Ab Februar beabsichtigen wir vom sappam
nochmals eine DIGI-Aktion zu starten.

Zum 1. Februar 2022, dem Tag, an dem das Schmalfilm-Apparate-Museum seinen 13. Jahrestag zur Präsens im Internet feiert, starten wir nochmals eine der schon mehrmals durchgeführten DIGI-Aktionen.

Allen Besuchern, die erst in letzter Zeit, diese Seiten des sappam im Internet entdeckt haben, können wir nur empfehlen, sich die Monate Februar und März zu merken, sollten sie einen Schmalfilmapparat, egal in welchen Zustand, dem Museum spenden können und ganz nebenbei noch einen 8 mm breiten Amateur-Schmalfilme besitzen, der vielleicht doch noch digitalisiert werden sollte.

Viele Apparate, die sich Filmamateure in den 1960er- und 1970er-Jahren beschafft haben, werden in heutiger Zeit auf profane Art entsorgt, was der nachfolgenden Generation nicht zu verdenken ist, denn tatsächlich sind all die Dinge kaum mehr zu gebrauchen.

Für Filmkameras gibt es keine Filme mehr, zumindest nicht solche, die zu einem ver- nünftigen Preis gehandelt werden. Vorhan- dene Amateurfilme, die unsere Vorfahren anlässlich wichtiger familiären Ereignissen, wie Urlaubsreisen oder Hochzeiten machten, können kaum mehr projiziert werden, mangels intakter Projektoren.

Daher kann man es niemanden verdenken, wenn im Jahr 2022 bei Aufräumungsarbeiten einer Wohnung diese Dinge, die allem Anschein zu dem Hobby Filmamateur zählten und nun nur noch unnötig Platz einnehmen, entsorgt werden.

Doch bei einem Fund von Schmalfilmen, also jene Streifen, die sich auf Spulen befinden und als Dokument die schönsten Zeiten unvergesslich machen sollten, die sollten auch heute noch aufbewahrt werden. Egal wer sie in die Hand bekommt.

Die Klassiker großer Sammlungen sind die Kunstwerke wie Gemälde und Skulpturen. Bücher hingegen, werden in Bibliotheken aufbewahrt und stellen im allg. einen Kulturschatz dar. Und seit der Erfindung der Fotografie kommen noch Fotos und kinematografische Arbeiten, mithin Filme, hinzu.

Bibliotheken und Museen sind die Häuser, in denen die Werke, die der Mensch je geschaffen hat, bewahrt und gepflegt werden. Ja, auch Kinos werden bald zu diesen besonderen Häusern gehören, auch wenn es heute noch nicht danach aussieht. Es sind nur wenige, die sich solch ausgewähl- ter Projekte annehmen, die der Gesellschaft letztlich doch als Kulturgut zugutekommen, egal welcher Herkunft oder Machart.

Was in all diesen Häusern aber wichtig ist, ist dafür zu sorgen, die ihnen anvertrauten Objekte so zu lagern und zu speichern, das ihr natürlicher Verfall gehemmt wird, wenn er doch nicht aufgehalten werden kann.

Künstliche Speichermedien dienen dazu, diese Vergänglichkeit, die allem eigen ist, zu überbrücken. Daher werden Bücher, Fotos und Filmmaterial in großen Mengen auf modernsten Speichermedien festgehalten. Ganze Industriezweigen kümmern sich darum und werden damit beschäftigt. Ob mit kommerzieller Absicht oder idealisiertem Sammelrausch.

In der Entwicklung der Menschheit bekam die Vorratshaltung immer einen besonderen Stellenwert und mit ihr begann die Gabe des Sammelns. Alles was gesammelt wurde und wird, kam als Vorrat in einen Speicher. Begonnen hat es mit Höhlen oder Gruben. Gefolgt von Scheunen und Schuppen, die zur Lagerung von Lebensmittel geeignet waren.

Selbst heute ist diese Art des Speicherns noch üblich. Im Laufe der Evolution erweiterten die Menschen ihre Speicher- möglichkeiten. Speichermöglichkeiten sind beispielsweise schon der Papyrus der alten Ägypter und letztlich das Buch, das als solches dazu zu zählen ist. Es waren und sind diese Speicher, in denen das Wissen, das sich der Mensch erwarb und festgehalten wurde, damit es den darauf folgenden Generationen vermitteln werden kann.

Da alle Dinge dieser Welt vergänglich sind, so sind auch die Speicher mit all dem gesammelten Inhalten nur für eine relativ kurze Zeit der Menschheitsgeschichte verfügbar, man könnte auch sagen: voll funktionstüchtig. Daher müssen sie sorgsam verwaltet und zu gegebener Zeit auf den neusten Stand von Speichermedien übertragen werden. Eine Sache, die mit der Einführung der elektronischen Speicher- medien in heutiger Zeit eine hohe Aufmerk- samkeit in der Verwaltung abverlangt.

 

Mechanische Speichermedien sind aufgrund ihres denkbaren Verschleisses eindeutig Pflegebedürftig. Chemische Speichermedien, wie es die fotografischen Filme sind, die es erste seit knapp 200 Jahren gibt, kommen heute schon an ihre Grenze der Haltbarkeit. Selbst bei sorgsamer Pflege. Die sogenannten Schallplatten machten es möglich volatile Tonereignisse zu speichern.

Elektronische Speichermedien, die erst vor wenigen Jahren erfunden wurden, ange- fangen bei der gezielten Magnetisierung von Drähten oder sein Pendant, das Magnetband, weisen schon nach circa 90 Jahren schwächen der Haltbarkeit auf.

Im Rahmen der bereits gewonnenen Erkenntnisse mit oder über elektronische Speichermöglichkeiten, ist es gelungen unter anderem auch abstrakten Dinge in digitaler Form zu speichern. Darunter zählen in erster Linie Bilder und Filme. Auch Daten jeglicher Art, wenn diese in einer schriftlichen oder einer anderen sinnbildartiger Weise festgehalten sind können heute auf elektro- nischen Wege digital gespeichert werden.

Seit der Einführung von Personal Computern (PC) Anfang der 1980er- Jahre, werden die sogenannten Festplatten genutzt um die generierten PC-Daten zu speichern. Mit der Einführung des Internets, das hauptsächlich solche gespeicherten Daten übermittelt, fing es an, alle möglichen Daten zu speichern.

Es ließ nicht lange auf sich warten, und fin- dige Programmierer gründeten Unternehmen (Start-Ups), die sich ausschließlich mit der Verwaltung von abgelegten Daten (auf Datenbanken) und mit deren Sortierung bzw. ihrer wieder Bereitstellung (Suchmaschinen) widmeten. Die Krönung dürften heute angebotenen die Clouds sein, Datenbanken die irgendwo in der Welt stehen und alles was kommt speichern.

In verschiedenen Zwischenstufen der Aufzeichnungstechnik, von binär verarbei- teten Daten auf Magnetbänder, Floppy-Disk und Festplatten, alle mit ihren spezifischen mechanischen Laufwerken, sind noch die silbernen Scheiben, der CD-ROM und DVD-Datenträger zu nennen. Genauso wie die heute als SSD-Festpaltten bekannten Geräte, die zumindest in kleinerem Maßstag Anwendung finden, gelten als das Mittel der immer leistungsfähigeren Speichermedien

Bei all diesen technischen Möglichkeiten ist nicht immer eine Kompatibilität des Auslesens zwischen den Systemen gewährleistet. Schon gar nicht, wenn es um ganz unterschiedliche physikalische Speichermedien geht. So z. B. das zwischen einem klassischen Filmstreifen, der mittels Projektor auf einer Leinwand die Daten, hier das Bild und der Ton, wiedergibt und einem digitalen Film, der ein komplexes elektronisches Gerät benötigt um sinngemäß abgespielt zu werden.

Von dieser hier letztlich angesprochener Situation der Inkompatibilität sind auch die Amateurfilmer betroffen, deren Speichermedium Film nicht ist mit den modernen elektronischen Techniken des 21. Jahrhunderts ohne Weiteres abgespielt werden können.

Das sappam hat sich nun dieser Tatsache dahingehend angenommen, in dem es in besonderen Fällen, Amateurfilme des Normal 8 oder Super 8 Filmformats in einem Bild für Bild Scannverfahren digitalisiert. Das Museum selbst sammelt keine Filme aus diesem Bereich, bekommt aber gelegentlich Filmstreifen zugesandt, die es Wert sind digitalisiert zu werden.

Um hier doch noch eine Brücke zu schlagen, ruft das sappam in einer zeitlich begrenzten Aktion, ab dem 1. Februar 2022, zur Spende eines Schmalfilmapparates auf und bietet im Gegenzug, sofern beim Spender noch vorhanden, die kostenlose Digitalisierung eines maximal 120 m langen Amateur- filmstreifen. So sollen Filmdokumente erhalten bleiben und ihre Inhalte auf einem heute üblichen TV-Gerät wieder sichtbar gemacht werden. Ein USB-Stick als das angepasste Speichermedium macht es möglich.

Weitere Informationen zu einer Beteiligung und der rechtlichen Hinweise, erfahren Sie ab Aktionsbeginn auf unserer Web-Seite sappam.de unter dem Link Spenden.

Wir im Schmalfilm-Apparate-Museum würden uns freuen auch ihren Film digitalisieren zu können. Gerade in Corona-Zeiten kann ein Rückblick große Freude machen. Mehr noch ein gespendeter Schmalfilm-Apparat käme in gute Hände.



UN     



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