Über die verschiedenen Ausführungen der in Schmalfilmkameras eingebauten Belichtungsmesser.

Es war in den Anfängen der Schmalfilmkinematografie durchaus nicht üblich einen Belichtungsmesser an der Filmkamera vorzufinden. Ja, man erreichte mit knappe Not die Lösung, einen Film richtig zu belichten in dem Erfahrungswerte eine Blende, es war meist eine Lochblende, die die Vergleichswerte annähernd erreichte.

Die Lichtmenge, was nicht zu verwechseln ist mit der Lichtstromdichte (Lux), die von Belichtungsmessern aus den Anfängen - um 1932 als auch das Normal 8 Filmformat aufkam - angezeigt wurde, arbeiteten mit einem Selen-Fotoelement. Diese Bauelemente erzeugen einen elektrischen Strom bei Lichteinfall, sodass es möglich wurde, mit einem Drehspulmesswerk den Stromfluss auf einer Skala anzuzeigen.

Kalibrierte Belichtungsmesser dieser Bauart empfahlen eine Blendeneinstellung, die sich bei entsprechender Anpassung an die Lichtempfindlichkeit des Films, als die ideale Einstellung erweisen sollte. Für die damalige Fotografie ein wahrer Fortschritt, weil so ungewünschte Über- oder Unterbelichtungen weitgehend vermieden wurden, hielt man sich an die Herstellervorgaben zum Film.

Beim Lauffilm, wo durch die Bewegungen der Kamera- bzw. durch Zoomfahrten die Lichtmengen stark variieren konnten, erwiesen sich solche externen Belichtungsmesser nur als bedingt brauchbar. Man erreichte damit eine Orientierung, zweifelsfrei, doch eine optimale Lösung war es noch nicht.

Fortschritte brachten erst jene Konstruktionen, bei denen der Selen-Belichtungsmesser in der bzw. auf der Filmkamera befestigt wurde. Denn nur so konnte ein verlässlicher Mittelwert der anfallenden Lichtmenge eine Filmszene abgelesen werden, wobei auch die Objektiveigenschaften Berücksichtigung fanden.

Amateurschmalfilmkameras, die nach 1945 gebaut wurden, kamen mit eingebauten Selen-Belichtungsmessern auf den Markt. Lochblenden fanden sich nur noch an äußerst einfachen Apparaten. Außerden erweisen sich diese als zu starr, da sie nur annähernde Lichtwerte berücksichtigen konnten. Die verstellbare Blende, meist als Irisblende verbaut im Objektiv, wurde zum Muss.

Selen-Belichtungsmesser hatten den Vorteil, dass diese keiner zusätzlichen Stromquelle bedurften, was mit den etwas anders aufgebauten und ein wenig anders arbeitenden Belichtungsmessern aus der CdS (Kadmiumsulfid) Gruppe, unerlässlich wurde.

Der CdS-Belichtungsmesser, eine Ausführung, die in den Anfängen um 1960 erstmals an Schmalfilmkameras eingesetzt wurden, arbeitet mit einem Fotowiderstand (engl. LDR). Wie schon aus dem Begriff Fotowiderstand zu entnehmen ist, bedarf es einer externen Stromzufuhr, um den Lichteinfall, messbar am Stromfluss des Widerstands zu erfassen. Daher besaßen die so aus gerüsteten Amateurfilmkameras eine zusätzliche Batterie (PX-Knopfbatterie).

Dieser lichtempfindliche Fotowiderstand konnte an bzw. in der Kamera, getrennt vom Objektiv, angeordnet werden. Damit die Messergebnisse, auf den elektrisch gesteuerte Blendenmechanismus des Objektiv einwirken konnten, musste die Blende mechanisch betrachtet leichtgäng sein. Die damit erreichte automatische Belichtungsmessung machten es an Filmkameras möglich. Es waren die Zeiten, noch vor der Einführung des Reflex-Suchers im Schmalfilmapparatebau.

Mit der Einführung der Reflexsucher und somit der Vario-Objektive, die konsequenterweise mit der Formatumstellung auf Super 8 (1965) von fast allen Herstellern durchgeführt wurde, bot sich die Gelegenheit auf die TTL-Technologie umzustellen.

Trough The Lens, der englische Begriff des Kürzels TTL, arbeitet gleichermaßen mit einem Fotowiderstand oder einer Fotodioden. Nur wurde hier die Anordnung des lichtempfindlichen Bauelements in den Lichtstrahl des Objektivs verlegt, sodass eine noch genauere Messung der einfallenden Lichtmenge möglich wird.

Auch wenn bei dieser technischen Anordnung weiterhin eine gesonderte, Strom liefernde Batterie erforderlich war, stellt diese doch eine noch genauere Blendenanpassung sicher. Vorteilhaft wurde zudem die Möglichkeit, an manchen Filmkameras der zu findende und leicht zugängliche Drehwiderstand zur Blendenkorrektur, welcher eine persönliche Justierung möglich macht. Er erlaubt dem Kameramann neben der normalen Einstellung eine leichte Überbelichtung oder Unterbelichtung vorzugeben, was sich später als die eigene Farbnuance des Films bemerkbar macht.

Die mit der TTL-Technologie erreichten Resultate waren für die meisten Amateurfilmer mehr als zufriedenstellend, auch wenn unverhofft, bei gelegentlichen Gegenlichtaufnahmen (Backlight) die Blendenverstellung ein wenig zu schnell reagierte. Um diesem Effekt der unverhofften Verdunkelung einer Szene entgegenzuwirken, ermöglichten die meisten Filmkameras zudem eine manuelle Blendeneinstellung mittels eines Drehrades.

Leider musste hier erst die Erfahrung vom Kameramann gemacht werden, denn im Sucher konnte die unverhoffte Verdunkelung der Gegenlichtszenen weder sichtbar noch bemerkbar gemacht werden, es sei denn, man beobachtete die Anzeige der Blende und verstand, welch Effekt der Sprung der Nadel bewirkte.

Ein weiterer positiver Aspekt kann hier noch kurz erwähnt werden: Die Blende musste nun nicht mehr im oder am Objektiv montiert werden, sie befand sich unmittelbar vor der Filmbühne im Kameragehäuse. Diese leichtgängigen Teile hatten allerdings so gefertigt zu sein, dass auch bei einem Schwenk der Kamera, in welche Lage und Richtung auch immer, die sich die Blende stabil verhält und nicht verstellt wird.

Mit dem Aufkommen der SoundkameraSoundkameras, die einen höheren Stromverbrauch, bedingt durch die hinzugekommene Elektronik forderte und daher ihre Stromversorgung von meist 6 AA-Alkali-Zellen bekam, lag es nahe, dass die TTL-Blende ebenfalls aus dem Batteriepack mit Strom versorgt wurde. Somit entfiel die vormals erforderliche PX-Knopfzelle. Diese wurden - dies sei noch kurz erwähnt - mittlerweile aus Umweltschutzgründen aus dem Verkehr genommen.




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