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Archiv: Beiträge u. Berichte über August
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Wochenticker Nr. 32
Beitrag Nr.: 05.08.2022      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   05. August 2022 - Mitteleuropäische Zeit - 09:32:12




Wurden die Schmalfilmer überhaupt jemals von Profis
der Kinotechnik erst genommen ?



Ein Politiker würde die Frage nicht sofort beantworten. Hier können wir aber sagen: ja, es ist so, die Schmalfilmtechnik wurde von den Profis nie richtig erst genommen.

Ob es ein Berufsethos war oder nur Gleichgültigkeit gegenüber dem kleinen Bruder, sei dahingestellt. Richtig ist es aber, dass der Schmalfilmer kaum Beachtung oder Würdigung erfuhr, die aus dem Lager der professionellen Kinoszene kamen.

Klar: Das schmale Filmformat von 8 mm und der in jedem Vergleich nicht mithaltenden Bildqualität stellte tatsächlich keine Konkurrenz für die Profis dar. Schon gar nicht, was die eingefangenen Szenen, ob zufällig oder bewusst gestaltet betraf.

Lediglich die schon unter dem Begriff Schmalfilm fallenden Apparate und Filme für das 16-mm-Format schienen gelegentlich erwähnenswert zu sein. Darunter vielen einige Filme aus dem Bereich ' Beobachtete Natur ' und ' Leben der Insekten ', was schon von den Walt Disney Studios in den 1950er-Jahren praktiziert und in den großen Kinos vorgeführt wurde.

Der klassische Schmalfilm im 8-mm-Format kam auch, was die Fachbücher betrifft, kaum in den Handel. Lediglich in Ost-Europa - genauer, nach 1945 - wurde einige interes- santen Veröffentlichungen zum Amateurfilm und die angewandte Technik gemacht.

Dazu sind die Autoren H.C. Oppermann und Peter Sbrzesny zu erwähnen, die in zahlreichen Auflagen ihrer Bücher eine umfangreiche Auskunft geben, die dem Schmalfilmer oftmals halfen, bestimmte Dinge bzw. Eigenschaften der Kinematografie zu verstehen. Der eine veröffentlichte in München seine Werke, der andere in Leipzig.

Im übrigen, in Ost-Deutschland wurde entgegen allen Vorstellungen das Hobby Schmalfilm intensiver gelebt als in West-Deutschland, obwohl hier das Angebot an moderneren und leistungsfähigeren Apparaten größer war. In Ost-Europa, zu dem politisch geprägten Begriff gehörte auch Ost-Deutschland, wurde die Freiheit, den Amateurfilm zu gestalten, höher gefeiert als im West-Europa.

Der ständige Druck der professionellen Filmindustrie, mit ihren unendlichen Möglich- keiten modernste Technik einzusetzen, um im Wettbewerb des Großen Kinos zu bestehen, ließ für Kommentare zum privaten Amateur- schmalfilm keinen Raum.

Die Filmemacher der bekanntesten Film-Studios der Welt setzten alle ultimativen Techniken ein Dinge die dem Amateur weitgehend verborgen blieben.

Typischer Fall war die Breitwandprojektion, das Cinemascope-Verfahren, das mit speziellen Linsen die Bilder seitlich streckte. Das dabei auch eine andere Proportion der Bild-Ästhetik entstand, konnte dem Amateur - so wurde argumentiert - eigentlich nicht zugemutet werden. Doch die Firma E. Bauer bot eine Lösung mit ihrem Modell Bauer 88 E durch den Einsatz des Anamorphots (Isco) an. Eine Möglichkeit das klassische Seitenverhältnis des Kinofilms von 4:3 um den Faktor 1,5 seitlich zu verändern. Es bleib eine Rarität.

Nur wenige Filme im Normal 8 Format wurden so gedreht, auch wenn das gleiche Objektiv von Isco problemlos vor den Projektor gesetzt werden konnte, um das gestauchte Film-Bild auf der Leinwand entzerrt zu projizieren.


 


Aber solche Filme mit Bildern gespreizter Seitenlänge lösten keinen Rummel, weder bei den Amateurfilmfreunden noch bei Profis aus, denn die Bildqualität litt doch sichtlich. Was nicht verwunderte, zumal nun das Korn des Film-Materials übermächtig wurde.

Endgültig tot war auch die Breitbild-Technik für den Amateur durch die konsequente Einführung des Vario-Objektivs an Schmal- filmkameras. Dies nachdem das Turret, die Revolver-Halterung für Objektivvorsätze. Zoom-Objektive erlaubten den Reflexsucher, der zum Standard wurde. Eine Anamorphot-Linse lies sich nun nicht mehr starr montiert am vorderen Objektivring befestigen, da dieser für die Entfern- ungseinstellung frei beweglich sein musste.

Nun ausgestattet mit den Zoom-Objektiven, bekamen die Schmalfilmkameras ein sehr präzises Bauteil, durchaus vergleichbar mit einem guten Objektiv an Profi-Kameras des Großen Kinos, doch der Umstand, dass diese Objektive mit dem Kamerakörper - dem Body - fest verbunden waren, machte die Schmalfilmkameras wiederum zum unbedeu- tenden kleinen Bruder der Filmtechnik.

Kaum eine Innovation, und derer gab es im Laufe der Jahre mehrere konnte die Profis überzeugen, sich für das Format zu erwär- men. Nur Film-Klubs kamen gelegentlich in Kontakt mit den Größen der Profi-Kinos.

Selbst auf Festivals der Amateurfilmer zeigten sich die professionellen Filmemacher selten bzw. wenig, es sei denn, ein 16-mm Film hatte sich schon im Vorfeld einen Namen gemacht. Das Super 8 Format schaffte aber so gut wie nie den Durchbruch.

Auch der bekannte Filmregisseur Steven Allan Spielberg (* 1946 - USA), der vorgab, mit einer Amateurfilmkamera zum ersten Mal mit dem Filmemachen in Kontakt gekommen zu sein, gestand in seiner Filmproduktion, mit dem Titel ' Super 8 ' dem Amateurfilm eine zentrale Rolle in der fiktiven Handlung des Films zu, doch über die Mög- lichkeiten, die die Amateurfilm-Technik in Wirklichkeit dem Hobbyfilmer an die Hand gab, kam nie eine bewundernde Aussage.

Natürlich kann man die großen Filmkameras, die in den Filmstudios und am Set im Freien stehen, nicht mit einer Schmalfilmkamera vergleichen. Dies gilt selbstverständlich auch für die Projektortechnik im Großen Kino, die wesentlich komplexer ist als die des Heimprojektors für das Schmalfilmformat.

Und dennoch, die Hersteller von Schmal- filmkameras haben sich immer bemüht, eine eindrucksvolle Technik anzubieten, die dem wirklich ambitionierten Amateur eine relativ breite Anwendung ermöglichte, z. B. eindrucksvolle Effekte mit nur einem Apparat in Händen.

So konnte der Amateur mit hochpreisigen Filmkameras neben der lippensynchronen Tonaufnahme auch die Szenen-Überblend- technik, den Zeitlupen- bzw. Zeitraffer-Effekt problemlos einsetzten. Einzelbildaufnahmen für den Trickfilm gab es schon sehr für. Mit den sehr leistungsstarken Vario-Objektiven - mit einem Zoom-Faktor bis 12 - wurde der überzeugende Effekt der Kamerafahrt möglich, wenngleich nur mit einem Stativ diese Filmszenen ruhig blieben.

In der letzten Entwicklungsfase der Schmal- filmkameras gab es noch die AutoFocus (AF) Lösung und nicht zu vergessen die licht- starken Zoom-Objektive die bei Kerzenlicht erstmals liebliche Filmszenen ohne Kunstlicht ermöglichten.








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