Über die bemerkenswerte Qualitiät die Super 8 vorlegte und einhielt.

Es ist durchaus nicht immer so, dass ein neu eingeführtes Produkt höchste Qualitätsmerkmale über Jahre hinweg einhält. Sicher ist aber eines, das Super 8 Amateurfilmformat erreichte es. Nur in ganz wenigen Fällen bereitete es Entscheuchung den Benutzern.

Es fing an im Oktober des Jahres 1964, als Kodak (USA) erstmals ein geschlossenes System vorstellte, welches sich als ein, für den Amateur des privaten Films, ideales Produkt erweisen sollte. Der schon damals als Weltführer geltende Filmhersteller entschloss sich dem Hobbyfilmer ein Versiegeltes, als Kästchen ausgelegtes (7,10 x 7,50 x 2,42 cm) Kunststoffgehäuse an die Hand zu geben. Der Inhalt, ein 8 mm breiter Farbfilm mit einer einseitigen Perforation versehen, wurde mit 15 m langen Streifen, unzugänglich für den Nutzer konfektioniert.

Das Angebot war also kein Magazin, beidem der Film eingelegt werden konnte, nein, es war das Angebot einer Kassette, engl. Cartridge. Dieses Kunststoffgehäuse bot lediglich einen kleinen Spalt an, aus dem der Film nach außen trat, um im Inneren der Filmkamera auf die Filmbühne zu treffen. Genauer gesagt: Die Filmkamera selbst musste nun wie ein Magazin ausgelegt werden, nur dass dieses fest montiert ist. Folglich benötigte das neue Filmformat, als Super 8 herausgebracht auch neue Ausführungen der Kameras.

Doppel 8 Filmapparate wurden somit über Nacht obsolet, wollte man die vergrößerte Bildfläche der Filmstreifen nutzen. Kodak selbst stellte zugleich auch die entsprechende Filmkamera bereit um zu demonstrieren, dass nunmehr der Filmwechsel, das überzeugendste Motiv des Wandels, ein Kinderspiel ist. Denn tatsächlich wurde der Super 8 Filmwechsel derartig vereinfacht, dass selbst die ungeschicktesten Hände nichts falsch machen konnten, eine Super 8 Filmkamera zu bestücken, um dann für ca. 4 Minuten Szenen zu drehen.

Ungeachtet dessen, wurde neben der veränderten Filmgeschwindigkeit von 16 B/s auf 18 B/s (fps) angehoben und die Filmbühne um einiges vergrößert, sodass ein flimmerfreies und helleres Bild die Leinwand mit einem Super 8 Projektor erreichte.

Kodak als Inhaber verschiedener Patente der Super 8 Kassette und wesentlicher Merkmale der Filmaufnahme im eigentlichen Kameragehäuse, vergab Fertigungslizenzen nicht nur in den USA, nein, auch an asiatische, vorwiegend aus Japan und europäische Firmen. Wobei peinlichst darauf geachtet wurde, dass mehrheitlich das Filmmaterial weiterhin von Kodak geliefert wurde. So wurden nur wenige Filmhersteller berechtigt Super 8 Kassetten mit eigenem Film-Material zu konfektionieren, z. B. Agfa, Ferrania um nur die bekanntesten zu nennen.

Nachdem aus Japan die ersten Super 8 Filmkameras auf dem Weltmarkt angeboten wurden, zeigte sich sehr schnell der Erfolg, zumal tatsächlich der erreichte Qualitätsspruch der gedrehten Filme sichtbar wurde und die Handhabung einer Filmkameras derartig erleichtert, dass jede Kritik sich schnell erübrigte. Selbst die Filmentwicklung, die im herstellereigenen Labor im Kaufpreis eingeschlossen war, überzeugte die Nutzer.

Nichts war einfacher als den Versand von Filmen in, je Film mitgelieferten Postbeuteln auf den Weg zu bringen und einige Tage zu warten, bis die entwickelten Filme, jeder auf einer 3-Zoll-Filmspule, projektionsfertig zurückkamen.

Schon um 1970 konnte man von einem Boom sprechen, zumal auch das Angebot von Filmkameras für das Super 8 Format und die passenden Projektormodelle in einer fast unübersichtlichen Vielzahl angeboten wurden. Kodak und Agfa konnten in Europa jährlich Rekorde im Absatz von Filmen feiern. In Asien waren die Rollen etwas vertauscht, da der Filmhersteller Fuji ein eigenes Kassettensystem für 8 mm breite Schmalfilme herausbrachte. Auch hierfür benötigte der Amateurfilmer eine neue Filmkamera, die die Fuji-Single 8 Kassetten aufnehmen konnten.

Das Doppel 8 Filmformat wurde letztlich vollkommen verdrängt, sodass selbst die bekanntesten Vertreter von Herstellern - z. B. Bolex die mit diesem Format Weltruhm erreichte und die Fertigung von Doppel 8 Filmkameras mit Ausnahme der Bolex H 8 Serie letztlich aufgaben.

Dass das Super 8 Format so erfolgreich war, ist nicht nur Kodak zu verdanken, weil tatsächlich ein ausgezeichnetes Film-Material geliefert wurde, nein, auch den Herstellern von Filmkameras für den Amateur, denn diese haben eine ausgefeilte Technik und robuste Filmkameras hergestellt. Es gab kaum nennenswerte Konstruktions- oder Montagefehler. Die Qualität war durchgehen als sehr gut zu bezeichnen. Wollte man Kritik üben, so waren es meist die äußeren Umstände, die den Apparaten durch fehlerhafte Nutzung zusetzten. Beispielsweise: tiefe Kälte oder der berühmte Sturz aus über einem Meter Höhe. Auch Sand und Staub konnte so mancher Super 8 Kamera eine frühzeitige Unbrauchbarkeit beibringen.

Einmal davon abgesehen, dass der Sturz ins Wasser, ob am heimischen Planschbecken oder ins Salzwasser, während des Urlaubs, waren meist Garanten eines Totalverlustes. Was gleichermaßen auch für die Filmkassette zutraf.

Von den abermillionen Filmmeter, die von Hobbyfilmern belichtet wurden, waren die wenigsten schadhaft durch Produtktions- oder Entwicklungsfehler. Sicher, es gab Fälle, bei denen der Empfänger des Films unschönes Material zurückbekam. Über- oder unterbelichtete Streifen waren es meistens. Doch oft stellte sich heraus, dass es am Belichtungsmesser lag, der entweder unbedacht ausgeschalte war oder die Kamerabatterien waren zu schwach um den Mindestanforderungen des Films zu entsprechen.

Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass die gedrehten Filme im Super 8 Format überzeugten. Auch wurde es bei den Vorführungen nie bemängelt, dass offensichtliche Qualitätmängel das Vorführerlebnis minderten. Selbst bei einfachen Projektoren kam es kaum zu sichtbaren Störungen, es sei denn man betrachtet die kurze Lebensdauer des Leuchtmittels als ein gravierendes Manko.

Selbst die 1974 eingeführte Tontechnik mit Filmen, schon vom Hersteller versehenen Magnetstreifen, brachte, abgesehen vom erhöhten Einkaufspreis, keine zusätzlichen Schwierigkeiten ins Format. Allerdings wurden die Projektoren mit Toneinrichtung zu teuer für so manchen Film-Freund und die eingesetzte Technik wurde, was die Bedienung betraf, um einiges für den Amateur des Tonfilms anspruchsvoller.

Summa summarum kann behauptet werden, dass das Super 8 Filmformat im Zeitraum seiner Nutzung, zwischen 1965 und 1990 zu den erfolgreichsten Systemen gehören dürfte, die bisher die Technik hervorbrachte. Schon allein deshab, weil der gesamte Vorgang der Belichtung eines Films kein leichtes Unterfangen ist. Chemie und Technik haben in bewundernswerte Weise zusammengearbeitet, dank dem Erfindergeist vieler Ingenieure und Techniker.




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