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Archiv: Beiträge u. Berichte über Mai
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Wocenticker Nr. 20
Beitrag Nr.: 13.05.2022      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   13. Mai 2022 - Mitteleuropäische Zeit - 08:14:09




Sind private Schmalfilme für ein Apparate-Museum
wie das sappam von Bedeutung ?



Diese Frage könnte man mit Nein oder ja beantworten, denn das eine schließt das andere nicht aus. Aber wieso ? Ohne Apparate keinen Schmalfilm, und ohne den Wunsch, einen Schmalfilm zu machen, gäbe es auch keine Apparate.

Und doch muss fairerweise gesagt werden, ein technisches Museum wird weniger mit den Produktergebnissen oder des Machbaren mit diesen Apparaturen weniger Aufmerksamkeit schenken als den Apparaturen selbst, die dafür erfunden wurden. Was nicht ausschließt, ein Muster vorzuhalten.

Man stelle sich einfach vor, ein Technikmuseum stelt Flugzeuge aus, dann ist damit nicht gleich gesagt, das man nun von hier aus nach Asien oder einem anderen Ort fliegen könnte. Wahrlich, das wäre zu vielverlangt !

Was nun die Kinofilme, gedreht von Amateuren angeht, so sind natürlich auch einige Streifen im Besitz des Museums, schon deshalb weil sind als Spende, zusammen mit einem Apparat eingegangen sind. Diese werden auch kuratiert aber nicht auf der Web-Seite des Museums erwähnt.

Schmalfilme gezielt zu sammeln, die aus privaten Beständen her rühren, wäre eine unendliche Geschichte. Mehr noch, wenn über deren Ursprung kaum etwas bekannt ist. Etwas so: Wenn Nachlässe aus 2. Generation die dargestellten Filmszenen kaum mehr erklären bzw. kommentieren können. Ein Tatbestand, der sich mehr und mehr einstellt, denn die Enkel der Schmalfilmfreunde von vor 80 Jahren können heutzutage kaum etwas über ihre Vorfahren erzählen.

Da stellt sich natürlich sofort die Frage, warum ist das so ? Nun, man kann annehmen, dass moderne Zeiten immer wieder innovative und somit aufregende Techniken anbieten, die, wenn man sie erworben hat, bedient werden wollen.

In der Hoffnung Erleichterungen durch unterstützende Technik im täglich Leben zu erhalten, verlangt uns diese aber immer wieder einen gewissen Zeitaufwand ab. Daher werden Schritt für Schritt die älteren Anwendungen im Haushalt, die uns lieb waren, zurückgedrängt.

Der klassische Schmalfilm, wäre so ein Beispiel, der durch die Video-Formate, die in den 1990er-Jahren aufkamen bzw. heute, von den genutzten Smartphones voll- kommen zurückgedrängt wurde, obwohl so manche bedeutungsvolle Familiengeschichte damit doch erhalten blieb.

Dass die damals eingesetzten Filmgeräte heute nun wirklich nicht mehr en vogue sind, kann man verstehen, schon allein im Gewichtsvergleich und bei der erzielten Qualtiät des Bildes machen all die damals eingesetzten Apparate tatsächlich obsolet, mithin museumsreif.

Wenngleich die Flut aller je belichteten Filmstreifen kaum zu ermessen ist und diese Anzahl nur durch die Verteilung auf viele Haushalte unauffällig blieb, lässt vermuten, dass erfolgreiche Sammlungen von Amateurfilmen doch eine unendliche Geschichte sind und als solche für mehrere Generationen ausreichend Beschäftigung liefern dürfte.



 


Schon die Lagerung von Filmen ist für sich genommen eine Wissenschaft. Ganz zu schweigen von der Größe eines geeigneten Lagerraums. Aber nicht nur das; auch die Katalogisierung und Einordnung, sei es nach Jahrgängen oder nach Inhalten, dürfte das Wissen studierter Historiker beanspruchen.

Wie und wer auch immer sich der Sammlung von Amateurschmalfilmen widmet, hat eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe vor sich, die nicht nur darin bestehen sollte, Filme anzusehen wie ein Voyeur, der glaubt, durch das Fenster anderer Leute etwas zu erkennen, was interessant sein könnte, nein, die Aufgabe wäre: historische Momente in einer Familie zu erhalten und in einen gesellschaftlichen Kontext zu bringen.

Dies könnte beispielsweise die Art der Lebensweise sein, wie sie sich in den Jahren der Filmentstehung allg. zeigte. Natürlich sind dann die Vergleiche mit Filmen anderen Ursprungs zu setzten.

Klassiker aus diesem Bereich wären Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern. Urlaubs- reisen oder Zirkusbesuche. Nicht selten waren Sportveranstaltungen wichtige Erleb- nisse. Dazu gehörten Auto- und Fahrrad- rennen, die in einer Gemeinde veranstaltet wurden. Ach der Jahrmarkt bot Motive der Freude von Kindern und Erwachsenen. Opa und Oma, die ewige Tante im Hintergrund, alles Personen der Zeit nochmals zu sehen in Bewegung auf einem Film.

Dies zu vergessen, ja zu entsorgen wäre doch sehr schade !

Die Laufmeter bzw. Anzahl der in Deutsch- land, Österreich und der Schweiz je belich- teten Amateurfilme bleibt unbekannt, doch man kann davon ausgehen, dass es einige Hunderttausend Streifen waren, die die Entwicklungslabore verlassen haben. Nicht ganz so viele, bezogen auf die pro Kopf-Haushalte der Länder in Frankreich und Italien kämen hinzu. Die skandinavischen und Beneluxländer waren mit England (UK) und Irland ebenfalls fleißige Schmalfilm- freunde.

In den USA und Kanada kam der Amateurfilm (das home movie) erst so richtig in Schwung, als das Super 8 Filmformat von Kodak eingeführt wurde. Bescheidener fiel die Begeisterung zum Medium in Latein- amerika aus, was aber auch den wirtschaftlichen Umständen geschuldet war.

In Asien und Australien blühte in den 1970er-Jahren der Handel mit fototechnischen Apparaten richtig auf, durch die dominierende Präsens japanischer Produkte, seien es die für den Amateurschmalfilm wie die des klassischen Fotos.

Es liegt also in der Natur des Menschen, Sehnsuchtsorte mit einer Filmkamera zu besuchen und unvergessliche Szenen einzu- fangen. Die Vergangenheit festzuhalten, die Einmaligkeit zu verewigen.

Wer also Schmalfilme sammelt, dürfte zu einem Helden werden, wenn es ihm gelingt, die Geschichte zu erzählen, so wie es Historiker in Büchern immer wieder versuchen. Für ein rein technisch ausgerich- tetes Museum wäre das zu viel, doch es könnte Hilfe leisten, wenn es darum geht, die eingesetzten Schmalfilm-Apparate ergänzend zu beschreiben.





UN     




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Wochenticker Nr. 19
Beitrag Nr.: 06.05.2022      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   06. Mai 2022 - Mitteleuropäische Zeit - 09:32:10




Gab es Schmalfilmkameramodelle, die sehr begehrt waren ?



Manchmal fragt man sich als Betreuer einer Sammlung in einem Museum, warum gibt es von einer Serie von Schmalfilmkameras so viele Ausführungen oder anders gesagt, warum gibt es so viele Modelle von Filmkameras eines Herstellers ?

Diese Frage ergibt sich schon deshalb, da es immer wieder auffällt, das bekannte Hersteller wie z. B. der deutsche Hersteller Bauer, ein Unternehmen der Robert Bosch Gruppe mit Fertigungsstätten in Malaysia so oft genannt wird, wenn es darum geht, gute Qualität 'Made in Germany' zu erwerben.


Auch der Filmkamerahersteller, die Firma Braun AG, fertigte in Deutschland nicht nur Filmkameras, nein auch anderen Produkte (der legendäre Braun-Rasierer und das Radiogerät genannt 'Schneewittchensarg'), die alle eine erstklassige Reputation für modernes, gelungenes Design genossen. Unter dem Namen Nizo kamen die Filmkameras auf den Markt, die von den Hobbyfreunden so liebevoll als Silberlinge bezeichnet wurden.

Das solche Apparate auch heute noch großes Ansehen genießen hat damit zu tun, dass in der Tat die Qualität dieser Spitzentechnik im Sinne des Wortes kaum zu überbieten war. Ob es nun die Mechaniken oder die Objektive der Filmkameras waren, bleibt dabei unbeantwortet. Die Apparate über- zeugten nicht nur den passionierten Hobbyfilmer, nein, auch den Gelegenheits- filmer, der sich noch in einem Film-Club engagierte.

Größte Nutznießer des Ruhms gute Qualität zu liefern hatten allerdings die japanischen Hersteller, die vorwiegend durch eine breite Palette an Angeboten glänzten. Hier sind die Marken, von Chinon über Fujica bis hin zu Yashica zu nennen, alles Marken, die auf dem europäischen Markt sehr erfolgreich waren.

Nun muss man aber auch wissen, dass das Hobby Schmalfilm in den Anfängen eine sehr teure Freizeitbeschäftigung war und nach der ersten Weltwirtschaftskrise, die 1929 ihren Anfang nahm, nicht unbedingt das Feld der Begeisterung bei allen Bürgen auslösten. De facto war es nur den Wohlhabenden jener Zeit vergönnt, sich dem Steckenpferd privat für die bewegten Bildern zu interessieren.

Da das Angebot an Schmalfilmkameras noch nicht sehr groß war und die Modellfolgen mehrere Jahre dauerten, konnten diese Apparate nur mit einem durchschnittlichen Qualitätsmerkmal ausgeliefert werden. So waren die Apparate kaum gegen Nässe im Fall eines Regens auf dem Set ausgelegt. Oder das Federwerk leistete nicht immer die erforderliche Kraft für die gleichmäßige Filmbelichtung des Streifens.

Die in den USA gefertigten Modelle kamen nur selten in Europa auf den Markt. Zwar fertigte Kodak (Berlin) noch vor dem II. Weltkrieg Schmalfilmkameras, doch deren technischen Eigenschaften wurden hier nicht besonders gewürdigt.

Der zweite große Schmalfilmkamerahersteller der USA war Bell & Hovell, ein Unternehmen, dass sich hauptsächlich auf den eigenen Markt konzentrierte, der, was das Abnehmer- potenzial betraf, auch ausreichend groß war. Mehr noch, die Kriegswirren der Jahre 1939 bis 1945 störten dort weit weniger den Verkauf, als es in Europa der Fall war.




 


Das sich nach 1945 der Markt zugunsten der Amateurschmalfilmszene nur langsam öffnete, lag nicht an den angebotenen Apparaten, es war die Zeit des Aufbaus nach den verheerenden Zerstörungen in ganz Europa. Deshalb dauerte es noch ein gutes Jahrzehnt, bis nach dem Dia-Boom auch der Schmalfilm wieder in den Fokus der Fotofreunde gelang.

Doch in diesen 10 Jahren hatte sich die japanische Industrie auf den Export von hochwertigen Gütern eingestellt, mit Erfolg. Der Fotoapparat, der auch das Diapositiv in bester Qualität ablieferte, gehörte neben Transistor-Radios und Nähmaschinen zu den wichtigsten importierten Produkten, die aus Asien nach Europa kamen.

Anfang der 1960er-Jahre kamen Elmo Schmalfilmkameras in die Läden und überzeugten die Amateure. Auch Yashica bot eine breite Palette von Apparaten an, nicht zu vergessen die Reihen 16 mm Filmkameras. Auch wenn diese aufgrund der hohen Film-Materialkosten nur mäßigen Absatz fanden.

Legendär wurden aber auch die Turret-Apparate, die mit 2 zusätzlichen Objektive ausgestattet, montiert auf einem Revolver, den Telebereich der Filmszene sowie ein Weitwinkelbild durch einfaches Drehen des Turrets ermöglichten.

Die europäischen Hersteller waren da zu träge, um mithalten zu können und wunderten sich als das erste Vario-Objektiv in guten Qualität an Schmalfilmkameras aus Japan eingeführt wurde. Eine Objektivausführung, die es bereits an Fotoapparaten gab, doch an einer Filmkamera noch ganz andere Bedingungen erfüllen musste.

Schweizer Präzision und französische Mechanik hielten dem Druck aus Japan bis zur Einführung des Super 8 Filmformats aus bzw. hingen noch einige Jahre dem Normal 8 Format an. So spaltete sich die Filmerszene, wobei die Einen dem Normal 8 Format den Vorrang gaben, weil die Filmkameras nun ausgereift noch vermeidliche Vorteile hätten.

Pate für diesen Trend stand die Filmkamera von Bolex der Serie H in all ihren Varianten. Elmo mit der Serie C aus Japan kommend machte es möglich mit einer Filmkamera alle Formate zu belichten. Beaulieu aus Frankreich setzte voll auf das neue Super 8 Format in höchster Qualität und wurde damit von den Filmfreunden belohnt.

Deutsche Hersteller wie Braun und Bauer gingen andere Wege. Der Erste setzte auf gutes Industrie-Design und Bauer verlagerte seine anspruchsvolle Produktionsstätte nach Malaysia, um der japanischen Konkurrenz Paroli bieten zu können.

In Japan machten sich Fuji, Canon u. Cosina einen Namen, nicht zu vergessen Minolta und Nikon. Alles Hersteller, deren Spitzen- produkte auch heute noch Begehrlichkeiten erzeugen und nur selten zu finden sind, um schon in einem Museum Einzug zu halten.

Zum guten Schluss noch ein paar nennens- werte Modelle, die zu den interessantesten gehören: Bauer S 715 XL, Bolex H 8, Beaulieu Serie 4008, Canon 1014 XL S, Fujica 1000, Elmo 8 LT, Leicina Spezial, Minolta Autopack D 10, Nalcom TTL 1000, Nikon R 10, Nizo Professional.











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