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Archiv: Beiträge u. Berichte über Juli
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Wochenticker Nr. 31

Beitrag Nr.: 26.07.2019      

Autor:       UN - Veröffentlicht  am:   26. Juli 2019 - Mitteleuropäische Zeit - 12:03:38




Bauer, Chinon, Elmo, etc. alles bekannte Filmkameramarken.
Wo sind sie geblieben ?



Die Namen, deren Schmalfilmkameras die Welt einmal sahen. Zu Tausenden wurden sie verkauft und millionenfach Filmspulen damit belichtet. Unendlich viele Meter an Film entwickelt die danach in privaten Schatullen gelagert wurden. Wo sind all die Dinge gebleiben ?


Wenn sich Museen um solche Dinge bemühen, ist es Zeit darüber nachzudenken, was da geschehen ist. Wenn ein anspruchsvolles Hobby verschwindet, muss der Einbruch, oder besser gesagt, kann der Übergang auf eine andere Technik nur ein entscheidender Grund gewesen sein. Auch dann, wenn eine Technologie über 60 Jahre unangefochte blühte.



Es wäre nicht das erste Mal, dass der Industrie einsolches Schicksal ereilt wie es der Schmalfilmbranche und mit ihr die gesamte Kinematografie passierte. Ja, sogar die gesamten klassischen Fotografie. Innerhalb einer knappen Dekade ging die Branche sang- und klanglos unter.


Das auf der chemischen Basis beruhende System der Fotografie, sei es jenes mit den unterschiedlichen lichtempfindlichen Schichten auf einem flexiblen Zelluloid- oder später eigeführten Polyestersteifen, wurde in der Chronologie faktisch über Nacht abgelöst.


Die elektronische Bildverarbeitung, die ab dem Jahr 2000 mit stark verbesserter Bildqualität selbst die Hobbyfilmer überzeugen konnte, ließ die gesamte Fertigungskette um den Amateurschmalfilm herum und den dazu gehörenden Folgeprodukte, wie es beispielsweise die Kameras, Projektoren, Bildbetrachter oder Audiozubehör waren, einbrechen.


Zuvor machten die verantwortlichen Chefs der bekanntesten Hersteller vom Amateurfilmapparate, weltweite Einkaufstouren, um kleiner Betriebe aus der merklich zurückgegangene Nachfrage vom Markt fernzuhalten. Allerdings erst in einer Zeit, in der die analoge Aufnahmetechnik, die noch mit Magnetbändern arbeitete, schon sichtbare Erfolge feierte.


Einer der bekanntesten Projektorhersteller der Welt, wenn nicht sogar der größte jener Zeit, die Firma Eumig / Wien, kaufte sich bei Bolex / Paillard (Schweiz) ein, um dem aufgekommenen Druck des Marktes noch etwas entgegenzusetzen. Auch Bauer von der R. Bosch Gruppe kaufte Silma Italia auf, um mit der Produktion von Projektoren, eine Synergie im Lieferprogramm zu erreichen.


Selbst Kodak (USA) konnte es nicht lassen, den sehr erfolgreichen japanischen Amateurfilmkamerahersteller Chinon einzukaufen, mit der Überzeugung, dass der Zelluloidfilm, immerhin das wichtigste Produkt von Kodak, nicht von den elektronischen Bildwandlern überrollt wird. Auch hier zu einem Zeitpunkt, als die Elektronik im großen Kino schon längst Einzug gehalten hatte.


Mit dem Umbruch im Filmformat von Normal 8 auf Super 8 (1965), waren schon viel kleinere Hersteller der Branche mit ihren Produkten nicht mehr marktkonform und gingen klanglos unter. Doch diese Erkenntnisse gingen wohl spätestes 1990 bei den Managern der verbliebenen Hersteller vollkommen verloren. Sicherlich, weil der Super 8 Boom alle Film-Material-Hersteller, bisher unbekannten Erfolge feiern ließ.


Sicher ist heute eins: Es waren die Fehleinschätzungen dieser mächtigen Bosse, was die Leistungsfähigkeit der Elektro-Industrie betraf. Schon in den 1960er Jahren mischte die japanische Hi-Fi Phono-Branche die gesamte europäische und US-amerkanische Rundfunk- und Fernseh-Industrie auf. Mit den bekannten Folgen von Schließungen best etablierter Großfirmen (Grundig, Saba, Uher, Metz, Telefunken, etc.)


der nun eingebrochene Schmalfilm-Boom (zwischen 1982 und 1992) ließ in diesem Fall. selbst den bekannten japanischen Herstellern von Filmkameras und Projektoren wenig Spielraum, um schnell eine neue Strategie für ihren Absatz am Markt zu etablieren. Elektronische Geräte passen so gar nicht in die Produktionsketten der Fertigungsstraßen von Filmgeräten klassischer Art.


Eine Umstellung bedeutete hohe Investitionen mit noch höheren Lizenzkostenübernahme, da die Entwicklung der entscheidenden Bildwandler (CCD bzw. CMOS) nicht aus der Branche der Film-Material-Hersteller kam.


Der chemische Film war, was technische Fortschritte betraf, ebenfalls am Ende seiner machbaren und sinnvollen Entwicklung. Zumindest konnte der breiten Öffentlichkeit nie ein überzeugendes Argument geliefert werden, welches gegenüber der digitalen Fotografie hätte bestehen können. So war zu vermuten, dass es auch tatsächlich nie eines gab.


Mit dem Nachlassen der Nachfrage nach Super 8/Single 8 Filmen ging auch der Absatz von Schmalfilmapparaten schlagartig zurück. Nur solche Marken konnten sich weiterhin halten, wenn deren Fertigungstiefe auf andere Produkte ausweichen konnte. Zum Beispiel könnte man die Firmen Cosina und Minolta, Nizo (Braun AG) und Ricoh neben Nikon nennen.


Nur wenige kleinere Apparate-Hersteller konnten sich frühzeitig entscheiden die Firma mit sehr guten Produkten (Beaulieu), abzugeben oder zu verkaufen. Das Schicksal der Unentschiedenen war dann all zu oft ein langwieriger Prozess des Untergehens. Schade, da doch sehr viel Wissen und Erfahrung verloren ging. Wissen, das selbst ein Museum nicht festhalten kann, denn die Museumsexponate sind lediglich Zeugen einer Epoche. Es sind Objekte mit Abnutzungserscheinungen, manchmal aber auch in einem neuwertigen Zustand.



UN     





Dieser Beitrag als Wochen Ticker unterliegt dem Copyright © vom sappam.



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Wochenticker Nr. 30

Beitrag Nr.: 21.07.2019      

Autor:       UN - Veröffentlicht  am:   21. Juli 2019 - Mitteleuropäische Zeit - 17:34:41




Wie alle Zelluloidfilme ist auch der Super 8 Film, ein Produkt von gestern.


Seitdem es die digitale Bildaufzeichnung gibt, die in den 1990er Jahren ihren Anfang nahm, hätte allen Beteiligten der Fotowelt klar werden müssen, die Zeit des Zelluloidfilms geht zu ende. Gut, heute gibt es noch einige Nischen in der Fotografie, mehrheitlich in der professionellen, in der der Zelluloidfilm eingesetzt wird. Doch die große Masse an Film-Material, wie sie noch in den 1970er, 1980er, und in den 1990er-Jahren an Absatz gab, wird es nicht mehr geben.


Der klassische Zelluloidfilm kam schon Ende des 19.-Jahrhunderts auf und überraschte in jener Zeit, mit Stand- und Laufbildern. Nachdem die Gebrüder Lumiere (F) in Marseille ihr erstes Lichtspielhaus eröffneten, begann der Ansturm auf das Kino, das mit seinen neuartigen Lichteffekten, die bis dahin noch nie gesehen wurden, doch den natürlichen Gegebenheiten sehr nah kam.


Es begann die Ära der Kinematografie, die sich rasant entwickelte und immer neue Methoden der Vorführungen und Darstellungen hervorbrachte. Auch wenn die Bilderfolge in der Anfangszeit noch etwas holperig war, so überzeugte doch einige Jahre später schon ein gutes Schwarz/Weiß-Bild. Mehr noch, die Besucher bekamen auf einmal Bilder zu sehen, von Landschaften und Städten, die ihnen sonst nie zu Gesicht gekommen wären.


Die erste Welle an Weltinformationen schwappte über die Kontinente. Die Filmreportage war geboren. Literatur- und Theaterstücke, die eigentlich nur den wohlhabenden Bürgern zugänglich waren, kamen nun, durch gekonntes Verfilmen in speziell eingerichteten Studios, ins Kino. Der Bildungsstand der hart arbeitenden Schichten erweiterte sich und ließ es zu, individuelle Meinungen, zur Weltpolitik und Kultur, zu festigen.


Der Film im Kino schaffte es ebenso, einflussreiche Meinungen in die Bevölkerung zu tragen und so gesellschaftliche Veränderungen hervorzurufen. Selbst die politischen Umstände des beginnenden 20.-Jahrhundert, wurden nicht selten durch das Kino beeinflusst.


Die Fotografie- und Kino-Technik, seien es die Techniken der Apparatehersteller als auch die der Filmstudios, boten immer bessere Geräte bzw. Filme an. Bis 1921 galt es schon mehrheitlich, einmal wöchentlich, den neusten Stummfilm, der gelegentlich auch mit orchestraler Begleitmusik untermalt wurde, im Kino, um die Ecke anzuschauen.


Der Tonfilm wurde eingeführt und interessierte Amateure konnten sich mit dem als neues Format eingeführten 16 mm Schmalfilm selbst zum Regisseur machen. Die Weltwirtschaft, die in den ersten Jahren der Dreißiger danieder lag, brachte das 8 mm Filmformat für Amateure. Ein Format, dass sich bis 1965 dominierend am Markt hielt. Zu verdanken war es dem US-Konzern Kodak, der den bis dahin bekannten 16 mm Zelluloidstreifen einfach mit einer weiteren Perforation versah.


Die dazu passenden Amateurfilmkameras, die als Standard 8 (engl.), dieses neue Filmformat belichten konnten, wurden im deutschsprachigen Raum mit der Bezeichnung Normal 8 oder Doppel 8 geführt. Das besagte Film-Material hatte eine Breite von 16 mm und wurde auf einer 3-Zoll-Spule, die 7,5 m Film fasste, angeboten. Nach ca. eindreiviertel Minute Belichtungszeit musste die nun 1. leere Filmspule in der Kamera, durch die dann 2. volle umgelegt werden, denn nur so konnte die noch nicht belichtete andere Hälfte des Films, voll genutzt werden.


Die Bilderfläche von 17,64 qmm dieses Formats wurden durch die Filmbühne in der Kamera bestimmt, die eine Abmessung von 4,9 x 3,6 mm hatte. Bei einer Belichtungssequenz von 16 B/s bot der Film bei der Projektion für das menschliche Auge, eine kontinuierliche Bewegung der Szenerie an.


War der Film belichtet, galt es ihn erst einmal zu entwickeln, was durch Einsenden des Streifens an ein Entwicklungslabor des Filmherstellers geschah. Nur so konnte die sachgemäße Verarbeitung, zu der auch das Halbieren des 16 mm Films auf 8 mm Breite gehörte, gewährleistet werden. Schließlich wurden die beiden Filmhälften noch aneinandergeklebt, sodass ein 15 m langer Film daraus wurde.


Die Prozedur des Entwickelns war die unangenehmste, für jeden Hobbyfilmer, schon deshalb, weil die Wartezeiten - 1 bis 2 Wochen - auf Rücksendung evtl. Korrekturen bei der Belichtung kaum mehr nachvollziehbar waren. Die meisten Filmszenen konnten nicht wiederholt werden.


Auch wenn das Film-Material aller namhaften Filmproduzenten in den Jahren nach 1932, von Schwarz/Weiß auf Farbe umgestellt wurde und qualitative Verbesserungen zeigte, so galt die verbliebene Bedingung des Spulenwechsels, immer als eine unbefriedigende Lösung. Einige Kamerahersteller boten Wechselmagazine an, mit denen eine Erleichterung in der Handhabung vor Ort erreicht wurde.


Das ab 1965 eingeführte, sogenannte Super 8 Format, als Lösung anzubieten, indem in einer versiegelten Kunststoffkassette das Film-Material von 8 mm Breite und einer Gesamtlänge 15 m lag, machte das Filmen für Amateure zum Welterfolg.


Der weltweite Boom der 1970er Jahre, der durch die Kodak Kassette ausgelöst wurde, wurde nur noch von der japanischen Alternative, dem Single 8 Format geteilt. Die von Fuji-Film eingeführte Filmkassette war anders aufgebaut und enthielt das spezifische Film-Material des Herstellers.


Ende der 1980er Jahre zeigten sich definitiv ein bedrohlicher Rückgänge bei der Nachfrage von Zelluloidfilmen, ob für Amateurfilmer oder in der klassischen Fotografie. Das analoge Videobild, vom Camcorder erstellt, war geboren. Mit der Digitalisierung, - nur wenige Jahre später - in der Bildaufzeichnungstechnik, verschwand auch die analoge Aufzeichnung, so schnell wie sie gekommen war.


Schon im Jahr 2000 konnten die ersten digitalen Videokameras den Zelluloidfilm auf breiter Front ablösen. Die Film-Material-Hersteller sahen sich gezwungen, Produktionsstätte zu schließen, was auch für die entsprechenden Film-Entwicklungslaboratorien galt. Bis schließlich 2012 das letzte Labor in den USA, für die Entwicklung des legendären Kodak Super 8 Films die Arbeiten einstellte.


Seither sind Filme für Super 8 Filmkameras aus konfektionierter Herstellung zu beziehen. Soll heißen: Der Rohfilm, vorwiegend schwarz/weiß, der noch nach vorhanden Verfahren entwickelt werden kann, wird so geschnitten und verpackt, dass der Einsatz im einer Super 8 Kamera möglich wird. Diese konfektionierte Ware erweißt sich allerdings als äußerst kostenintensiv.


UN     





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Wochenticker Nr. 29

Beitrag Nr.: 15.07.2019      

Autor:       UN - Veröffentlicht  am:   15. Juli 2019 - Mitteleuropäische Zeit - 23:03:46




Ist der 'Bild für Bild' Film-Scanner eine ideale Lösung ?


Seit circa 2 Jahren wird von den Elektronikhändlern ein 'Bild für Bild' Film-Scanner angeboten, der Normal 8 bzw. Super 8 Schmalfilme digitalisieret. Das sappam hat so einen Scanner im Bestand, der unter mehreren Markennamen angeboten wird, aber immer die selbe Technik verbirlgt. Eine Beschreibung folgt hier:


In Deutschland, vertreibt Saturn online GmBH und die Firma Pearl Elektronik-Versandhandel, diesen in Japan hergestellten Scanner unter den Namen 'Reflecta' bzw. 'Somikon HD XL. In anderen Länderen, wie z. B. USA wird das Gerät unter anderem Namen angeboten. Das Gerät ist einfach zu bedienen, und lässt sich an jedem Ort, der einigermaßen staubfrei ist aufstellen. Seine Größe und sein Gewicht überrascht, packt man den Apparat aus. Und doch, die Benutzung ist äußerst einfach.


Lediglich das mitgelieferte Netzteil, was ja heute bei elektronischen Geräten üblich ist, muss mit einer häuslichen Steckdose verbunden werden. Die mitgelieferte Bedienungsanleitung (D) ist gut leserlich. Sie zu lesen erleichtert ein wenige die Funktionslogik des Apparates zu verstehen. Vor dem Gerätestart wäre noch ein Speichermedium - SD-Karte bis max. 32 GB - zu beschaffen, denn dieses Medium ist im Lieferumfang nicht enthalten.


Der aus Kunststoff gefertigte Kasten weißt einen kleinen TFT Farbmonitor auf, der mittig angeordnet ist und leicht schräg dem Bediener entgegenstrahlt. 5 Bedienungsknöpfe sogen für mögliche Einstellungen des Gerätes. Mehrfaches Drücken eines der Knöpfe, lässt im Monitor die Funktion und Einstellung erkennen. Einmal alles justiert, kann der Apparat mit diesen Werten öfters benutzt werden.


Link und rechts an der Gehäusewand befinden sich die Filmspulen-Aufnahmeachsen. Adapter ermöglichen, die beiden klassischen Filmformat-Spulen aufzustecken. Von links nach rechts wird der Film ablaufen, der, so empfehlen wir, auf alle Fälle vor dem Scannen von mögliche Staubpartikeln und Fusseln gereinigt werden sollte.


Mittig, im unteren Bereich des Apparates befindet sich eine kleine Konsole mit einer aufklappbaren Filmführung und einem mattierten Fenster, das der eingebauten Lichtquelle. Über dieser Einrichtung befindet sich das Kameraobjektiv des Scanners. Die genaue Fokussierung des Objektivs kann, sofern es die Werkseinstellung erforderlich macht, über einen der Bedienungsknöpfe nachgestellt werden. Gleiche gilt für die Bildzentrierung.


Legt man nun den zu scannenden Film in die Filmführung und in der Fortsetzung über die drei, rechts am Apparat, vorhandene Führungsrollen, auf die aufwickelnden Spule, kann das Gerät, nach entsprechender Wahl des Filmformats eingeschaltet werden. Der Scannprozess läuft automatisch an. Ein vertrautes Rattern stellt sich ein, als würde man einen Filmprojektor vor sich haben. Und tatsächlich so etwas haben wir vor uns.


Am, zugegeben, sehr kleinen Farbmonitor, lässt sich nun feststellen, welches Bild des Films eingescannt wird. Der Filmtransport ist, verglichen mit einem Filmprojektor sehr langsam, was der einzelnen Bildaufnahmetechnik geschuldet ist. Daher wird eine ca. 120 m langer Filmstreifen, in annähernd 3 1/2 Stunden vollständig bearbeitet. Das Ergebnis ist als MP4-Datei auf einem modernen TV-Gerät bzw. PC, Notebook oder Laptop abspielbar.


Das ein, wie beschreiben, eingescannter Tonfilme nur als Stummfilme erfasst wird, liegt an dem 'Bild für Bild' Scannverfahren. Die Magnetspur eines Tonfilms kann bei der einzeln erfassten Bildaufnahmen nicht berücksichtigt werden. Der fehlende Ton kann folglich nur noch mit einem alten Tonfilmprojektor abgespielt werden, sodass mit einem geeigneten Rekorder, eine digitalisierte Ton-Datei des Films angefertigt wird. Mittels eines Video-Schnittprogramms für PCs, können nun die beiden Dateien, Video (MP4) und Ton (MP3) zusammengefügt werden.


Die Qualität des Scanns ist verglichen mit den älteren Digitalisierungsverfahren mittels Objektiv und Digi.-Rekorder bzw. über einen Spiegelkasten mit Mattscheibe, im AVI-Format, um ein wesentliches besser. Die erreichte HD-Qualität kann sich sehen lassen. Schon deshalb, weil der technische Aufwand nicht mehr so groß erscheint, wie es die ersten Angebote zur Digitalisierung von Schmalfilmen glauben machten.


Inwieweit sich die private Beschaffung eines dieser Scanner loht, muss jeder Filmamateur für sich entscheiden. Doch wer es wagt, wird es nicht bereuen, auf diese schonenden Weise die alten Schätze auf einem modernen TV-Gerät aufflimmern zu sehen. Doch gehört letztlich noch ein wesentlicherer Arbeitsschritt dazu, um den Schmalfilm so zu betrachten wie er ursprünglich aufgenommen wurde.


Das 'Bild für Bild Scannverfahren' überträgt die Bildfolge im 1:1 Schritt, der aber entspricht nicht dem 18 bzw. 24 Bildablauf des Amateurfilms. HD-Videos, auch die der MP4-Dateien, werden üblicherweise mit 30 Bilder pro Sekunde erfasst. Daher laufen die Bilder bei der Vorführung zu schnell über den Bildschirm. Die Lösung: Mittels dem Videoschnittprogramm 'Movie Maker' von MS kann dieser Faktor auf 1:0,6 zurückgesetzt, womit die Ablaufgeschwindigkeit der digitalen Bilder auf die gewünschten ca. 18 Bilder pro Sekunde (B/s bzw. engl. fps) bei der Vorführung erreicht wird.


Auf diesen sappam-Seiten wurde bereits mehrmals das Thema 'Video-Digitalisierung' angesprochen. Wenn Sie mehr wissen wollen, suchen Sie in unserem Archiv mittels Stichwörter, und Sie finden die unterschiedlichsten Beträgen. Bei weiteren Fragen können Sie sich auch an uns direkt wenden.


Wir wünschen viel Erfolg !


UN     





Dieser Beitrag als Wochen Ticker unterliegt dem Copyright © vom sappam.



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Wochenticker Nr. 28

Beitrag Nr.: 08.07.2019      

Autor:       UN - Veröffentlicht  am:   08. Juli 2019 - Mitteleuropäische Zeit - 23:03:46




Was unterscheidet den Stummfilmprojektor vom Tonfilmprojektor?


Eigentlich ist dies eine einfach zu beantwortende Frage und doch sind, was die wesentlichen Details eines Filmprojektors betrifft, diese nicht immer bekannt.


Freilich wir jedermann sagen: Der Stummfilmprojektor bietet keinen Ton, außer dem ihm eigenen Rattern. Hingegen liefert der Tonfilmprojektor neben dem Film, ein zur Filmszene passende Untermalung mit Musik, Umweltgeräuschen oder Stimmen der auftretenden Darsteller.


Filmprojektoren, die Laufbilder vorführen, wurden schon Ende des Neunzehntenjahrhunderts als mechanische Maschine eingeführt. Dies Apparaturen bestanden in erster Linie aus einem Mechanismus, der in schneller Folge einzelne Lichtbilder, die auf einem Zelluloidstreifen, dem Film, festgehalten waren, vor eine Bühne stellt, um dort von einem Leuchtmittel durchleuchtet zu werden. Die Maschine bestimmte diesen wichtigen Takt, der sich zwischen 16 und 24 Mal in der Sekunde wiederholte.


Sinne des Wortes waren diese Apparate noch 'Stummfilmprojektoren'. Die technische Errungenschaft, mehrere Standbilder von einer Kamera hintereinander aufzunehmen und mit einem speziell entwickelten Projektor, diese Bilder in schneller Folge, vorzuführen, war neu und stand für den Anfang des Kinos. Die Gebrüder Lumiere erkannten früh die Magie der schnell hintereinander vorgeführten Fotografien und machten sie zu einem Erfolg in den USA.


Das bei diesen Darbietungen der Ton zum Geschehen auf der Leinwand noch fehlte, wurde anfänglich kompensiert durch eingeblendete Dialogtafeln oder entsprechender Mimik der beteiligten Protagonisten. Fortschrittliche Lichtspielhäuser der 1920er-Jahre ließen Musikkapellen vor der Leinwand aufspielen, um, nicht selten eigens komponierte Musikstücke, den Film mit Spannung zu untermalen.


Parallel zur Entwicklung der Tontechnik, kam auch der Wunsch auf, jeden Film mit Klang und Ton zu versehen. Der Lichtton, die Methode, den Filmstreifen direkt mit einem Tonkanal zu versehen, der 1921 von Berglund in Stockholm vorgeführt wurde, erwies sich für die 35 mm breiten Filmstreifen der Kinos, als ein geeignetes Verfahren. Zumal noch ausreichend Platz neben Perforation und Bildfläche vorhanden war.


Die Problematik, einen Tonfilm für Amateure zu schaffen, zeigte sich bei den ab 1929 eingeführten Schmalfilmen. Anfänglich bei den 9,5 mm breiten Filmstreifen mit mittig angelegter Perforation, und ab 1932, bei dem Normal 8 Format, ein Derivat der 16 mm breiten Filmstreifen, die die Normal 8 Kamera belichteten. Letztere Streifen wurden nach der Entwicklung halbiert, wodurch der 8 mm breite Film entstand.


Diese Filme konnten schon aufgrund ihrer Breite keine Lichttonspur aufnehmen, mangels Platz. Daher ergab sich zwangsläufig nur noch die Lösung ein Zweitgerät für den Ton neben der gleichzeitig aufnehmenden Filmkamera einzusetzen. Das Zweiband-System wurde erfunden. Natürlich erst zu jenen Zeiten, in denen die Tonbandmaschine für den Amateur erschwinglich wurde. Man schreib die 1950er-Jahre.


Filmprojektoren gelten als die 'Nähmaschinen' des Fotografen. Eine, um Grunde genommen, recht einfache mechanische Vorrichtung, die charakteristisch für das ihr typisches Rattern bekannt wurde. Verursacht wird das Rattern eines Projektors durch den Mechanismus des Filmtransports, mittels eines Greifers. Dieser soll den Film für Bruchteile von Sekunden vor eine Filmbühne bringen, wo das Bild kurzfristig stehen bleibt. Eine Umlaufblende zwischen Leuchtmittel und Film vor der Bühne gibt den Lichtstrahl frei, das Objektiv wirft dann das durchleuchtete Filmbild auf eine Leinwand.


Dieses Prinzip, der mechanischen Stummfilmprojektion, findet man bei allen Kinoformaten, vom Kinofilm mit 35 mm bis hin zum Schmalfilm von 16 und 8 mm breiten Filmen. Ganz anders stellte sich die Mechanik eines 8 mm Tonfilmprojektors dar. Ungeachtet der notwendigen Wiedergabetechnik erwies sich stets die Synchronisation der tonerzeugenden Geräte, der Tonbandgeräte, mit einem Projektor bei der Vorführung eines Films, als äußerst schwierig.


Zeil war es immer, den sogenannten lippensynchronen Ton zum Film zu erreichen. Damit dies möglich werden konnte, bedurfte es eines Zusammenschlusses beider Maschinen, was anfänglich mit mechanischen Elementen (flexible Achsen) versucht wurde. Denn Projektor und Tonbandmaschine zeigten unterschiedliche Ablaufgeschwindigkeiten, was zu Verschiebungen zwischen Ton und Film führte.


Wen konnte so ein Effekt befriedigen ? Wenn beispielsweise ein Hund der noch nicht im Bild ist, schon bellte, obwohl der Schauspieler noch immer seinen Dialog spricht. Niemand ! Mehr noch, diese Verschiebungen summierten sich im Laufe einer Vorführung und fielen immer unangenehmer auf, was letztlich unerträglich war.


Erste Verbesserungen gab es als die Tonimpulsteuerung zwischen Tonbandgerät (Stereogerät) und Projektor aufkam. Die dafür geeigneten Projektoren konnten nun besser gesteuert werden, um deren Geschwindigkeit annähernd an die des Tonbandgerätes anzupassen. Maßgebend war, die Veränderung des Projektorantriebes und die dazu gehörende Ansteuerung bzw. der eingesetzte Motortyp.


Den großen Sprung mussten die Hersteller von Amateurfilmprojektoren machen, als das Soundsystem von Kodak 1974 aufkam. Denn nun wurde ein komplettes Magnetton-Wiedergabegerät im Projektor erforderlich. Ganz nebenbei auch ein anspruchsvoller Gleichlaufmechanismus, was erhebliche höhere Ansprüche gegenüber dem Stummfilmprojektor stellte. Als Standard galten die 18 bzw. 24 B/s, beim Sound-Film.


Diese Vorgaben durften nur minimal abweichen, weil ein Gleichlauf des Tonsystems zur Bedingung machte, um das sogenannte Heulen zu vermeiden. Schließlich waren Tonspur (Magnetstreifen) und Bild auf dem Film fest verbunden. Jede Unregelmäßigkeit im Ablauf wäre sofort als 'flutter' wahrgenommen, einen verzerrten Ton.


Folglich kamen mechanisch anspruchsvollere Antriebe in den Projektoren zum Einsatz. Antriebe wie, die Tonwelle (Capstan), also Wellen die mit großen Schwungrädern verbunden, jede Unregelmäßigkeit der Umdrehungsgeschwindigkeit des gezahnten Soundantriebrades, ausgleichen können.


Auch Direktantriebe mit Synchronmotoren wurden angeboten. Varianten die sehr anspruchsvoll auf Alterung, insbesondere bei Verharzung der eingesetzten Schmiermittel in der Mechanik reagierten. Längere Standzeiten dieser Projektoren zeigte in der Folge gerne Unregelmäßigkeiten im Betrieb.


Die Kombination von klassischer Mechanik und Elektronik brachte dem Hobbyfilmer keine großen Vorteile, auch wenn die gut gemachten Filme nun lippensynchronen Ton hören ließen, bzw. zeigten. Der gesamte (Kosten) Aufwand der für einen Tonfilm getrieben werden musste, rechtfertigte sich nicht mehr, zumal schon die ersten Video-Geräte vor der Tür standen, bei denen der Ton neben dem Bild mit aufgezeichnet wurde.


Anfang der 1980er-Jahre war die Elektronik so weit entwickelt worden, dass eine Ablösung des Zelluloidfilms sichtbar wurde. Auch wenn es noch Jahre bei vielen Hobbyfilmern bedurfte, zu erkennen, dass der Video-Film, ob analog oder digital, die Zukunft sein wird.


UN     





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