden.


In etwas zur gleichen Zeit, als das Reflex-Sucher-System mit einem Vario-Objektiv gekoppelt wurde, kam auch die CdS-Belichtungsmessung auf. Eine Lichtmessmethode, die sich von der Selenzelle dahingehend unterscheidet, dass hier eine Knopfbatterie zusätzlich erforderlich wurde. Kaum war diese Technik eingeführt, kam auch schon die TTL-Technik auf, bei der hinter dem Objektiv das einfallende Licht gemessen wurde. Damit war die Kopplung an die Blende erreicht und eine automatische Belichtungsmessung möglich.


Ab nun wurden die Filmkameras mit Batterietesteinrichtungen ausgeliefert. Außerdem kamen die sogenannten Timer, Intervallschalter auf, die entsprechende Zeitrafferaufnahmen ermöglichten. Ein Blitzlichtanschluss für Einzelbildaufnahmen und Anschlussbuchsen für die Tonsynchronisationskabel bei Stummfilmkameras wurde Standard bei Kameras schon ab dem mittleren Preissegment.


Durch das Aufkommen von wiederaufladbaren Akkus, mit 1,2 V Spannung, wurde so manchem neuen Apparat ein Batteriefach für 5 bzw. 6 AA Zellen verpasst. Bei Stummfilmkameras ein Plus für den längeren Einsatz bei den Dreharbeiten oder bei tieferen Temperaturen im Freien. Es waren aber auch die Vorläufer für die ab 1974 eingeführten Tonfilmkameras, die aufgrund der zusätzlichen Elektronik und eines komplexeren mechanischen Antriebs nur mit höherer Spannung sicher arbeiten konnten.


Tonfilmkameras, die Apparate, die den Höhepunkt der Entwicklung des Amateurfilmkamerabaus darstellten, waren durchaus anspruchsvolle Geräte. Was allerdings von den Herstellern dieser Filmkameras nicht erreicht wurde, war im richtigen Moment den Anschluss zu finden, den die elektronische Bildaufzeichnung vorlegte. Schon in den 1960er Jahren wurde im professionellen Bereich die Elektronik beim Fernsehen eingesetzt. Mit aller Macht kam sie in den 1980er Jahren auf dem Massenmarkt mit den Camcordern. Es war das Ende aller Film-Formate mit Zelluloidstreifen.




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