Sind es nur noch die Älteren unter uns, die sich für den Schmalfilm interessieren?

Wenn man die Entwicklung der Fotografie, besser gesagt, die der Technik ansieht, wird einem schnell bewusst, dass die Fotografie auf chemischer Basis kaum mehr Existenzberechtigung erfährt. Es sei den, ganz spezielle Anwendungen kämen infrage. Nämlich da, wo noch eine aussendordentliche Auflösung zu erwarten ist oder wo sich Künstler mit der Materie beschäftigen.

Selbst in der Medizin und Astronomie, wo überzeugende Bilder die Menschen im vorherigen Jahrhundert in Staunen versetzten, ist das elektronisch erzeugte Bild nicht mehr wegzudenken.

Unter diesem Vorzeichen kann es nicht verwundern, dass auch das Kino, ob groß oder klein, nun Digital arbeitet. Und dass die technischen Geräte und Apparate, die uns die analoge Filmindustrie bereitstellte, nun zum alten Eisen gehören.

Die Nutzung, um nicht zu sagen, Handhabung jener, für Zelluloidstreifen gebauten Apparate, gerät ebenfalls langsam aber sicher in Vergessenheit, so wie der Bau von Kameras und Projektoren und anderer Hilfsmittel, die 120 Jahren lang den Profis des Films das Handwerk erleichterten. Für Amateure des Schmalfilms standen 80 Jahre technischer Entwicklungen und seinen Fortschritten zur Verfügung, die erst, so könnte man heute sagen, ab dem Jahr 2000 definitiv ihr Ende fanden.

Dass es noch heute einzelne Schmalfilmer gibt, ist verständlich, zumal das Medium wirklich begeistern kann. Dennoch muss man gestehen, dass die elektronische Bilderfassung kaum mehr infrage zu stellen ist, betrachtet man die Einfachheit, mit der die Filmschaffenden mittlerweile die Apparate nutzen.

Wenn es auch nicht unbedingt 1000 Vorteile sind, so sind es genug, um jeden davon zu überzeugen, was Bildqualität und Bearbeitungsmöglichkeiten betrifft. Selbst die hochauflösenden Vorführmöglichkeiten, an denen es am längsten scheiterte, den Durchbruch zu erhalten, sind heute zur Norm geworden. Bei entsprechendem finanziellem Einsatz für solche Apparate kann sogar die Leistung der Wahrnehmung des menschlichen Auges, überflügelt werden. Mit der 4K (Ultra HD) Technik.

Der klassische Filmamateur von heute dürfte auch jener passionierte Filmer gewesen sein, der schon vor 40 oder mehr Jahren den Filmstreifen als sein Hobby erkor. Und doch sind dabei die Gelegenheitsfilmer von den Filmproduzierenden zu unterscheiden. Letzter dürften jene Menschen sein, die sich stundenlang mit dem ihnen vorliegenden Filmszenen und der dahinter liegenden Geschichte (Story) beschäftigen. Mal mit Ton- mal mit Stummfilmen.

Dabei muss man nicht als konservativ gelten, legt man dieses Verhalten als einen besonderen Maßstab an. Vielleicht sind es gerade diese Fähigkeiten etwas zu erreichen, vielleicht aber auch nur die Möglichkeiten, mit vorhanden Gerätschaften zu arbeiten. Die Freude am Geschehen, am Machen und am Tun ist hier die Antriebsfeder. Das die jüngeren Semester mit dieser alten Technik nichts anfangen können, kann als Selbstverständnis betrachtet werden.

Wenn heutzutage junge Leute, dem klassischen Filmstreifen noch Aufmerksamkeit schenken, so liegt das in der Regel am gezielten Wissensdurst, wann und wie der Film eigentlich entstand und mit welchen Mitteln das Laufbild letztlich erreicht wurde. Also dürften es die Studierende des Faches Kinotechnik sein, die hier noch einmal auf die Vergangenheit zurückschauen, und mehr nicht.

Angefangen hat die Kinematografie mit der nicht ganz ungefährlichen Nitrozellulose (Zelluloid) als Trägermaterial für lichtempfindliche Emulsionen. Ein Material, das leicht entzündlich war und daher im Projektor mit heißer Lichtquelle (Lampen) zu Brennen neigte. Diese leichte Entfammbarkeit des Films auf Nitratbasis lag schon bei knapp über 38°C. Erst mit der Einführung des Sicherheitsfilms auf Zellonbasis um 1933, beruhigte sich die Film-Branche, sodass auch Amateure in den Genuss kamen, Filme in den nun kleiner gewordenen Filmkameras und Projektoren (dem Normal 8 Format) gefahrlos zu nutzen.

Kodak, einmal der weltweit größte Hersteller von Film-Material genoss bei den Amateuren unvergleichliche Reputation, mit dem Kodak-Chrome (K 40) Film auf Acetatbasis. Ein Film-Material, das bis zum Schluss des Amateurfilm-Booms, 1990 als unvergleichlich gut galt. Fuji Photo, der japanische Hersteller, von Fuji-Color-Film konnte einen eigenen Filmtyp, mit dem Trägermaterial auf Polyesterbasis, bei Amateuren (Single 8) erfolgreich einführen und vermarkten. Der Vorteil dieses Film-Materials war, dass es um 1/3 dünner war als das von Kodak.

Auch wenn mit dem dünneren Trägermaterial die Super 8 Kassetten um einige Meter an Länge erweitert hätte werden können, Kodak hat sich dieses Materials auf Polyesterbasis nie angenommen.

Der Umstand, dass der klassische Film zur Entwicklung eingesandt werden muss, vereitelt heute jeden weiteren Versuch mit dieser Technik zu arbeiten. Mehr noch, die Entwicklung-Laboratorien, die das K 17 Verfahren für Kodak-Filme durchführten, wurden mittlerweile geschlossen. Selbst Altbestände der Super 8 Filme sind daher nicht mehr ordnungsgemäß zu entwickeln.

Gelegentlich kursieren Informationen im Internet, dass die Super 8 Farbfilme von Kodak, einmal belichtet, wenigstens noch im schwarz/weiß entwickelt werden können. Von den anfallenden Kosten ist selten die Rede, es sei denn mehrere Filme würde man der Prozedur dann aussetzen.

So mancher passionierte Filmer von heute lässt sich Super 8 Kassetten konfektionieren, soll heißen, extra anfertigen. Meist werden dazu wiederverwendbare Kassettengehäuse, im Super 8 Format, mit Fuji-Film-Material befüllt. Denn nur bestimmte Film-Typen können noch entwickelt werden. Allerdings sind bei solchen Vorhaben einschlägige Unternehmen zu befragen. Nicht nur was die Kosten der Konfektionierung betrifft, auch die Menge der gewünschten Filmkassetten macht den Endpreis aus, der in all diesen Fällen keine Kleinigkeit sein dürfte.

SW-Filme auf Azetatträgermaterial gibt es noch für Super 8 Filmkameras, damit ließe sich ein Revival alter Zeiten herstellen. Auch hier gilt es, speziell für größere Filmprojekte, die entsprechenden Mengen festzulegen und gezielt zu ordern.

So mancher Filmfreund greift auch auf den gelegentlich angebotenen Roh-Film zurück, wenn dieser entsprechend auf Breite zugeschnitten und perforiert ist. Dann sind allerdings die wiederaufladbaren Super 8 Leerkassetten zu empfehlen.

Nicht zu vergessen ist in all diesen Fällen, bei denen Film-Material erworben wird auch sicherzustellen, dass eine Entwicklung des Materials zugesagt wird. Denn meistens ist heute die Filmentwicklung, wie früher üblich, nicht mehr im Kaufpreis des Films enthalten.

Filmkameras der 1970er Jahre wurden in der Regel mit automatischer Belichtungsmesseinrichtung ausgestattet (TTL). Dazu bedurfte es einer oder zwei Silberoxid-Batterien vom Typ PX, die jeweils 2,7 V lieferten. Da diese Batterien nicht mehr im Handel sind, stellt dies für den praktischen Gebrauch einer Kamera ein Hindernis dar. Adapter für andere Stromzellen-Typen sind gelegentlich zu bekommen. Doch geben diese nur einen Sinn, wenn der Batterieschacht nicht im Inneren der Filmkammer liegt. Adapter dieser Art, bauen nämlich nach außen auf.

Wird die Belichtungsautomatik abgeschaltet und somit die manuelle Einstellung der Blende gewählt, kann man sich mittels eines der üblichen Belichtungsmesser behelfen. Eine Methode die allerdings einige Erfahrung beim Filmen voraussetzt.

Natürlich haben viele technischen Details, dem Amateurkameramann das Filmen so einfach gemacht, dass selbst diejenigen, die sich als unbegabt erklärten, noch Filme drehen konnten, die sich im Nachhinein als wahre Schätze erwiesen. Die einfachste Art und Weise, erlebte Szenen in den Kasten zu bekommen, war eine ruhige Hand, wenn kein Stativ zur Verfügung stand. Hektische Schwenks zu vermeiden und die Szenen um die 4 bis maximal 10 Sekunden einzufangen.

Alles Eigenschaften, die auch heute noch gelten, ob digitaler Camcorder oder Smartphons der neusten Generation.

UN     





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