Zum 'Hingucker' unserer Site. In dieser Woche, der Bauer T 182 Automatic Duoplay.

Die Firma Eugen Bauer, wurde ab 1932, in Schritten von der Unternehmensgruppe Robert Bosch AG übernommen. Hier fertigte man Bauer Filmprojektoren für das große Kino und den Schmalfilmbereich. Es waren die 16 mm Projektoren für den Gebrauch in Schulen, zwecks Ausbildung, sowie ganz allg. für Werbezwecke. Parallel zu diesem Fertigungsprogramm bot man auch 8 mm Schmalfilmprojektoren für den Amateur an, wodurch das Unternehmen neben den anderen Produkten der Filmtechnik, zu einer der weltweit umsatzstärksten Firmen der Branche gehörte. Da die sappam-Sammlung derzeitig nur Apparate für den Amateurbereich auf diesen Seiten listet, können wir heute den Neuzugang des Monats April vorstellen und zum Hingucker der 18. Kalenderwoche im Jahr 2017 machen, den Bauer T 182 Automatic Duoplay. Ergänzt durch eine Bilderstrecke, die den Projektor aus verschiedenen Blickwinkeln zeigt, fällt auf, dass Bauer das firmeneigene Konzept der kompakten Bauweise trotz Toneinrichtung beibehalten hat. Es ist kaum zu glauben, dass wir im sappam derzeitig weder über eine Bedienungsanleitung noch über ein von Bauer ausgegebenes Datenblatt zu diesem Modell verfügen. Deshalb ist uns eine detaillierte Beschreibung zum heutigen Tage nicht möglich. Sollte jemand unter unseren Besuchern, zum Thema Projektoreigenschaften, einen Beitrag leisten können, würden wir uns freuen, damit das Datenblatt des T 182 entsprechend ergänzt werden kann.

Warum hat eine Super 8 Filmkamera einen eingebauten Tageslichtfilter ?

Als Kodak im Jahr 1964 das Super 8 Konzept mit einer Kassette vorstellte, in der bereits das bekannte Filmmaterial Kodachrome 40 Typ A des Hauses im eigens entwickelten und patentierten Cartridge untergebracht wurde, zeigte sich, dass dieses Filmmaterial auch für Kunstlicht auszulegen war. Damit nun die auf das Super 8 Format konstruktiv ausgelegen Schmalfilmkameras bei Tageslicht eingesetzt werden konnten, musste in jeder dieser Super 8 Filmkameras der sogenannte 85 A Tageslichtfilter serienmäßig eingebaut sein. Diese unscheinbar aussehende Scheibe hat einen leichten orange Farbton. Damit sich dieser Filter auch beim Einsetzen der Filmkassette, zwischen Linse und Filmbühne schiebt, wurde eine Codierung am Kassettengehäuse genutzt. Diese Einrichtung in der Filmkamera ersparte dem Nutzer, auf eine korrekte Einstellung achten zu müssen. Wurde Filmmaterial, welches ausschließlich für Kunstlicht gedacht war (z. B. Ektachrome E 160 Typ A), bestimmte die Codierung am Cartridge das Beiseiteschieben des Filters. Wurde dagegen mit einem Standardfilm und Kunstlichtbrenner gefilmt, so musste ebenfalls der Tageslichtfilter manuell oder halb automatisch beiseitegeschoben werden. Anfänglich geschah dies mit einem geeigneten Schlüsselblech, später mit einer Schraube oder einem Schieber, der an der Filmkamera saß. Die Lichtempfindlichkeit des Standard Super 8 Filmtyps - gemeint sich hier alle Fabrikate - wurde für Tageslicht nach ISO 25/15° = 15° DIN (ASA 25) und für Kunstlicht nach ISO 40/17° = 17° DIN (ASA 40) angegeben. Vergaß man das Filter, nach einer Kunstlichtszene wieder einzulegen, wurden alle Tageslichtaufnahmen blaustichig. Ein ärgerlicher Effekt, der sich auch in besonderen Fällen bemerkbar machte, nämlich dann, wenn in einem Zimmer mit Kunstlicht gearbeitet wurde und der Schwenk in eine Tageslichtquelle, z. B. dem Fenster, überging. Diese oder ähnliche Übergänge konnten das Filmmaterial nicht ohne die oben erwähnte Farbverschiebung leisten.

Welchen Unterschied zeigte eine Filmkopie zu einem Original ?

Wer unter den Amateurfilmfreunden kannte sie nicht, die kurzen Filmchen Mickey Mouse und Donald Duck, Märchenverfilmungen von Schneewittchen oder Hänsel und Gretel, die im Super 8 Filmformat angeboten wurden. Auch so mancher Krimi - Jerry Cotten und Co. - wurde oft auf Zelluloid für den Amateurprojektor feilgeboten. Manchmal mit Ton, manchmal auch nur stumm. Dieses Filmmaterial stammte aus Kopieranstalten und hatte bei Weitem nicht die Qualität des Originals. Solche Kopien konnte man leicht daran erkennen, dass der Seitenstreifen - da wo die Perforationen des Films sind - durchsichtig erscheint. Original Filmmaterial weist dagegen durchgehend den dunklen Streifen auf. Kopierte Filme sind zudem in den Farbnuancen etwas anders, was sich sehr unangenehm auswirkt, schneidet man kopierte Filmszenen zwischen original Filmmaterialszenen. Nicht selten gab es dann Endtäuschungen, wollte man den privat gedrehten Urlaubsfilm mit einigen Flughafenszenen einer Filmkopien ergänzen, oder, was oft der Fall war: Man mischte das auf Touristenflügen angebotenen 15 m Filmmaterial, welches einige Filmszenen aus dem Cockpit des Fliegers, des Inneren der Kabine und Szenen die normalerweise ein Tourist nicht filmen konnte, ab. Und doch, letztlich gab es eine durchaus stattliche Anzahl von kopierten Filmtiteln, die der Handel anbot. Heute, nach mehr als 30 Jahren, zeigt sich allerdings, dass Filmkopien durch Alterung mehr leiden als das gute Filmmaterial, das von Kodak auf den Weltmarkt gebracht wurde. Wir können dankbar sein !

Warum gibt es Tiefenschärfetabellen in einer Bedienungsanleitung ?

In einigen Bedienungsanleitungen, die zusammen mit Schmalfilmkameras ausgeliefert werden, findet man unter anderem eine Tiefenschärfetabelle. Zoom-Reflex-Objektive, die sich an einer solchen Schmalfilmkamera befinden, sind komplexe Konstruktionen der Optik. Bei ihrer Nutzung sind einige Punkte zu beachten, will man scharfe Objektkonturen im Bild haben. Es ist bekannt, dass die Tiefenschärfe eines Objektivs mit zunehmender Lichtstärke, also je besser die Bildszene ausgeleuchtet ist, auch an Tiefenschärfe zunimmt. Soll heißen: Der Abstand vor und hinter dem angepeilten Objekt wird umso länger konturenscharf abgebildet, je mehr Licht vorhanden ist. Dunkle Szenen lassen nur geringe Toleranz in der Tiefenschärfe zu. Ähnliches gilt auch für die jeweilige Brennweite. Hier gilt: je kürzer die Brennweite um so größer die Toleranz der Tiefenschärfe. Folglich bilden Tele-Einstellungen (lange Brennweite) an einem Zoom-Objektiv auch geringere Tiefenschärfe aus. Um dem Anfänger hier Hilfestellung zu geben, genügen diese als Drucksache mitgelieferten Tiefenschärfetabellen. Hier werden die Angaben in Meter bzw. Zentimeter angezeigt, wenn am Objektiv eine vorgegebene Entfernung eingestellt ist. Zoom-Objektive liefern daher auch die berühmten Blütenszenen, bei der eine Kirschbaumblüte, mit einer Biene besetzt, bildfüllend, eindrucksvoll zu sehen ist. Fliegt die Biene fort, wird die Brennweite von Tele- auf Weitwinkel gezogen, sodass der voll in Blüte stehende Baum ins Bild rückt. Dabei werden unverhoffte alle Konturen sukzessiv schärfer dargestellt, obwohl zuvor die Äste und andere Blütenstängel unscharf im Bild, die Biene, gut sichtbar in den Vordergrund stellte. Ideale Einstellungen am Objektiv werden in der Regel mit farbigen Markierungen am Objektivring hervorgehoben. Das ist meist ein mittlerer Bereich, bei einer Brennweite von ca. 15 mm und der Entfernung auf 5 m. Diese Einstellung liefert unter normalen Lichtverhältnissen (Tageslicht), ab 1,5 m vor der Kameralinse bis unendlich, ein scharfes Bild.

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Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 05.11.2015
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Werden Fotoalben und Schmalfilme im privaten Familienbesitz uninteressant ?

Seitdem es die Smatphones gibt, die hier und überall Fotos und Kurzfilmchen erzeugen, die sich zudem noch gleichzeitig versenden lassen, erweisen sich Familienfotos mehr noch die Familienfilme analoger Machart als uninteressant. So könnte man es meinen. Und doch zeigt sich immer wieder das gleiche Verhalten der Menschen, nämlich wenn es um ihre ganz persönliche Wurzen geht. Das mögen in einem Lebenslauf seltenere Gelegenheiten sein, aber wenn z. B. 2 Menschen sich verlieben, ein neuer Erdenbürger geboren wird oder ein Todesfall die Familien betrifft, dann werden nicht nur Erinnerungen ausgetauscht, die dem Einzelnen der Betroffenen durch den Kopf gehen, nein, es werden auch Gegenstände aus Familienbesitz, Filme und Erinnerungsfotos, ja sogar Schriftstücke herbeigeschafft, wenn sie denn noch vorhanden sind. Es lässt sich nicht leugnen, dass solche Ereignisse immer wieder im vertrauten Familienkreis auftreten, die Anlass geben, nochmals das Vergangene herbeiholen zu wollen. Seit dem das elektronisch erzeugte Bild aufgekommen ist, hat sich die Anzahl der gemachten Bilder, wir denken da auch an die Selfies, um ein vielfaches erhöht und nicht selten werden diese Bilder und Video-Clips nur ungeordnet auf einem Computer, einer Cloud verwaltet. Das ist aber nicht viel anders als früher, wo Fotos oder Amateurfilmen im Schuhkarton landeten, dann im Schrank versammelt, mit anderen Dokumenten. Es wird mit Sicherheit der Tag kommen, an dem auch einmal die digitale Bilderwelt, zwecks Auffrischung der Erinnerungen, gefragt sein wird: Gibt es noch die passenden Apparate, um die Dateien abzurufen ? Schon heute leiden die meisten Schmalfilmbesitzer darunter, über keinen funktionierenden Projektor mehr zu verfügen. Bei Fotoalben erweist sich das Papier als treuster Freund. Vielleicht gibt es aber zukünftig doch noch eine Maschine, die problemlos alle Fotos oder Filme nach Entstehungsdatum sortiert, ohne das der Betrachter wilde Spekulationen anstellen muss, über das 'Wie und Wann', als dies all geschah. Ob dann allerdings auch die Gesichter auftretender Personen erkannt werden, das steht heute noch in den Sternen.

Neulich ist uns aufgefallen, ...

... dass bei einer Auktion eines international bekannten Internetportals eine in Deutschland selten zu findende Schmalfilmkamera aus der ehemaligen UdSSR, angeboten wurde. Es handelte sich dabei um eine 'Ekran 3', die mit dem kyrillischen Schriftzug versehen nicht sofort, als eine solche erkannt werden konnte. Diese Kameras, die in der autonomen Teilrepublik Tatarsien hergestellt wurden, kamen aus dem Werk OAO Kazan Optic Mechanical in Kazan. Hier wurden mehrere Modelle von Schmalfilmkameras gebaut, darunter auch die mit der Bezeichnung 'Ekran'. Die 1. und einfachste Ausführung besaß nur ein Objektiv, während die darauf folgenden Modelle, die 'Ekran 3' und 'Ekran 4', mit jeweils 3 Objektiven ausgestattet wurden. Leider hat das sappam noch keinen einzigen Apparat in der Sammlung, da diese Schmalfilmkameras in Deutschland (zu DDR-Zeiten) kaum Absatz fanden. Dies war sicherlich dadurch bedingt, weil die in Ost-Deutschland die Konkurrenz an Schmalfilmapparaten der Pentacon-Werke - Dresden - vorhanden war. Heute scheint es noch gut erhalten Ekran-Apparate inkl. Film-Magazin in der Ukraine zu geben. Es wäre auch interessant herauszufinden, in wieweit die von Kazan Optic Mechanical gelieferte Qualität mit den anderen Produkten der UdSSR vergleichbar ist. Hier in Deutschland und Österreich wurden hauptsächlich Schmalfilmkameras der Marken 'Quarz' und 'Lomo' bekannt. Schon deshalb, weil unter beiden Marken auch Apparate für das Super 8 Film-Format ausgeliefert wurden. Wir würden uns freuen, doch noch eines Tages in der Sammlung eine 'Ekran' Schmalfilmkamera zu sehen, mehr noch, wenn diese als Spende dazu käme.

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Bis heute haben wir noch kein Exemplar in der Sammlung.
- die Red. -
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Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 09.06.2015
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Sind Schmalfilmprojektoren für Amateure einfache Maschinen gewesen ?

Eine nicht einfach zu beantwortende Frage, zweifellos ! Geht man zu den Anfängen der Projektorfertigung für Amateure in das Jahr 1932 zurück, wird man feststellen, dass sich in der Konstruktion einer solchen Maschine noch technische Probleme verbergen, die dem Projektor das Prädikat zubilligen muss, eine komplexe Konstruktion zu sein und somit eine nicht einfache Maschine. Allerdings verläuft sich dieses Prädikat einwenig, mit dem immer schneller werdenden Fortschritt in der Beleuchtungstechnik, der Feinmechanik und der Blechverarbeitung - Kunststoffe waren so gut wie unbekannt. Nach dem II. Weltkrieg etablierte sich in Europa und Asien (hier Japan), eine moderne Industrie des Maschinenbaus. Mit dem ständig eingetretenen Fortschritt der Fertigung, als Folge moderner Technologien, wurde auch die Herstellung von Amateur-Projektoren leichter. Findige Lösungen und ausgetüftelte Verarbeitungsmethoden machten nun den Schmalfilmprojektor zu einer scheinbar einfachen Maschine, zumal das Innenleben eines solchen Gerätes selbst für den Hobbyfilmer zu durchschauen war. Wir sprechen von den Stummfilmprojektoren, ob für Normal 8 oder Super 8, die, wenn sie nach 1965 auf den Markt kamen, in einigen Fällen beide Film-Formate annahmen. Mit dem Aufkommen der Tonfilme, bei denen ein auf dem Film angebrachter Magnetstreifen den Synchronton ermöglichte, wurde im Projektor, sowohl die Mechanik als auch die Elektrik - nun gepaart mit Elektronik - komplexer. Um die äußeren Dimensionen eines Amateurgerätes in Grenzen zu halten, damit die Akzeptanz vom Käufer erhalten blieb, mussten sich die Ingenieure einiges Einfallen lassen. Unter diesem Druck bildeten sich komplexere Maschinen heraus, die, wenn einmal eine Reparatur anstand, nur noch vom Fachmann behoben werden konnte. Damit ist eigentlich die oben aufgestellte Frage beantwortet. Man kann ohne Zweifel sagen: Schmalfilmprojektoren gehörten, verglichen mit manch anderen Maschinen ihrer Zeit, nicht unbedingt zu den anspruchsvollsten technischen Geräten, sie reichten dennoch immer aus, viel Freude zu spenden.



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