Manchmal gibt es Dinge, die einem schnellen Wandel ausgesetzt sind !

Als Museum haben wir uns in den letzten 10 Jahren - wir feierten im Februar 2019 das 10-jährige Internet Präsenz-Jubiläum - stets bemüht, auf dem Gebiet der Amateurschmalfilmapparate einige der alten noch vorhanden Filmkameras, Projektoren und anders Zubehör zu sammeln und auf diesen Web-Seiten zu präsentieren.

Es ist uns ein Anliegen, hier einen Platz der Erinnerungen zu schaffen und zu erhalten, der die Ingenieurleistungen des Apparatebaus - zwischen 1930 und 1985 - für das sehr beliebt gewesenen Hobbys "Filmen", in einer einzigartigen Zusammenfassung, zu würdigen.

Die Vielfalt an Filmkameras und deren Ausführung, die im Zeitraum von 50 Jahren entstanden, ist erstaunlich, mehr noch, diese Vielzahl doch sehr unterschiedlichen Modelle, und seien es nur kleine Details, sprengen in der Regel leicht die Möglichkeiten einer privaten Sammlung.

Gegenwärtig verfügen wir in unserem Magazin über mehr als 1700 Objekte, zählen wir die Dopplungen hinzu. Davon weist unsere Datenbank an die 1200 Filmkamera aus. Weitere 400 Objekte sind Projektoren und Zubehör aus der 8 mm Filmwelt. Was wir nie als ein Sammelobjekt betrachteten, waren die 8 mm Filme aus privater Hand oder solche die einmal kommerzialisiert vertrieben wurden.

In der oben angeführten Aufzählung fehlen aber ca. 100 Exponate, die eigentlich nicht dem klassischen Hobby "Film" genügen. Es sind die Video-Apparate der ersten Stunde, welche bei genauerer Betrachtung, den Übergang zur elektronischen Bildbearbeitung darstellen. Und nicht nur das, auch den Untergang des klassischen Zelluloidfilms letztlich verursachten.

In den frühen 1970er Jahren war der Video-Film noch äußerst selten in der Hobbyszene vertreten, doch schon Anfang der 1980er Jahre bemerkenswert präsent am Markt. Hier nun mit einer Bildqualität, wie man sie vom öffentlichen Fernsehen her kannte. Auch wenn diese Amateur-Videofilmbilder, verglichen mit denen der Super 8 mm Filme, wirklich noch zu wünschen ließen.

Erstaunliches ist in dieser Zeit beim Wandel geschehen. Es war das gesellschaftliche Verhalten, durch dass das projiziert Laufbild auf Leinwand an Attraktion verlor. Das öffentliche Fernsehen, nun etabliert und vorhanden in jedem Haushalt, bot mehr Möglichkeiten als die, die von einem Hobbyfilmer stammen könnten.

Elektronikmärkte boten zum Höhepunkt des Amateurfilm-Booms hin, um 1976, auf einmal ganz andere Apparate an, die noch nicht im Hobbyraum der Filmamateure zu finden waren. Um die Video-Technik im privaten Umfeld einzusetzen, bedurfte es nämlich eines Video-Rekorders und einer Video-Kamera (Bauer). Beide Apparate mittlerweile als handliche Geräte angeboten, fanden nur Einzug bei den passioniertesten Hobbyfilmern.

Das Aufnahme- bzw. Speichermedium für diese Geräte war, war nun nicht mehr der Zelluloidfilm, es war ein Magnetband. Es ermöglichte die sofortige Besichtigung der aufgenommenen Filmszene, war sie denn im Kasten. Gegebenenfalls konnte sie auch ohne Probleme gelöscht werden. Die analoge Aufzeichnungstechnik war anfänglich auf schwarz/weiß Bilder beschränkt, wurde aber sehr schnell als Farbvideo umgestellt, man könnte sagen: verbessert.

Ähnlich der Filmkassette - dem Cartridge von Kodak - für Super 8 Filme oder dem Single 8 Format von Fujica, wurde das Magnetband in einer Kassette für Videorekorder entwickelt. Hier standen 2 Kassetten-Ausführungen in Konkurrenz. Betamax (Sony) und VHS (JVC), beide um 1976 vorgestellt, neben anderen weniger Erfolgreichen, wie z. B. Video 2000 (Grundig 1980). Der wirkliche Durchbruch gelang dem Video-Home System (VHS). Eine kleinere Kassette, das VHS-C-Kassetten-System (1983), ermöglichte die Einführung der analogen Camcorder, jene Apparate, die Kamera und Rekorder in einem vereinten.

Was war nun geschehen, dass der klassische Amateurfilm ein jähes Ende vor sich hatte ? Der heimische VHS-Rekorder ermöglichte jedem Besitzer die Aufnahmen von Fernsehsendungen je nach belieben einzufangen bzw. abzuspielen. Der Fernsehapparat ersetzte dabei die Leinwand. Der Fernsehsender lieferte gelegentlich eindrucksvollen Bilder von Reiseeindrücken. Nur noch das individuelle Ereignis galt es zu filmen. Der Könner unter den Video-Filmern schnitt dann die bereits vorhandenen Reiseeindrücke mit dem eigenen Erlebnisfilmen auf Video zusammen. Alles legal, wenn nicht öffentlich vorgeführt.

Die VHS-Kassetten als Aufnahmemedium wurden eines der erfolgreichsten Produkte in der Welt des Amateurkinos, sie wurden millionenfach verkauft, ob unbespielt oder bespielt. Die Filmindustrie bangte um ihre Existenz und vermarktet deshalb codiert Filme aller Art auf bespielten VHS-Kaufkassetten. Es war auch die Zeit der Video-Theken, die wie Pilze aus dem Boden schossen.

Nun gab es kein Halt mehr, das Interesse am Amateurfilm schwand im Verhältnis zum kommerziellen Erfolg des Video-Marktes, schon allein durch das wachsenden Angebot von Kinofilmen großer Filmstudios. Der Camcorder mit seiner VHS-C-Kassette ergänzte nur noch gelegentlich im Privaten die Musestunden.

Und doch, auch diesem erfolgreichen Medium - VHS mit all seinen Varianten, von VHS C, VHS-HQ, S VHS bis S VHS-C (1987) oder dem Gegenstück für die Camcorder der Formate Video 8 bzw. HI 8 - war nur ein relativ kurzes Leben vergönnt (1976-2008) verglichen mit dem 8 mm breiten Zelluloidfilm. Denn die Elektronik-Industrie bot quasi über Nacht (im Jahr 2000) das digitale Video-Laufbild an, welches ab dann noch kleinere Magnetbandkassette ermöglichte. VHS war somit nicht mehr kompatibel. Die digital aufzeichnenden Camcorder wurden ebenfalls kleiner und deren Bildqualität wesentlich besser. TV-Flachbildschirme kamen auf.

Ob die meisten Filmamateure noch ihrem Hobby nachgingen, mit dieser digitalen Technik an der Hand, blieb uns bisher unbekannt. Die Anzahl aktiver Filmklubs hat sich auf jeden Fall in den Folgejahren stets verringert. Das Angebot an Video-Kauffilmen, welcher Art auch immer, wurde mittlerweile derartig erweitert, dass es einleuchtend scheint, zu behaupten: Das Hobby des Filmemachens stirbt aus. Nicht zu vergessen ist, dass innerhalb der letzten 10 Jahre auch noch die digitale Technik für Laufbilder weitere Fortschritte machte.

Würde man alle Details der analogen Videotechnik aufzählen reichen diese Zeilen nicht mehr aus. Schon gar nicht, wenn die Fortschritte bis heute (2019) in der hoch auflösenden Video-Technik zur Sprache kämen.

Fazit ist: Der Wechsel der Systeme scheint sich immer schneller zu vollziehen. Ob es digitale Aufnahmen für HD- ab 2002 oder Full HD-Bildqualität ab 2006 ist, oder 4K2K aktuell, bleibt dahin gestellt. Dem Amateur wird diese moderne Technik des Filmens mittlerweile auch zu einem angemessenen Preis angeboten. Was will man mehr ?

UN     





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